Zoff mit der Autobahndirektion

Schon zu viele Schilder: Laufen geht leer aus

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Manchem Laufener ein Dorn im Auge: Alle drei touristischen Hinweisschilder auf der A8 im Landkreis "zeigen Richtung Süden".

Laufen - Als "Salzachstadt Laufen" wollte man sich stolz an der A8 mit einem "braunen Schild" präsentieren: "Bisher zeigen alle in den südlichen Landkreis." Doch die Autobahndirektion sagt Nein.

Das stört Werner Eckl: "Fährt man auf der Autobahn über die Landkreisgrenze zeigen aller dieser braunen Hinweisschilder in Richtung Süden." Berchtesgadener Land, Bad Reichenhall, Königssee - "aber es gibt auch noch was anderes", so der Stadtrat. Wenn es nach ihm und einigen anderen in Laufen ginge, würde in Richtung Salzburg, kurz vor Neukirchen bald stolz ein weiteres "braunes Schild" thronen: "Salzachstadt Laufen", zum Beispiel mit der Silhouette der Stiftskirche - aber die Autobahndirektion machte erstmal einen Strich durch die Rechnung.

Ihre Silhouette hätte sich Werner Eckl für das Hinweisschild vorgestellt: Die Laufener Stiftskirche.

"Sinngemäß hat man uns gesagt, dass in beiden Richtungen schon zu viele dieser Schilder stehen", so Laufens Geschäftsleiter Christian Reiter. Dabei sind Laufen und Autobahndirektion anscheinend ziemlich unterschiedlich gepolt: Denn laut Behörde muss ein Hinweisschild auf eine Stadt kurz vor der bestgelegenen Ausfahrt platziert werden. Nach Ansicht der Autobahndirektion wäre dies kurz vor Piding und da wäre es aber zu eng.

Wie fährt man von der Autobahn nach Laufen?

In Laufen kann man dazu nur den Kopf schütteln: "Wenn wir auf die Autobahn fahren, dann immer in Neukirchen. Das ist doch viel schneller", so Werner Eckl. Doch die Autobahndirektion bleibt wohl stur: Die Strecke von Neukirchen nach Laufen wäre zu kompliziert, auch die Navigationsgeräte würden über die B20 bei Piding lotsen. Das letzte Wort scheint in dieser Angelegenheit aber noch nicht gesprochen: Nach den ersten Einsprüchen aus der Salzachstadt wartet man noch auf Antwort aus München.

Seit 1984 werden die "touristischen Hinweistafeln" an deutschen Autobahnen aufgestellt, Sehenswürdigkeiten sollen dadurch gefördert werden. Die Kosten betragen zwischen 3000 und 4000 Euro. Die Schilder sollen rechteckig sein, zwei Meter hoch und drei Meter breit. Doch haben die Schilder überhaupt einen Nutzen für die Städte und Regionen? Laut Autobahnauskunft Südbayern passieren jährlich bis zu 16,5 Millionen Fahrzeuge die Stelle, an der das Schild "Tölzer Land" aufgestellt ist. Fährt nur jeder Tausendste aus, wären das schon 16.500 Besucher mehr. Aber halt: Steht kurz vor Traunstein nicht schon ein Hinweisschild "Rupertiwinkel"? Es ist ja schließlich Laufen, die sich gern als dessen Hauptort sieht.

xe

Quelle: BGland24.de

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