"Auf uns lässt sich's leicht schießen"

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Freilassing - Die Tierschutzorganisation PETA erhebt schwere Vorwürfe gegen den Circus Voyage, der aktuell in Freilassing Station macht. Dieser wehrt sich jetzt.

PETA Deutschland behauptet, der Zirkus sei für seine "tierquälerische Haltung bekannt" und fordert Konsequenzen. Die Städte und Gemeinden, in denen Voyage gastiert, sollen sich laut PETA weigern, dem Zirkus Gelegenheit für die entsprechenden Gastspiele zu geben und dessen Auftritte verhindern.

Laut Peter Höffken, Wildtierexperte und Kampagnenleiter bei PETA, ist der Circus Voyage "für die Tiere die Hölle auf Erden". Und weiter: "Elefanten werden todkrank durch Deutschland gekarrt, ein Flusspferd muss sein trostloses Leben in einem winzigen Wasser-Container verbringen und auch die Haltung eines Nashorns sowie einer Giraffe im Zirkus kommt Tierquälerei gleich", so Höffken.

PETA stellte bereits mehrere Strafanzeigen gegen das Unternehmen und fordert immer wieder vehement, dass Voyage "nie wieder Tiere halten darf". Mittlerweile unterstützen zahlreiche Prominente ein allgemeines Wildtierverbot in Zirkussen: Udo Lindenberg, Bayern-Star Rafinha, Cosma Shiva Hagen, Hella von Sinnen...

"Voyage" widerspricht

Der Circus, der noch bis kommenden Sonntag in Freilassing stationiert ist, wehrt sich gegen die vielen und scharfen Vorwürfe. Pressesprecherin Bettina Richter versichert, dass es den Tieren gut geht: "Wir leben 365 Tage im Jahr mit ihnen, sie sind unser Kapital. Warum sollten wir sie schlecht behandeln? Damit würden wir uns ja selbst schaden".

"Bodenlose Frechheit"

Am gestrigen Mittwoch kam das Veterinäramt Berchtesgadener Land zur unangemeldeten Routine-Überprüfung und hatte laut Bettina Richter keine Beanstandungen. "Wir werden in allen Städten, in denen wir gastieren, überprüft, und das ist ja auch in Ordnung so. Aber was PETA betreibt, ist eine Hetzkampagne. Wir haben halt keine Lobby, sind als fahrendes Volk das schwächste Glied in der Kette, - auf das lässt sich's leicht schießen. Eine bodenlose Frechheit".

Richter unterstreicht zudem, dass der Circus Voyage der einzige sei, in dem Elefanten frei laufen dürften und nicht angekettet seien: "Wir bauen unsere Elefanten-Gehege sogar permanent aus und erfüllen damit die Vorgaben der entsprechenden Leitlinien". Alle, die misstrauisch sind, könnten in Freilassing vorbeikommen, um sich selbst ein Bild zu machen, so die Voyage-Verantwortlichen - auch auf der Circus-Homepage gebe es umfassende Infos zu diesem Thema. "Wir haben nichts zu verbergen", so die Pressesprecherin, die untermauert, dass sich Voyage "bestens um die Tiere kümmert" und alles in Ordnung sei.

Um 16 Uhr findet heute Nachmittag die erste Vorstellung des Circus Voyage am Festplatz beim Bahnhof in Freilassing statt.

bit

Quelle: BGland24.de

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