Demonstrationen in Freilassing

650 Personen demonstrierten überwiegend friedlich

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Freilassing - Heute fand in Freilassing erneut eine Demo gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik statt. Das identitäre Bündniss "Wir sind die Grenze" marschierte friedlich bis nach Salzburg und zurück. Auch zahlreiche Gegendemonstranten waren vor Ort.

UPDATE, 19.40 Uhr: Pressemitteilung der Polizei

Am Samstagnachmittag, 27.02.16, fanden zeitgleich zwei friedliche Veranstaltungen mit kontroversen Positionen zum Thema Flüchtlingspolitik statt. An den beiden Aufzügen nahmen rund 650 Personen aus dem rechten bzw. bürgerlich-linken Lager teil. In unmittelbaren Zusammenhang mit den Versammlungen wurden 14 Straftaten festgestellt, 7 Gegenstände sichergestellt und 13 Personen vorläufig festgenommen.

Friedliche Veranstaltung

Bereits zum dritten Mal innerhalb von drei Monaten sorgte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in enger Abstimmung mit dem Landratsamt Berchtesgadener Land, den regionalen Polizeidienststellen, der Bayerischen Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei für einen ordnungsgemäßen Ablauf der grenzüberschreitenden Versammlung des rechtsorientierten Spektrums auf bayerischer Seite. In bewährter Manier übernahmen die Kräfte der Landespolizeidirektion Salzburg die Teilnehmer des Aufzugs an der Landesgrenze und sorgten für einen friedlichen Verlauf auf österreichischer Seite. 

Eine zeitgleiche Versammlung des bürgerlich-linken Lagers innerhalb des Stadtgebiets gab ebenfalls keinen Grund zu größeren Beanstandungen. Die festgestellten Straftaten verteilten sich nahezu gleichmäßig auf die Teilnehmer beider Aufzüge und resultierten überwiegend aus Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, z.B. einer Aktiv- und Passivbewaffnung sowie dem Vermummungsverbot.

"Störversuche" konnten unterbunden werden

Der grenzüberschreitende, rechtsorientierte Aufzug formierte sich ab 12.20 Uhr am Aufstellungsort und setzte sich gegen 14.30 Uhr mit ca. 400 Teilnehmern vom Stadtzentrum in Richtung Zollhäuslstraße in Bewegung. Nach einer knappen Stunde überquerten die Teilnehmer die Saalachbrücke auf dem Fußweg der B 304 in Richtung Salzburg. Die Betreuung der Veranstaltung, die gegen 15.45 Uhr auf dem Vorplatz des ehemaligen Zollamts mit dem Schlusswort des Veranstalters endete, ging nahtlos auf die österreichischen Sicherheitsbehörden über. Störversuche des linken Spektrums vor und während der rechten Veranstaltung konnten durch die Polizeikräfte unterbunden werden.

Die Versammlung des bürgerlichen Lagers begann gegen 12.45 Uhr auf dem Rathausplatz. Bis zu 250 Teilnehmern, darunter ca. 70 Angehörige des linken Spektrums, folgten dem rechten Aufzug mit entsprechendem Abstand. Die Veranstaltung wurde durch die Leiterin an der Flüchtlingsunterkunft Zollhäuslstraße gegen 15.00 Uhr beendet.

UPDATE, 16.15 Uhr: Demo beendet

Nach einer erneuten Rede und ein paar Parolen in Salzburg wurde die Veranstaltung um kurz nach 16 Uhr beendet. Die Teilnehmer wurden aufgefordert, geliehene Fahnen wieder am Auto abzugeben und sich in dem nächsten zehn Minuten zum friedlichen Abmarsch bereitzuhalten. 

Dieser Abmarsch läuft laut unserer BGLand24.de-Reporterin völlig friedlich. Auf der Saalachbrücke wurden die Demonstranten von ca. 70 bis 80 Gegendemonstranten erwartet. Aber auch dieses "Zusammentreffen" verlief bis auf einige verbale Auseinandersetzungen ruhig. Es werden auch keine Parolen mehr gerufen. Der Marsch zurück nach Freilassing hat den Charakter eines ruhigen Spaziergangs. Die Polizei ist auch beim Rückmarsch präsent. 

Bilder: Demonstrationen in Freilassing

UPDATE, 15.56 Uhr: Zug überschreitet Grenze

Der Demonstrationszug des identitären Bündnisses "Wir sind die Grenze" hat zwischenzeitlich unter lauten Rufen die Grenze überschritten. Empfangen wurden der Zug von ca. 100 Gegendemonstranten mit Rufen wie "Schulter an Schulter gegen Faschismus" und "Nieder mit den Nazis."

Momentan stehen sich die beiden Demo-Gruppen friedlich gegenüber. Die Polizei kann die Gruppen auch weiterhin voneinander trennen.

