Schwarz. Rot. Günstig.

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Freilassing - 'Sicher - schnell - bequem' oder 'Schwarz. Rot. Günstig' - seit 200 Jahren gibt es Bahnwerbung, in der Ausstellung "Go easy Go Bahn" sind alle Facetten vertreten.

"Ganz am Anfang, als es die Eisenbahn noch nicht gab, musste ihr Bau erst einmal beworben werden", erklärte Stefan Ebenfeld vom DB Museum Nürnberg die Entwicklung der Bahnwerbung. "Als sie dann da war, kamen die Leute von allein, es gab ja kein anderes vergleichbares Verkehrsmittel." Die eigentliche Bahnwerbung setzte demnach in den 20er Jahren ein, als das Automobil und das Flugzeug aufkamen. "Da musste sich die Eisenbahn behaupten - und das dauert bis heute an", gibt Ebenfeld zu und nutzt ein Zitat aus der Weimarer Republik: "Werbung tut not." - vor allem angesichts der neuen Konkurrenzsituation.

Auf die Frage, ob positive Werbung für die Bahn in den Zeiten von 'Hitze- und Kälte-Problemen' sowie Verspätungen überhaupt noch möglich sei, antwortete der Ersteller des Ausstellungskonzeptes: "Wir brauchen nur normal, unbefangen in Zeitung und Fernsehen zu schauen, um zu merken, dass Marketing und Werbung ein fast nicht mehr wegzudenkender Bestandtteil des Alltags sind - auch in der Geschäftswelt. Da ist die Bahn eben genauso ein Bestandtteil und muss auch Marketing betreiben, um sich zu positionieren und auf dem Markt zu bestehen."

"Go easy Go Bahn"

Bereits in den 20er Jahren wurde dafür die Multimedialität genutzt. Werbung im Rundfunk, Fernsehen und Kinos war keine Seltenheit. Mit dem Verkehrswerbefilm "Hans im Glück" flimmerte Bahnwerbung in Spielfilmlänge über die Kinoleinwände. Im dritten Reich wurde unter ideologischen und propagandistischen Voraussetzungen geworben. In der DDR tauchte ein weiteres Phänomen auf. "Dort warb man für etwas, was selbstverständlich war", so Stefan Ebenfeld. "Das Auto wurde klein gehalten." Deshalb nahm die Auslandswerbung zu. "Touristen, Geschäftsleute und der Güterverkehr sollten durch die DDR fahren, so konnte der Staat Devisen einnehmen."

In 200 Jahren hat sich die reine Werbung zum Marketing entwickelt. Die Entwicklung der Bahnwerbung ist in der Ausstellung "Go easy Go Bahn" von 10. Juni bis 28. August in der Lokwelt Freilassing zu sehen.

Christine Zigon

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © Lokwelt Freilassing

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