Gemeinsame Übung der Feuerwehr und Bergwacht

Schwerer Arbeitsunfall am Teisenberg

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Teisendorf - Eine große Übung haben am Teisenberg Feuerwehr und Bergwacht gemeinsam abgehalten. Das Szenario: Vier Forstarbeiter werden von umstürzenden Bäumen begraben. Damit aber noch nicht genug:

Ein schreckliches Szenario finden die anrückenden Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Bergwacht am Teisenberg in der Nähe der Achterhütte vor. Von einem Wanderer, der von Niederreit aus über die Achterhütte zur Stoißer Alm unterwegs ist, kam die Meldung des Unfalls per Handy an die Notrufnummer 112. Umstürzende Bäume hatten vier Forstarbeiter unter sich begraben. Zum Schrecken aller verunglückt zusätzlich ein anrückendes Einsatzfahrzeug schwer. Dabei gibt es vier Schwerverletzte, die mehrere hundert Meter in unwegsamem, steilem Gelände abstürzen; das Fahrzeug droht von der Straße abzurutschen und das austretende Öl beginnt den nahen Bach zu verschmutzen.

Übung am Teisenberg

Hans Willberger vom Löschzug Freidling stellte mit dieser Übungseinheit die Einsatzkräfte am Teisenberg vor eine schwierige Aufgabe. „Schon lange schwebte mir eine Übung in diesem Schwierigkeitsgrad vor“, so Hans Willberger. Als erstes galt es für die für diese Übung „eingerichtete Leitstelle“, die Christof Schmidt, der Kommandant der Oberteisendorfer Feuerwehr übernahm, die Einsatzkräfte in das Gelände zu führen. Da für die übrigen Teilnehmer an der Übung ein nur wenig bekanntes Gelände, übernahm es der am Fuße des Teisenbergs stationierte Löschzug Freidling, mit seiner Ortskenntnis den Unfallort ausfindig zu machen und die Anfahrt für die nachfolgenden Fahrzeuge mit Spraydosen auf der Straße zu markieren.

„Uns war bei der Planung der Übung klar, dass diese nicht ohne die Genehmigung des Forstamtes durchzuführen ist.“ Hans Willberger ging deshalb als erstes in seiner Planung auf Revierförster Thomas Klein von der Forstdienststelle Petting zu und erhielt unbürokratisch die Zustimmung. „Mit dabei sein sollte die Bergwacht, um das Zusammenspiel von Bergwacht und Feuerwehr zu üben.“ Thomas Klein mit der Bergwacht Freilassing und die Bergwacht Teisendorf-Anger sagten sofort zu, da Übungen unter möglichst realistischen Bedingungen sehr wichtig seien. Es musste ein Szenario gefunden werden, das gleichermaßen die Feuerwehr und die Bergwacht beschäftigte.

Dies gelang mit dem Forstunfall, bei dem die Feuerwehr Teisendorf und der Löschzug Freidling sich um die „Verletzten“ – von den Mitgliedern der Jungfeuerwehr eindrucksvoll dargestellt – kümmerte. Ein nur halb gefallener Baum, der in den Wipfeln festhing und die Einsatzkräfte und Verletzten bedrohte, sollte von der Bergwacht nach einer waghalsigen Kletterei auf einen benachbarten Baum gesichert werden. Das umsichtige Handeln zeigte sich im Auffinden eines „schwer verletzten Radfahrers“. Nur ein mehrere hundert Meter vom Forstunfall entfernt auf der Straße liegendes Fahrrad deutete auf diesen Unfall hin, bei dem der Radler in den Wald geschleudert schwer verletzt liegen blieb. Der Umfang des Einsatzes macht eine Nachalarmierung der Neukirchner Feuerwehr nötig.

Bei der Anfahrt verunglückt ein Fahrzeug schwer. Vier Verletzte Feuerwehrleute liegen weitverstreut am steilen Abhang und die Einsatzkräfte sichern das Fahrzeug vor dem drohenden Absturz. Besonders bei diesem Szenario zeigt sich die so wertvolle Zusammenarbeit von Feuerwehr und Bergwacht. Mitglieder der Feuerwehr errichten eine Ölsperre, um das auslaufende Öl auf dem Gebirgsbach aufzufangen. Mehrere hundert Meter stürzten die Verletzten den steilen Abhang hinab und die Bergwacht kann nur mit einem an einem Seil gesicherten Gebirgstrage einen inzwischen medizinisch Notversorgten den Berghang nach oben bringen. Für die restlichen Verletzten ist eine Bergung durch die Feuerwehrleute mit der Trage möglich.

„Das durch die große Ausdehnung des Teisenberges notwendige weitverzweigte Forststraßen- und Wegenetz“, so Hans Willberger „ bringt für die Rettung lange An- und Abfahrtzeiten mit sich. Für den endgültigen Abtransport der Verletzten in das Krankenhaus würden ein oder mehrere Hubschrauberlandeplätze äußerst wertvolle Dienste leisten, um die Transportzeit zu verkürzen.“ In der Nachbesprechung lobte der Organisator die äußerst gute und umsichtige Zusammenarbeit und bedankte sich bei Forst, Bergwacht und Feuerwehr. „Es zeigt sich, dass die Ortskenntnis von Einheimischen mit nichts zu ersetzen ist. Kleine Löschzüge bringen ortsnah eingesetzt enorme Vorteile und Zeitgewinn.“

RoHa-Fotothek Fürmann

Quelle: BGland24.de

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