Ein einsatzreiches Jahr

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Die alte und neue Vorstandschaft: Kreis-Wasserwacht-Chef Rudi Schierghofer, die stellvertretende Jugendleiterin Marion Scharf, Frau von Ortsgruppenchef Christoph (beruflich verhindert), Kassenwart Alexander Schug, Technische Leiterin Sabrina Schauer, Jugendwart Andreas Herner und der stellvertretende Technische Leiter Stefan Singhammer (v.l.)

Laufen – Vermisste Schwimmer, allein umhertreibende Kanus und Boote. Die Wasserwacht hatte dieses Jahr wieder alle Hände voll zu tun und konnte viele Leben retten.

In der BRK-Wasserwacht-Ortsgruppe Laufen-Leobendorf bleibt alles wie bisher – die Mitglieder haben bei der Jahreshauptversammlung im Kapuzinerhof ihre komplette Vorstandschaft einstimmig im Amt bestätigt und damit für die kommenden vier Jahre wiedergewählt: Christoph Scharf bleibt Ortsgruppenvorsitzender, Sabrina Schauer und Stefan Singhammer stehen ihm als Technische Leiter zur Seite, Andreas Herner und Marion Scharf kümmern sich weiter als Jugendwarte um den Nachwuchs und Alexander Schug wacht auch in Zukunft als Kassenwart über die Einnahmen und Ausgaben.

2012 war für die Wasserretter ein arbeitsreiches Jahr mit zehn Einsätzen ihrer Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG), 13 Erste-Hilfe-Leistungen im Wachdienst am Abtsee und 2.997 ehrenamtlich geleisteten Stunden.

Die BRK-Wasserwacht-Ortsgruppe Laufen-Leobendorf ist eine kleine, aber sehr aktive, dynamische Gruppe von aktuell acht Jungendmitgliedern und 36 Wasserrettern und Rettungsschwimmern, die sich um die Sicherheit am Abtsee kümmern und mit ihrer mobilen Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) an die umliegenden Gewässer ausrücken. Nur ein Viertel der Aktiven ist älter als 27.

Bei ihrer Jahreshauptversammlung im Kapuzinerhof Laufen blickten die Ehrenamtlichen rund um den Ortsgruppenvorsitzenden Christoph Scharf auf ein arbeitsreiches Einsatzjahr zurück und bestätigten ihre komplette Vorstandschaft einstimmig für die kommenden vier Jahre im Amt. Mit ihrem 2011 neu beschafften mobilen Echolot sind sie in der gesamten Region vom Königssee bis zur Salzach gefragte Spezialisten. „Es erstellt detaillierte, fast fotorealistische Aufnahmen vom Gewässerboden und allem, was sich im Wasser und auf dem Boden befindet, unabhängig von Sichtweite und Wasserqualität. Wir können so versunkene Personen, Tiere oder Gegenstände rasch orten und mit Tauchern bergen. Es funktioniert im digitalen Modus bis zu einer Wassertiefe von 45 Metern und jeweils bis zu 70 Meter weit zu jeder Seite des Bootes. Im analogen Modus reicht es bis in 350 Meter Tiefe, also auch am bis zu 190 Meter tiefen Königssee. Zusätzlich verfügt das Echolot über ein integriertes GPS, mit dem verdächtige Objekte unter Wasser sofort markiert werden können, um sie später wieder zu finden, zu untersuchen oder zu bergen. Wir wurden vom Hersteller intensiv auf die Bedienung des Geräts geschult und haben durch die vielen Übungen und Einsätze sehr viel Erfahrung gesammelt, um damit effektiv und sehr genau arbeiten zu können“, freut sich Matthias Scharf, Bruder von Ortsgruppenchef Christoph.

Die Wasserwacht Laufen ist mit der örtlichen BRK-Bereitschaft in Personalunion eng verschmolzen und hat mittlerweile viele Aufgaben wie Sanitätsdienste, Landrettungsdienst oder Hausnotruf-Hintergrunddienst fest übernommen. Ihre mobile SEG musste 2012 zu zehn Einsätzen ausrücken und wurde damit doppelt so oft alarmiert wie im Vorjahr, vor allem zu Vermisstensuchen rund um Berchtesgaden und Bad Reichenhall: Am 27. April zu einer Suche an die Salzach, wo angeblich ein Mann von der Länderbrücke gesprungen sei, am 20. Mai zu einer Vermisstensuche nach einem jungen Mann in der Berchtesgadener Ache, der von einer Geburtstagsfeier verschwunden war, am 4. Juni zu einem herrenlosen Surfbrett am Thumsee, am 16. Juni zu einem gekenterten Boot am Thumsee und einem gekenterten Kajak auf der Salzach, am 19. Juli zu einer Vermisstensuche nach einer abgängigen Französin in der Berchtesgadener Ache, am 22. Juli zu einem Verkehrsunfall bei Weißbach, bei dem unklar war, ob der Fahrer in den Weißbach gestürzt war, am 5. August zur Suche nach einer vermissten Schwimmerin am Höglwörther See, am 24. August zur Rettung einer erschöpften Schwimmerin aus dem Abtsdorfer See, die von einer 13-jährigen Ersthelferinan Land gezogen wurde und am 3. November zu einer Vermisstensuche an der Kretabrücke in Bad Reichenhall. Zwei Patienten mussten durch den Landrettungsdienst abtransportiert werden. „Im vergangenen Jahr haben wir aufgrund des schönen Wetters mit relativ viel Badebetrieb 712 (2012 576) Wachstunden am Abtsdorfer See verbracht und 13 Mal Erste Hilfe geleistet“, berichtete die Technische Leiterin der Ortsgruppe, Sabrina Schauer.

