Wann endet das "lebensgefährliche Abenteuer"?

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Direkt neben dem Haus von Christine Schinagl schlängelt sich die St2104 durch Neusillersdorf: "Die 50er-Beschränkung hier kann man auch vergessen."

Saaldorf - Bei der Verlegung der St2104 verlief alles nach Plan, doch kurz vor Baubeginn funkte der Naturschutz dazwischen. Die Neusillersdorfer sind sauer - und fürchten um das Leben ihrer Kinder.

"Für Radlfahrer und Kinder ist das lebensgefährlich hier", sagt Christine Schinagl während wieder ein 40-Tonner an ihrem Haus vorbeirauscht. Die Neusillersdorfer sind sauer: "Was lange währt, wird endlich gut", dachten sie, als für Anfang 2015 die Verlegung der Staatsstraße 2104 angekündigt wurde. Doch aus der Verlegung wurde nun doch nichts: Die Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern machte ihnen in letzter Minute einen Strich durch die Rechnung.

Haselmaus und Gelbbauchunke durchkreuzten die Pläne

Schon 2013 sollte die Trasse nach Norden verlegt werden. Grundstücksverhandlungen erwiesen sich damals aber als schwierig. Heuer sollte dann endlich begonnen werden, im Winter fielen bereits erste Bäume für die Umgehung - doch Haselmaus, Gelbbauchunke und mit ihnen die Naturschutzbehörde kamen den Neusillersdorfern zuvor. "Vor drei Wochen hatten wir eine Versammlung, jetzt sammeln wir Unterschriften", so Christine Schinagl: "Seit Jahren wird da herumgestopselt, das kann nicht sein." Bis Ende Mai soll noch gesammelt werden, dann gehen die Unterschriften an Bürgermeister Kern. Er steht, wie große Teile des Gemeinderates, hinter den Anwohnern.

"Vor allem für die Kinder, die mit dem Radl nach Saaldorf in die Schule oder zu den Sportanlagen wollen, wird das zum lebensgefährlichen Abenteuer", schimpft Schinagl. Auch um ihre Tochter macht sie sich Sorgen, obwohl sie zum Bushäuschen nur gut hundert Meter zurücklegen muss. Doch die St2104 bei Neusillersdorf ist eng, kurvig, schwer einsehbar und obendrein weitestgehend kaputtgefahren. Als Hauptverbindung von Freilassing nach Waging herrscht auch dementsprechend viel Verkehr.

"Auch der Mensch sollte schützenswert sein"

Dass die eigentlich bereits abgeschlossene Umweltprüfung nun neu aufgerollt werden soll ist für Christine Schinagl und ihre Mitstreiter nichts anderes als ein "Schildbürgerstreich". In ihrem Schreiben an den Bürgermeister heißt es: "Nicht nur das Tier, auch der Mensch sollte als schützenswert anerkannt sein." Und letztendlich ist es auch für die Autofahrer alles andere als ein Spaß, sich auf der holprigen St2104 durch Neusillersdorf zu kämpfen.

xe

Quelle: BGland24.de

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