„Jessas de Freid, so viel Weibaleit“

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Teisendorf - Jahrzehntelang hatten die Teisendorfer Trachtler kein Bauerntheater mehr gespielt. Die Rückkehr dazu wurde aber gleich ein großer Erfolg:

Vor etlichen Jahrzehnten führten die Teisendorfer Trachtler regelmäßig ein Bauerntheater auf. Diese Tradition kam für längere Zeit zum Erliegen. Der Trachtenverein machte es sich in der Zwischenzeit zur Tradition, mit dem Kindern und Jugendlichen zur Weihnachtsfeier ein Krippenspiel aufzuführen. In den letzten Jahren wechselten sich bei den Aufführungen die Kinder und Jugendlichen, die Trachtenfrauen und die Aktiven bei diesen Weihnachtseinaktern ab. Aus der Freude an diesen Einaktern entwickelte sich der Wunsch, es mit einem Dreiakter zu versuchen.

Die Aktiven des Trachtenvereins holten sich mit der Röckifrauenvertreterin Rosi Kern, die in ihrer Zeit als Aktive Trachtlerin bereits Theater spielte, eine engagierte Leiterin der noch unerfahrenen Truppe. Keiner der Spieler hatte sich vorher schon einmal in einem Dreiakter versucht. Rosi Kern nahm diese Herausforderung an und wälzte unzählige Kataloge, sich ein Stück zu suchen, das sie bereits kannte, um besser agieren zu können.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres trafen sie sich das erste Mal, das Stück „Jessas de Freid, so viel Weibaleut“ endgültig auszuwählen und an die Rollenverteilung zu gehen. Mit elf zu besetzenden Rollen war es nicht einfach, dafür den passenden Spieler zu finden. Nur die Rolle des Pfarrers übernahm sofort Hubert Hogger, der bereits in einem Weihnachtsspiel einen Pfarrer zu spielen hatte und sofort wieder die Rolle eines Pfarrers übernehmen wollte. Probten sie anfangs nur einmal pro Woche, entschlossen sie sich schon bald, zweimal die Woche zu proben. Mit dem Fasching kam eine Zeit, in der für die durchwegs jungen Spieler das viele Lernen noch schwerer fiel, denn lernen, lernen hieß die Devise. „Manchmal glaubte ich nicht mehr an den Erfolg und dann überraschten sie mich wieder mit ihrem Lerneifer und ihrer Spielfreude“, so Rosi Kern.

Sie fieberten gemeinsam der ersten Aufführung entgegen, konnten dann die für alle so wichtige Generalprobe nicht durchführen, da der Saal anderweitig besetzt war und gingen mit gehörigem Lampenfieber in den ersten Spieltag. Doch welch ein Schreck: „Der Anruf kam um 16.30 Uhr. Ein Spieler war im Krankenhaus. Gegen 17.30 Uhr der erlösende Anruf: Alles nicht so schlimm, ich bin um 18 Uhr da“. Rosi Kern und den Spielern steht der Schock ins Gesicht geschrieben. Doch es geht alles gut, der Vorhang geht auf und sie spielen Theater, als ob sie schon alte Hasen wären und konnten einen großartigen Erfolg bei den drei ausverkauften Vorstellungen feiern.

Der Pfarrer Korbinian Schmederer, gespielt von Hubert Hogger, seine Schwester Anna Schmederer (Maria Baumgartner), der Gärtnereibesitzer Erich Frühbeis (Franz Haberlander), Tochter von Erich Hilde Moosacher (Veronika Gruber), dessen Ehemann Ludwig Moosacher (Christoph Ehrenlechner), Hauserin von Frühbeis Wally Geier (Regina Mader), Schulfreundin von Erich Gerdi Daller (Eva Haberlander), Erna Aßlinger (Katrin Willberger), Paula Neubrink (Martina Birnbacher), 2. Bürgermeister Günter Müller (Felix Ramstötter) und der Polizist Schorsch (Franz Mader). Die Sufleusen waren Katrin Kettenberger und Veronika Mader. Anna, die Schwester und Köchin des Pfarrers muss für einige Zeit aus gesundheitlichen Gründen ihren Bruder allein lassen. Der verwitwete Gärtnereibesitzer Erich Frühbeis erfährt vom Testament seines Vaters, nachdem er nur mit einem männlichen Nachkommen den ganzen Besitz erben kann, ansonsten aber alles an den Pfarrer geht. Hilde, die einzige Tochter von Erich kann aber keine Kinder mehr bekommen. Zudem wird Erich auch noch sein Lieblingsschwein, die Gerdi, gestohlen. Auf eine Zeitungsanzeige melden sich gleich sechs Bewerberinnen als Haushilfen beim Herrn Pfarrer. Die Bewerberinnen kommen fast gleichzeitig an und es kommt zu einigen Verwirrungen. Eine der Bewerberinnen ist die Jugendliebe von Erich Frühbeis. Eine zweite leidet unter einer starken Sehschwäche und eine Dritte ist eine lebenslustige Zuagroaste. Nachdem die Männer nach einer Wette zur Belustigung aller eine Ehrenrunde in Badehose und Zylinder rund um Teisendorf laufen müssen, findet die Geschichte zu einem für alle guten Ende und Erich Frühbeis heiratet seine Jugendliebe Gerdi und die Pfarrersköchin kehrt von allen sehnlichst erwartet gesund wieder zurück in den Haushalt des Pfarrers.

Roha Fotothek

Quelle: BGland24.de

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