Mehr als doppelt so viele müssten aufgenommen werden

Beispiel Petting: Wohin mit den Flüchtlingen?

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Petting - Es gibt jetzt schon kaum eine Stadt oder Gemeinde, der es leicht fällt, genügend Wohnraum für Asylbewerber anzubieten - das verdeutlich das Beispiel Petting, wo eigentlich mehr als doppelt so viele Flüchtlinge als momentan leben sollten.

Jede Gemeinde im Landkreis hat noch eindeutig Nachholbedarf in Sachen Asylbewerber - so viel steht fest: Rund 1400 Flüchtlingen bietet der Landkreis Traunstein derzeit eine neue Heimat, bis zum Jahresende sollen es 2500 sein. Die Lage hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten zusätzlich verschärft: Landrat Walch wurde ursprünglich prognostiziert, dass der Landkreis heuer mit "nur" 1600 Flüchtlingen rechnen müsse.

Was die Unterbringung von Asylbewerbern betrifft gibt es Vorzeigegemeinden im Landkreis, wie den Markt Grassau, wo derzeit 164 Flüchtlinge Flüchtlinge wohnen. Andere Gemeinden haben noch keinen einzige Asylbewerber aufgenommen. In Petting sind es aktuell elf. Die Integration klappt recht gut, sechs von ihnen arbeiten als Ein-Euro-Jobber bei der Gemeinde.

Und trotzdem: Nach der derzeitigen Lage sollte die Gemeinde am Waginger See eigentlich 25 Flüchtlinge beherbergen - aber wo können sie untergebracht werden? Das ist meist die schwierigste Frage für Landkreis und Gemeinden: "Konkrete Überlegungen" forderte Walch jeweils von den Gemeinden mit Nachholbedarf.

"Sind auf Privatleute angewiesen"

Wo anders werden Asylbewerber in alte Wirtshäuser, Hotels oder leerstehende, gemeindeeigene Gebäude untergebracht - doch in Petting steht man mit leeren Händen da: "Wir sind auf Privatleute angewiesen", so Bürgermeister Karl Lanzinger in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Von verschiedenen Räten wurde beispielsweise das alte Gemeindehaus oder eine alte Villa vorgeschlagen - doch vor dem Bezug müssten jeweils noch einige Arbeiten in den Anwesen erledigt werden.

Es muss schnell gehandelt werden, ist man sich in Petting einig. Schon bis zur nächsten Gemeinderatssitzung sollen konkrete Vorschläge auf dem Tisch liegen. Denn eines will man nicht: Verbindliche Zuweisungen an die Gemeinde  etwa in Turnhallen oder andere kommunale Gebäude durch den Landkreis.

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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