Flüchtlingsstrom knackt täglich 2000er-Marke

Salzburg: Übertrittssystem droht zu kollabieren

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Rund 400 Flüchtlinge, darunter viele Familien mit kleinen Kindern, kommen täglich am Asfinag-Gelände in Liefering an - viele von ihnen wollen in Österreich bleiben.

Freilassing - Insgesamt 2.400 Flüchtlinge sind am Dienstag wieder über die österreichisch-bayerische Grenze nach Freilassing gekommen. In Salzburg entsteht derweil ein anderes Problem.

Am Dienstagvormittag befanden sich bereits rund 980 Menschen in der Notunterbringung in Freilassing, Sägewerkstraße, wobei die Weiterleitung von 750 Flüchtlingen am Nachmittag für Entlastung sorgte. Gleichzeitig warteten rund 1.200 Menschen auf Salzburger Gebiet auf ihren Grenzübertritt nach Deutschland. Ein zweiter Sonderzug vom Bahnhof Freilassing für bis zu 560 Personen war für die Nacht auf Mittwoch vorgesehen.

Am Grenzübergang Oberndorf/Laufen wurden auch bis Dienstagnachmittag, wie auch die letzten Tage, keine Grenzübertritte von Flüchtlingen festgestellt.

In Salzburg entsteht mittlerweile ein anderes Problem. Die alte Autobahnmeisterei war immer als Notquartier mit einer Kapazität von ca. 850 Betten für Transitflüchtlinge konzipiert, die nach Deutschland weiterreisen wollen. Trotzdem wird die ABM immer stärker als Übergangsquartier für Asylsuchende genutzt. Am Montagabend waren bereits rund 300 Asylbewerber in diesem Transitquartier untergebracht. Pro Tag kommen rund 50 Personen dazu, die ihren Asylantrag in Österreich stellen, aber noch nicht in einer Grundversorgungsunterkunft Platz finden.

Bürgermeister Heinz Schaden: „Geht dieser Trend so weiter, ist die alte Autobahnmeisterei in ca. zehn Tagen nur mehr mit Leuten im Asylverfahren besetzt und damit wäre unser System für den geordneten Grenzübertritt nicht mehr funktionsfähig.“

Für den Bund ist die ABM bereits ein „informelles Erstaufnahmezentrum“ und die Stadt sei an der aktuellen Situation selbst schuld, weil sie die „Tore“ in der ABM für Leute im Asylverfahren geöffnet hat. Die Alternative wäre aber, dass diese Menschen auf der Straße schlafen müssten.

„Es ist wichtig, dass in der ABM keine Asylansuchenden untergebracht werden. Ich fordere, dass endlich die geplanten Grundversorgungsquartiere im Kobenzl, in der Straniakstrasse, Flussbauhof und das Quartier in der alten „Porsche-Informatik“ mit den versprochenen Kapazitäten in Betrieb gehen. Die Stadt kann nicht allein die großen Herausforderungen im Bereich Flucht und Asyl stemmen.“, so der Bürgermeister weiter.

Landratsamt Berchtesgadener Land/Salzburg

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Rupertiwinkel

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser