In Unteraschau:

Lagerhaus-Pläne: Das sagen die Anwohner

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Fotomontage: Bürgermeister Herbert Häusl vor einem Plakat gegen den Bau des Gewerbegebiets.

Waging - Die Raiffeisen-Lagerhäuser Rupertiwinkel wollen sich in Unteraschau ansiedeln. Doch bei den Anwohnern stößt das Projekt auf Widerstand - dass wurde bei der Info-Veranstaltung deutlich:

In Unteraschau soll ein neues Lagerhaus entstehen. Bauen will dies der Unternehmer Bernd Schneckenpointner auf einem seiner Grundstücke, um es dann an die Firma Raiffeisen-Lagerhäuser Rupertiwinkel zu verpachten. Bei der Info-Veranstaltung am Montagabend im Oberwirt in Otting wurde allerdings schnell klar, dass die Anwohner nicht einverstanden sind mit dem Bauprojekt. Doch zu Anfang gab Wagings Bürgermeister Herbert Häusl erst einmal einen kleinen Rückblick auf die bisherigen Ereignisse: "Über Jahre waren wir auf der Suche nach einem Platz für eine neue Lagerhalle der VR-Bank Oberbayern Südost. Am 30. September wird das Unternehmen sein bisheriges Lagerhaus in Waging schließen." Doch statt der VR-Bank, die Schneckenpointners Angebot ablehnte, will sich nun das Unternehmen Raiffeisen-Lagerhäuser Rupertiwinkel dort ansiedeln. Doch den Anwohnern sind die Pläne ein Dorn im Auge: Sie befürchten, dass es nicht bei dem einen Lagerhaus bleibt: Der erste Entwurf wies nämlich auch ein zusätzliches Mischgebiet - mit einer Größe von 0,9 Hektar - auf. "Die Pläne mit dem 'Mischgebiet' will Schneckenpointner aber nicht weiter verfolgen", beruhigte Häusl die Unteraschauer.

Anschließend stellte der Projekt-Planer Ludwig Kleißl den neuen Entwurf vor: "Das neue Gewerbegebiet für das Lagerhaus hat dabei eine Größe von 1,3 Hektar und das Mischgebiet eine Größe von 0,2 Hektar." Ein Bebauungsplan und damit Baurecht sei noch nicht geschaffen. "Wir stehen erst am Anfang der Planungen. Wir müssen erst wissen, was im Anhörungsverfahren herauskommt", so Kleißl. Der Leiter der Raiffeisen-Lagerhäuser Rupertiwinkel, Matthias Grünäugl, ergänzte noch: "Wir wollen kein Metallbauwerk schaffen, sondern ein typisches Lagerhaus, mit fester Ziegelbauweise und einem Schindeldach." Zudem schaffe man so fünf bis neun Arbeitsplätze in der Region.

Doch den Anwohnern sind die Pläne trotzdem ein Graus: "So ein Einschnitt in unseren Lebensraum ist unvorstellbar. Das ist ein enteignungsgleicher Eingriff", erklärte ein Unteraschauer. Er befürchte, dass der Ortsteil in den kommenden Jahren mit Gewerbe und Industrie zugebaut werde . "Das ist nicht nur meine Befürchtung, sondern die vom ganzen Dorf." Bürgermeister Häusl entgegnete: "Waging war immer sehr vorsichtig mit der Gewerbeausweisung." Allerdings gebe es keine Alternativen zu dem Standort in Unteraschau, wie von einigen Bürgern vorgeschlagen. "Es besteht das Anbindegebot: Also dort Gewerbe anzusiedeln, wo schon Gewerbe besteht", so Häusl. Und das sei nun einmal in diesem Ortsteil der Fall. "Wenn wir das nun nicht machen, nur weil die Anwohner das nicht wollen, dann können wir bald gar nichts mehr bauen." Versichern konnte er den Unteraschauern aber auch nicht, dass es in den nächsten Jahren bei dem einen Lagerhaus bleibe: "Momentan ist kein weiteres Gewerbe geplant. Aber ich kann auch nicht sagen, wie sich das in den nächsten zehn Jahren entwickeln wird."

Kritik hagelte es auch aus den Reihen des Gemeinderats. So erklärte die 3. Bürgermeisterin Hedwig Witzleben: "Wir wussten bis zur Gemeinderats-Sitzung nicht genau, was da überhaupt auf uns zukommt. Erst als wir das Logo der VR-Bank gesehen haben, haben wir eine Vorstellung davon bekommen. Das frustriert mich, dass wir so arbeiten müssen im Rat." Dem erwiderte Häusl: "Ich habe dir im März eine Karte mit den Plänen gezeigt."

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