Event Team e. V. spendet wasserdichte Einsatzlampen

Zusätzlich war die BRK-Wasserwacht bei größeren Sanitätsdiensten während des Faschingszugs, am 13. Mai mit zwei Fahrzeugen zur Absicherung des Festzugs beim Musikfest, bei den Salzachfestspielen und bei den Public-Viewing-EM-Parties gefordert. Für die dort geleistete Arbeit überreichten Alexander Röser und Patrick Reimann vom mittlerweile aufgelösten Event Team e. V. drei wasserdichte Einsatzlampen an die Wasserwacht, deren Einsätze 2012 zum großen Teil in der Dunkelheit stattfanden. Spaß haben und Gutes tun; das war die Idee einer Schar junger Leute, die sich 2007 zum Event Team e. V. zusammenfanden, um in und um Laufen Veranstaltungen zu organisieren. Am 5. Januar 2008 offiziell gegründet, musste sich der Verein nun wegen mangelnder Zeit auflösen. „Es hat sich niemand gefunden, der bereit ist, die Arbeit der beiden Vorsitzenden weiterzuführen“, bedauert Röser.

Fast 3.000 ehrenamtliche Stunden

Im Wachdienst (712 Stunden), im Rettungsdienst (1.480 Stunden), zur Mittelbeschaffung (125 Stunden) und für Aus- und Fortbildung (680 Stunden) leisteten die Ehrenamtlichen im vergangenen Jahr fast 3.000 Stunden. Damit die Retter fit für den Ernstfall sind, fanden monatlich von verschiedenen Leuten organisierte Praxisübungen statt, regelmäßiges Schwimmtraining im Badylon und eine große, ortsgruppenübergreifende Strukturübung am Königssee, wo angenommen wurde, dass hinter der Insel Christlieger zwei Kursboote zusammengestoßen sind. „Es ging darum, wo und wann Boote ins Wasser eingesetzt werden, wo sich der Einsatzleiter positioniert, welche Funkkanäle benutzt werden und wie im Ernstfall zusammengearbeitet wird“, erklärte Schauer.

Der Dienst in der Laufener Wasserwacht ist fordernd und abwechslungsreich: Bei Tag und Nacht Rettung aus dem Wasser, medizinische Versorgung von Notfallpatienten, Wach- und Eisdienst am Abtsee, oft schwierige Bootsfahrten auf der Saalach und Salzach oder Taucheinsätze bei schlechter Sicht und unter Eisdecken. 22 der aktiven Mitglieder sind zwischen 16 und 27 Jahre jung, nur 14 sind älter. Sie sind vielseitig geschult und zum Teil Spezialisten auf gleich mehreren Fachgebieten: Wasserretter, Rettungstaucher, Bootsführer, Sanitäter, Wasserwacht-Luftretter oder Ausbilder für verschiedene Aufgaben. Zur Ortsgruppe gehören zwei Ärzte, drei Rettungsassistenten, vier Rettungssanitäter, zwei Rettungsdiensthelfer, drei Taucher, zehn Bootsführer, acht Einsatzleiter und zwei Ausbilder für Rettungsschwimmen. Jeweils zwei Mitglieder haben 2012 ihren Bootsführerschein und die Ausbildung zum Wach- und Einsatzleiter gemacht, wofür sie auf dem Abtsee und der Salzach trainieren mussten.

Neue Jugendgruppe mit acht Mädchen und Buben gegründet

Bei einem großen Schnuppertag mit 76 Besuchern stellte die Wasserwacht im Juli 2012 ihre Arbeit am Abtsee vor, wobei sich acht Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren für die ehrenamtliche Mitarbeit in der Rotkreuz-Gemeinschaft entschieden. Jugendgruppenleiter Andreas Herner und seine Stellvertreterin Marion Scharf gründeten daraufhin für den Nachwuchs eine neue Jugendgruppe, die vor wenigen Tagen bei den Wahlen ihre beiden Leiter für weitere für Jahre im Amt bestätigte. Im engen Schulterschluss mit den anderen drei Ortsgruppen im Landkreis war für die Wasserwacht-Jugend neben Gruppenstunden und Schwimmtraining mit gleich mehreren Veranstaltungen ein spannendes und abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten. In Laufen fand auch eine Station der Safety-Tour statt, es gab einen Infotag für die Abtsdorfer Dorfgemeinschaft und die Wasserwacht unterstützte die Lehrer personell beim Schwimmkurs in der Grundschule.

Neue Terrasse an der Wachstation am Abtsee

 Kassenwart Alexander Schug hatte in seinem Bericht allen Grund zur Freude, denn die während der letzten Jahre durch viele dringend notwendige Investitionen angespannte finanzielle Lage der Ortsgruppe entspannt sich seit 2011 zusehends. Nachdem für das neue Boot, den Hüttenbau und die Ausrüstung und Ausbildung viel Geld ausgegeben werden musste, konnte er 2011 und 2012 jeweils mit einem deutlichen Überschuss abschließen, den die Wasserwacht nun auch braucht, denn 2012 musste die Ortsgruppe in einer Gemeinschaftsaktion die in die Jahre gekommene Terrasse ihrer Wachstation am Abtsee abreißen; der Neubau soll im Frühling 2013 stattfinden. Kreis-Wasserwacht-Chef Rudi Schierghofer zeichnete Rainer Brandstätter für 55 Jahre aktive Mitgliedschaft in der Wasserwacht aus. „Ihr steckt viel Zeit in die Aus- und Fortbildung und arbeitet auf sehr hohem Niveau. Wir wollen euch unterstützen, denn ihr leistet hervorragende Dienste für uns“, lobte der zweite Bürgermeister von Laufen, Franz Eder, der zusammen mit seiner Amtskollegin Brigitte Rudholzer den Freiwilligen für ihren Einsatz dankte.

ml

Quelle: BGland24.de

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