Stadtrat Judl sieht keine Ergebnisse

Stillstand bei Fluglärm? "Auf die Barrikaden!"

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Freilassing - So viele Flieger wie nie über der Stadt und keinen interessiert's? Einem Stadtrat reicht es, er will beim Thema endlich wieder Fortschritte sehen: "Wir müssen auf die Barrikaden gehen!"

"Wir haben im Sommer im Garten jetzt noch mehr Lärm als sonst", fiel es Freilassings Stadtrat Robert Judl auf - in der Stadtratssitzung am Montag reichte es ihm schließlich: "Das Thema Fluglärm muss endlich wieder aufs Parkett!"  Zu viele Baustellen gäbe es nach Judls Sicht, an denen zur Zeit Stillstand herrsche.

Judl befürchtet: Langfristig wird der Fluglärm noch mehr, vor allem jetzt im Sommer. Die Winter-Charterflüge seien in Salzburg etwas zurückgefahren worden, auch, weil viele Russen als Kunden inzwischen ausblieben - dafür starten von Salzburg nun umso mehr Flieger in beliebte Feriendomizile: "Die Stadt muss sich wehren und darf sich diesen zusätzlichen Verkehr über unseren Köpfe nicht auch noch gefallen lassen."

Lärmschutzzonen neu darstellen

Vor gut einem Jahr wurde eigens der "Bürgerbeirat" für den Flughafen eingerichtet, der die Interessen der Anrainer vertreten sollte. Dessen Arbeit, Vorteile und Ergebnisse will Judl besser präsentiert sehen, doch es solle auch entschieden werden, wie die Stadt Freilassing dieses Gremium in Zukunft weiter begleitet.

Stadtrat Robert Judl (Pro Freilassing)

Judls Meinung nach ist derzeit kaum Bewegung in der Fluglärm-Problematik. Versprochen wurde viel, passiert ist kaum etwas. Eine Risiko- und Gesundheitsanalyse wurde beispielsweise längst beim Innenministerium aufgegeben um weitere Zahlen zur Gefährdung durch die Flugzeuge über Freilassing zu haben - auf das Ergebnis wartet man noch immer. Die 60-Dezibel-Lärmschutzzonen im Stadtgebiet sollten außerdem neu dargestellt werden. Erst im Juli wurde entschieden, den geplanten Waldkindergarten im Freimannwald nicht einzurichten -  nach einem Gutachten des Landratsamtes sei es dort schlicht zu laut für die Kleinen.

Dobrindt-Rückzieher bei DVO

"Und wie ist überhaupt der Arbeitsstand bei der Durchführungsverordnung?" Man werde keine weiteren Belastungen auf deutscher Seite akzeptieren, tönte Verkehrsminister Alexander Dobrindt im März. Er werde die Durchführungsverordnung "entschlossen weiterverfolgen" - doch sie brauche "sehr viel Zeit" und werde nicht in absehbarer Zeit kommen. Ein "Rückzieher" in den Augen des Freilassinger Stadtrates. Unter Ex-Verkehrsminister Ramsauer wurde die sogenannte DVO noch angestoßen und sollte die Salzburger zwingen, die An- und Abflüge über deutscher Seite zumindest auf 70 Prozent zu drücken.

"Die Zahlen sind schlimmer denn je. Momentan haben wir 91 Prozent der Salzburger Flüge über Deutschland", so Robert Judl: "Wir müssen auf die Barrikaden gehen und mit aller Vehemenz etwas tun!"

xe

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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