Ohne Brücke: "rumdoktern an Symptömchen"

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Zur Untätigkeit verdammt: Sebald König hat Planungsverbot für eine neue Salzachbrücke.

Laufen - Bringt eine neue Brücke bei Laufen eine Verkehrsentlastung oder zieht sie zusätzlichen Schwerverkehr an? Eine Frage mit der sich Verantwortliche in Laufen am Montagabend beschäftigt haben.

Vertreter des Staatlichen Bauamtes Traunstein, der Salzburger Landesregierung, der Stadträte Laufen und Oberndorf sowie der Bürgerintiativen für und gegen eine neue Salzachbrücke bei Triebenbach haben sich am Montagabend mit den Bürgermeistern Hans Feil aus Laufen und Peter Schröder aus Oberndorf an einen Tisch gesetzt. Ziel war der Gedankenaustausch zur diskutierten neuen Salzachbrücke.

"Bereits 1995 hat mein Amtsvorgänger Ludwig Herzog begonnen, an höherer Stelle um eine neue Brücke zu werben", führte Feil zu Beginn des Gesprächskreises aus. "2002 wurde eine Umweltverträglichkeitsanalyse vorgestellt und der Laufener Stadtrat sprach sich einstimmig dafür aus, dass 'eine neue Brücke dringend erforderlich' sei." Für die Variante Triebenbach habe dabei die Salzachrenaturierung gesprochen, so der Laufener Bürgermeister weiter. "Am entstehenden Deich könnte die Zufahrt verlaufen, das wäre der wenigste Eingriff in die Natur."

Den ganzen Überlegungen machte der Bund einen Strich durch die Rechnung. Während die Ortsumfahrung Laufen in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes rutschte, landete eine neue Salzachbrücke im weiteren Bedarf. Das bedeutet für das Staatliche Bauamt Planungsverbot. Also hat die EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein 2007 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die vier Brückenstandorte zwischen Laufen und Freilassing untersuchte. Das Ergebnis: eine weitere Brücke bei Freilassing würde am meisten frequentiert werden. "Damals war aber die Feinstaubproblematik in der Laufener Altstadt noch nicht bekannt", betonte Hans Feil. "Die Grenzwerte werden an mehr als 35 Tagen im Jahr überschritten."

Dass die Entlastung der Stadt Laufen deshalb dringend erforderlich sei, sei für alle politischen Amtsträger offensichtlich. "Und die können wir nur mit einer Brücke erreichen", erklärte der Leiter des Staatlichen Bauamtes Traunstein, Sebald König. "Andere Massnahmen wären nur rumdoktern an Symptömchen." Natürlich müssten auch jetzt bereits Massnahmen ergriffen werden, da es noch Jahre dauern könne bis eine Brücke wirklich gebaut werde, gab auch König zu. "Aber der Bau einer neuen Salzachbrücke ist alternativlos."

Erich Althammer (l.) und Peter Schuster wollen den Bau einer Salzachbrücke bei Triebenbach verhindern.

Das sieht die Bürgerinitiative "Für Lebensqualität im Rupertiwinkel! Nein zur Salzachbrücke Triebenbach!" anders. "Unser Lösungsansatz liegt in Österreich", versuchten Peter Schuster und Erich Althammer die Verantwortlichen aus Salzburg aus der Reserve zu locken. Dort müsse man den Pendlerverkehr anders leiten, dass er nicht über Bayern fahren müsse. "Der Ausbau der B156 ist eines der größten Verkehrsprojekte in Österreich", so die Reaktion von Seiten der Landesregierung. "Mehr können auch wir nicht tun."

Was die Stadt Laufen bereits tut, um die Verkehrssituation in der Schlossstraße zu entspannen, zählte Hans Feil auf: "Wir haben wieder einmal Tempo 30 für die Schlossstraße beim Bund beantragt und hoffen morgen auf einen postiven Bescheid. Mit einer Breiten-Beschränkung für Lkws, einer Tonnagebeschränkung und einer Umweltzone sind wir nicht durchgekommen."

Die Verantwortlichen sind sich einig: "Wir können nicht warten, bis eine neue Brücke was verbessert." Deshalb hat die Stadt Laufen zusammen mit dem Land Salzburg eine Vorstudie in Auftrag gegeben, die drei Brückenstandorte im Bereich Laufen/Oberndorf vergleicht. "Mit einem Ergebnis ist vor Herbst 2011 nicht zu rechnen", gab Bürgermeister Feil einen ungefähren Zeitrahmen vor. Diese Studie sei Grundlage, um für einen Standort Triebenbach zu argumentieren oder eben umdenken zu müssen.

Vielleicht beantwortet diese Studie dann die Frage der Brückengegner, wie sich der Verkehr mit einer neuen Brücken entwicket. Sie sind davon überzeugt, dass eine neue Brücke zusätzlichen Verkehr, vor allem Lkw-Verkehr, mit sich bringt. Bürgermeister Hans Feil versprach, dass die Studie nach Abschluss öffentlich vorgestellt werde und kam so der Forderung nach mehr Transparenz im Verfahren nach.

Christine Zigon

Quelle: BGland24.de

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