Maßnahmen an der Salzach 

Surheimer Salzachanlieger fürchten um ihren Grund 

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Ortstermin an der Salzach

Saaldorf-Surheim - An der Salzach sind einige Maßnahmen notwendig. Welche auch sinnvoll sind, besprachen nun die Verantwortlichen in einem Informationsgespräch: 

Welche Maßnahmen sind an der Salzach notwendig und sinnvoll? Ein Thema, welches Gemeinde und Grundanliegern gleichermaßen auf den Nägeln brennt. Jetzt sollen endlich den Worten Taten folgen, so das Fazit eines Informationsgesprächs, zu dem Bürgermeister Bernhard Kern den Salzburger Energie- und Wasserbau-Landesrat Dr. Josef Schwaiger, seinen Antheringer Amtskollegen Johann Mühlbacher und Salzachanlieger zum Ortstermin in Reit eingeladen hat. 

3 Intensives Gespräch zur Situation an der Salzach. V.l. Felix Hagenauer, BM Johann Mühlbacher, Anthering, Landesrat Dr. Josef Schwaiger, BM Kern, Johann Hafner

Als profunder Kenner von Salzach und angrenzender Auenlandschaft erläuterte Johann Hafner anhand von Plänen und Aufnahmen seine Sicht der Situation. Das Problem sehe er vor allem in der zunehmenden Eintiefung der Salzach und den damit sinkenden Grundwasserspiegel. Felix Hagenauer ergänzte, dass der niedere Grundwasserspiegel den auentypischen Erlenbestand zum Aussterben verurteile."Da wäre natürlich ein Kraftwerk ein riesiger Vorteil, weil in der trockenen Zeit ein gewisser Wasserstand gehalten werden könnte und bei Hochwasser der Abfluss gut zu steuern wäre", so Hafner. Zum Konzept der "weichen Ufer" befürchtete er, dass die Salzach wegen einer leichten Außenkurve in diesem Bereich vor allem die bayerische Seite bearbeiten und wertvollen Grund abtragen würde. "Uns geht es in erster Linie um den Schutz von privatem Grund", stellte Bürgermeister Kern dazu klar. Hafner sprach schließlich noch die Gefahr einer Verklausung an, sollten bei einem Hochwasser große Bäume weggeschwemmt werden. Bernhard Kern stellte die Frage in den Raum, ob man von einer Anhebung des Grundwasserspiegels auf österreichischer Seite vielleicht nichts hören wolle, "weil Siggerwiesen da ist". Beim Lokal-Augenschein der vom letztjährigen Hochwasser verursachten Uferanbrüche zwischen Flusskilometer 56,4 und 57,4 wies Felix Hagenauer auf ein weiteres Problem hin: "Durch die offenen Böschungen läuft das Grundwasser aus und weicht die Ufer noch zusätzlich auf."

Thema Kraftwerk nur in enger Abstimmung 

„Übliches Laufkraftwerk kaum genehmigungsfähig“ „Ein an diesem Standort geplantes Kraftwerksprojekt sei de facto gestorben … Der Stromertrag stehe hier in keinem Verhältnis zum Eingriff“, so äußerte sich Landesrat Josef Schwaiger anlässlich der Vorstellung des Projekts „Naturpark Salzachauen“ im vorigen Oktober gegenüber der Presse. Auf telefonische Nachfrage der Heimatzeitung präzisierte Schwaiger diese Aussage: „Ein übliches Laufkraftwerk mit entsprechender Stauzone ist nach Prüfung aller Fakten und nach Auskunft aller Dienststellen mit hoher Wahrscheinlichkeit derzeit nicht genehmigungsfähig.“ Ob sogenannte Buchten-Kraftwerke mit Ausleitung möglich seien, wolle man prüfen.

Auf das Thema "Kraftwerk" eingehend stellte Landesrat Josef Schwaiger klar,dass im Rahmen der Regensburger Verträge alle Maßnahmen nur in enger Abstimmung zwischen Bayern und Österreicherfolgen können. Sein zuständiger Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden will, erklärte dazu, dass bei der letzten Kommissions-Sitzung vereinbart worden sei, eine Studie zum Geschiebemanagement in Auftrag zu geben. Das Ergebnis solle noch im Herbst vorliegen. In der Folge sei dann genau zu prüfen, ob die zweite Rampe noch gebraucht würde oder nicht. Zum anderen werde auf österreichischer Seite die Naturflussvariante nochmals genau geprüft und mit Bayern abgesprochen.Weitere Gespräche sollten erst erfolgen, wenn Daten und Fakten vorliegen. Bei der Kraftwerksdebatte spiele auch das Ergebnis der Geschiebe-Studie eine wichtige Rolle, weil sie Aufschluss über die tatsächlich möglichen Fallhöhen und die damit verbundene Wirtschaftlichkeit gebe. Alles Weitere würde dann auf Antrag der Grenzkraftwerke in einem ordentlichen Verfahren abgewickelt.

Abschließend vereinbarten die Gesprächsteilnehmer ein weiteres Treffen Ende Oktober in Anthering, zu dem neben der Landesregierung und den beteiligten Bürgermeistern auch Vertreter der Wasserwirtschaft und des Naturschutzes eingeladen werden sollen.

Norbert Höhn 

Quelle: BGland24.de

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