UPDATE, 15.20 Uhr: Zug startet Richtung Grenze

Inzwischen setzte sich der Demo-Zug des identitären Bündnisses in Bewegung. Unter lauten Rufen "Wir sind die Grenze, wir sind das Volk" marschieren die Demonstranten Richtung Grenze. Jeweils vorne und hinten im Zug marschieren Redner, die braune Parolen über Mikrofone rufen. Alles verläuft bisher friedlich und ruhig.

Begleitet werden die Demonstranten von einem großen Polizeiaufgebot. Nicht nur vorne hinweg und hinten nach, auch rechts und links gehen die Beamten mit dem Zug mit. Es sind maximal zwei Meter, die die Polizisten zwischen sich und den Demonstranten Abstand halten. Die Polizei hat die Gruppen von Demonstranten und "Auskehrern" penibel getrennt.

UPDATE, 14.37 Uhr: Demo-Zug formiert sich

Langsam aber sicher tut sich was beim Demo-Zug in Freilassing. Die großen und schweren Absperrgitter werden Stück für Stück beiseite geschoben; der Weg für den Protestmarsch ist frei. "Wir sind das Volk"-Rufe sind mittlerweile nicht nur am Startpunkt der Kundgebung zu hören.

Doch auch die Gegenseite steht mit Schildern und Besen parat. Den Rufen des identitären Bündnisses "Wir sind die Grenze" setzen sie lautstark "Refugees are welcome" entgegen. Auch "Say it loud, say it clear, refugees are welcome here"-Sprechchöre sind aus den Reihen der Gegendemonstranten immer wieder zu vernehmen.

UPDATE, 13.55 Uhr: Auch Gegendemonstranten sind vor Ort

Der Ton bei den Reden der "Wir sind die Grenze"-Veranstaltung wird rauer. "Die Leute, die zu uns kommen, sind keine ausgebildeten Fachkräfte, sonders Analphabeten", heißt es bei einem Redner.

Auch Horst Seehofer wird kritisiert. Er solle Zeigen, dass ihm sein Bürger in Bayern wichtiger seien, als ein Ministerposten in Berlin. Der Ministerpräsident lasse seine Bürger allein.

Inzwischen haben sich auch die Gegner der Kundgebung etwas abseits der Veranstaltung eingefunden. Gut gelaunt und entspannt stehen die "Kehrer" beisammen. Etwa 100 bis 150 Leute haben sich hier zusammengefunden.

Eine weitere kleine Gruppierung an Gegendemonstranten steht einige Meter weiter. Ungefähr 20 Personen sind hier auf der Straße. "refugees are welcome"-Rufe sind zu hören.

UPDATE, 13.23 Uhr: Kundgebung hat begonnen

Nun hat die Kundgebung der "Wir sind die Grenze"-Gruppierung begonnen. Nach der Begrüßung gibt es Medienschelte. Die Presse verbreite, dass es sich bei den Teilnehmern der Demonstration um "braunen Dreck" handle.

Dem folgen "Wir sind das Volk" rufe der Teilnehmer.

UPDATE, 13.05 Uhr: Noch ist alles ruhig

Um 13 Uhr sollte die Demonstration des Bündnisses "Wir sind die Grenze" beginnen. Von den bis zu 800 erwarteten Demonstranten ist bisher nicht viel zu sehen. Derzeit befinden sich noch mehr Polizisten also Demonstranten im Bereich der Freilassinger Kirche.

Etwa 80 Leute zählt die Veranstaltung bisher. Die Stimmung ist ruhig. Es werden derzeit erste Plakate ausgerollt. Das mediale Interesse ist hoch, mehrere Medien sind vor Ort.

Die Polizisten gehen auf Nummer sicher und führen mehrfach sehr genaue Personenkontrollen durch.

Vorbericht:

Schon zum dritten Mal demonstriert die identitäre Bewegung "Wir sind die Grenze" in Freilassing. Zählten die Sicherheitskräfte und Verantwortlichen während der vorherigen Demonstrationen noch zwischen 300 und 400 Teilnehmern, so rechnen Veranstalter für den heutigen Event mit circa 500 bis 800 Personen.

Zeitplan

13 Uhr: Beginn Aufmarsch der Demonstration: "Wir sind die Grenze" (Identitäres Bündnis) in der Martin-Oberndorfer-Straße

13.30 Uhr: Bunter Kehraus der "Henastoibande e.V." Hierbei wird unter dem Motto "Wir kehren den braunen Dreck aus Freilassing" ein bunter Zug, angeführt von traditioneller Musik, hinter den "Wir sind Grenze"-Demonstranten herziehen, um symbolisch die Stadt von deren Gedankengut wieder zu befreien. Treffpunkt für diese Aktion ist ab 13.30 Uhr am Freilassinger Rathaus.

Ab 14 Uhr findet auf österreichischer Seite am Kreisverkehr vor der Saalachbrücke (Münchner Bundesstraße 143) eine große Gegenkundgebung unter dem Motto: "Gemeinsam gegen rechte Hetze und Rassismus" statt, um dort gegen die Abschlusskundgebung der Demonstration ein Zeichen zu setzen.

Quelle: BGland24.de

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