Hauptversammlung in Teisendorf

Sparkurs: Kliniken-Defizit um Millionen gedrückt

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Nach der Hauptversammlung in Teisendorf: Landrat des Berchtesgadener Landes Georg Grabner, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern Uwe Gretscher, Traunsteins Landrat Siegfried Walch (von links).

Teisendorf - Raus aus den Schulden! Erstmals seit 2010 konnte das Defizit der Kliniken Südostbayern wieder gedrückt werden - wer trägt die Folgen des Sparkurses?

Es waren fast nur Negativschlagzeilen, die die Kliniken im vergangenen Jahr produzierten: Das Defizit stieg abermals auf 8,8 Millionen Euro, der Vorstandsvorsitzende Stefan Nowack nahm vorzeitig seinen Hut, die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land mussten als Träger jeweils fünf Millionen Euro zuschießen, externe Wirtschaftsprüfer wurden engagiert, um beim Sparen zu helfen. Doch unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Uwe Gretscher scheint sich das Blatt langsam zu wenden.

"Im Wirtschaftsplan voll auf Kurs"

Erstmals seit 2010 konnte das Defizit der Kliniken Südostbayern wieder gedrückt werden: von 8,8 Millionen Euro auf 6,8 Millionen Euro im Jahr 2014. "Und wir gehen fest davon aus, auch in 2015 eine deutliche Ergebnisverbesserung zu erreichen", so Vorstandsvorsitzender Uwe Gretscher nach der Hauptversammlung am Mittwoch in Teisendorf. "Es ist Licht am Ende eines mittlerweile sehr langen Tunnels", so Traunsteins Landrat Siegfried Walch - und auch sein Kollege aus dem Berchtesgadener Land, Georg Grabner, pflichtete ihm bei: "Wir sind im Wirtschaftsplan voll auf Kurs, aber noch nicht im grünen Bereich."

Die Kliniken Südostbayern beschäftigen an ihren sechs Standorten in Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Freilassing, Ruhpolding, Traunstein und Trostberg insgesamt 3732 Mitarbeiter. Über 168.000 Patienten wurden 2014 behandelt, knapp 56.000 davon stationär. Die mit Abstand größte Klinik befindet sich in Traunstein. Dort und in Trostberg werden neue Sterilisationseinheiten angeschafft, die Ambulanz in Trostberg wurde bereits umgebaut, der in Traunstein steht das heuer noch bevor. In Berchtesgaden wurde 2014 der dritte und letzte Bauabschnitt abgeschlossen.

Bessere Zahlen auch dank weniger Personal

Wo wurde der Rotstift angesetzt, um das Defizit um zwei Millionen Euro zu senken? Gretscher nennt zwei Faktoren: "Zum einen sind wir beim Einkauf der Produkte günstiger geworden, zum anderen haben wir die Abläufe synchronisiert", so Gretscher. Heißt im Klartext: Parallel zum Defizit wurde auch die Mitarbeiterzahl nach unten gedrückt. 30 Mitarbeiter sind heuer in den Kliniken weniger beschäftigt, als noch im vergangenen Jahr - in der Verwaltung, der Pflege und der Medizin.

"Wir versuchen, die Mitarbeiter in die Veränderungsprozesse mitzunehmen. Es kann aber sein, dass das der eine oder andere nicht so gut findet", so der neue Vorstandsvorsitzende Gretscher. Dessen Gehalt wurde im Vergleich zu seinem Vorgänger aber dagegen wohl erhöht. Zahlen wollte man nicht nennen, Landrat Grabner bemerkte jedoch, dass es sich um "keine exorbitanten Ausschläge nach oben" handelt.

Walch: Keine Privatisierungen

Wie sieht der Kliniken-Fahrplan für die nächste Zeit aus? Bis 2016 will man im operativen Ergebnis schwarze Zahlen schreiben, bis in etwa drei Jahren will man die Schuldenzone wieder komplett verlassen haben. Gerüchte um eine mögliche Privatisierung mancher Standorte wies Landrat Walch als "Käse" zurück: "Wir wollen unsere Kliniken in kommunaler Trägerschaft halten und müssen fest zusammenstehen, um sie auch wirtschaftlich wieder in die Spur zu bekommen."

xe

Quelle: BGland24.de

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