Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz

Kindergarten Waldmaus jetzt "wasserdicht"

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Saaldorf-Surheim - Nach dem schrecklichen Hochwasser 2013 bei dem der Kindergarten Waldmaus geflutet wurde, wurden die Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz nun vollendet:

Es waren dramatische Ereignisse, die sich am ersten Juni-Sonntag 2013 in Surheim abspielten: Nach schweren Regenfällen hatte sich von Haberland her eine alte Flutmulde gefüllt und das Kellergeschoß des Kindergartens Waldmaus gänzlich unter Wasser gesetzt. Der damalige Gemeinderat unter Bürgermeister Ludwig Nutz reagierte unverzüglich und beschloss bauliche Maßnahmen, die ein derartiges Schadensereignis künftig ausschließen sollten. Im Beisein von Vertretern der planenden und ausführenden Firmen konnte nun Bürgermeister Bernhard Kern den Abschluss der Baumaßnahmen bekannt geben.

Mit Schrecken erinnert man sich an den Unglücks-Sonntag, den 2. Juni 2013. Nach anhaltenden Regengüssen wurden nicht nur Teile der Nachbarstadt Freilassing völlig überraschend von den Wassermassen überschwemmt, auch der Surheimer Kindergarten Waldmaus stand unter Wasser. Vom Högl her kommend, über das Ainringer und Peracher Moos, suchten sich die Wassermassen ihren Weg nach Haberland und von dort weiter in einer alten Flutmulde, der Haberlander Loh, durch die Radwegunterführung Richtung Kindergarten. Die beiden Abflussrohre, die unter der Gemeindestraße hindurchführen, konnten die Wassermassen nicht mehr aufnehmen und in den Lohgraben ableiten. Es entstand ein Rückstau, der innerhalb kürzester Zeit das Kindergartengelände und die Räume der Kinderkrippe im Kellergeschoß unter Wasser setzte. Um noch weitreichendere Schäden zu verhindern, entschlossen sich die Verantwortlichen in einer Ad-hoc-Aktion die Straße aufzubaggern und so einen Abflussgraben zu schaffen. Trotz aller Dramatik war man sich in den Tagen danach einig, mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein. Nicht auszudenken das Szenarium, wenn das Wasser während der Kindergarten-Betriebszeiten gekommen wäre. Und noch eine Frage wurde in Surheim heftig und kontrovers diskutiert: Wie konnte es sein, dass der Kindergartenbau an dieser Stelle genehmigungsfähig war? Es herrschte aber schließlich doch Konsens darüber, dass mit einem solchen „Jahrtausendereignis“ niemand rechnen konnte.

Einigkeit bei den politisch Verantwortlichen herrschte aber auch darüber, dass bauliche Maßnahmen getroffen werden müssen, um so einen Schadensfall für die Zukunft auszuschließen. Auf der Grundlage eines Gutachtens Von Dr.-Ing. Spannring beschloss im November 2013 der damalige Gemeinderat unter Bürgermeister Ludwig Nutz das Hochwasser-Schutzprojekt in Auftrag zu geben. Erleichtert wurde diese Entscheidung durch die Zusage des Freistaates Bayern auf volle Kostenübernahme. Nach diversen planerischen Vorarbeiten konnte am 20. April diesen Jahres mit der baulichen Umsetzung begonnen werden. Anlässlich der Fertigstellung bedankte sich Bürgermeister Bernhard Kern im Rahmen eines Ortstermins bei den Vertretern der ausführenden Firmen für die gelungene und zügige Umsetzung des Projekts. Bautechniker Michael Helminger vom Ingenieurbüro Richter fasste die Baumaßnahmen in einem kurzen Überblick zusammen. So wurde die Gemeindeverbindungsstraße nach Muckham um 50 Zentimeter abgesenkt, um eine Flutmulde zu schaffen. Die Einläufe der beiden Durchlässe wurden mit einer Sohlpflasterung versehen, um eine mögliche Gefährdung durch Bewuchs zu verhindern. Der Wendeplatz mit zwölf Metern Durchmesser wurde um vier Meter Richtung Norden verschoben, um die Benutzung von Privatgrund am Einlauf der beiden Rohrdurchlässe beseitigen zu können. Im Zuge der Bauarbeiten entstand auch ein Fahrbahnteiler in Form einer Verkehrsinsel, der vor allem die Geschwindigkeit der Fahrzeuge im Kindergartenbereich reduzieren soll. Kernstück des Hochwasserschutzes ist die 40 Meter lange Winkelstützmauer aus Stahlbeton, die im Süden und Westen des Kindergartengeländes verläuft. Durch geschickte Einbindung ins Gelände und Auflockerung mittels Glaselementen wirkt die durchschnittlich eineinhalb Meter aus dem Boden ragende Mauer nicht einmal sehr wuchtig. Die Baukosten würden sich mit rund 120.000 Euro im Rahmen der Kalkulation bewegen, erklärte Michael Helminger abschließend.

Norbert Höhn

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © Norbert Höhn

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