„Am Stadtplatz muss etwas passieren“

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Tittmoning - In Sachen Stadtplatzgestaltung muss gehandelt werden. Das hat der SPD-Ortsverein bei seiner letzten Zusammenkunft herausgestellt:

Das letzte Treffen der Tittmoninger SPD drehte sich nur um Perspektiven der Stadtplatzgestaltung. Nach mehreren Anträgen der Sozialdemokraten zum Thema sei nun endlich auch Bewegung in die anderen Fraktionen gekommen, berichtete Stadtrat Reichenau. Die Versammlung stellte fest, eine echte Perspektive für den Stadtplatz könne es nur mit einer Ortsumfahrung geben.

Ortsvereinsvorsitzender Dirk Reichenau erläuterte noch einmal die vielfältigen Bemühungen seiner Fraktion um eine Verbesserung der chaotischen Parkplatz- und unschönen Verkehrssituation im „Wohnzimmer der Stadt“. So lobenswert es sei, wenn eine private Tittmoninger Initiative aus lauter Verzweiflung über die Unbeweglichkeit der Stadtoberen Bänke spende, um den Stadtplatz aufzuwerten, so sei eine echte Verbesserung der Situation doch nur durch ein kluges Gesamtkonzept herzustellen. Die Aktion zeige aber immerhin, dass man nicht mit allen Schritten immer endlos warten müsse, etwa auf staatliche Zuschüsse zur Stadterneuerung, sondern dass vieles – auch von Seiten der Stadt – durchaus schnell und unbürokratisch in Angriff genommen werden könne, wenn es nicht an Entschlossenheit fehle.

Seit der durch seinen Antrag erwirkten Befassung der Stadtratsklausur im Oktober 2011 mit dem Thema Stadtplatz, so Reichenau, sei einiges in Bewegung geraten. Erste Schritte in Richtung Barrierefreiheit seien nach einem entsprechenden Ratsbeschluss fest geplant, „das ist schon mal ein Fortschritt“. Nun müsse man aber einen Schritt weiter gehen und den Stadtplatz insgesamt aufwerten, indem man etwa bei der Gestaltung des Platzes klar die Bereiche unterscheiden, die einerseits für fließenden oder ruhenden Verkehr und andererseits für die Fußgänger da seien. „Draußen entstehen die Märkte, jetzt muss dringend drinnen was passieren“, warf Josef Wittmann bestätigend ein.

Zur Steigerung der Attraktivität der Altstadt, so berichtete Reichenau weiter, wolle man nun unter Beteiligung des Stadtmarketings die Städtebausanierung neu auflegen. Dazu gehöre zunächst eine Leitbilddiskussion, der Untersuchungen und Diskussionen über Themen wie Parkraumsituation, Beleuchtungskonzept, Sanierungsbedarf, Unternehmenserfassung und Bevölkerungsanalyse zugrundeliegen. Auch der Bereich Tourismus müsse in dieser Phase einbezogen werden, so die Forderung der staatlichen Städtebauförderung. Auf dieser Basis solle dann unter echter Bürgerbeteiligung ein Entwicklungskonzept erarbeitet und vom Stadtrat verabschiedet werden. „Die Leute müssen jetzt Position beziehen!“, rief der SPD- Vorsitzende Anwohner, Vereine und Geschäftsleute auf. „Wir warten jetzt auf die Einladung des Stadtoberhaupts zur angedachten Bürgerbeteiligung, damit eigene Probleme und Anliegen geschildert und Lösungsmöglichkeiten vorgeschlagen werden können, um den Tittmoninger Stadtplatz gemeinsam attraktiv zu gestalten“. Die Vorschläge der SPD lägen schon lange vor.

So fordere man etwa, das wunderschöne architektonische Ensemble nicht länger als „größten ungeordneten Gratis-Dauerparkplatz der Region“ zu missbrauchen. Stattdessen wolle man eine geordnete Parkraumbewirtschaftung mit auch vom ruhenden Verkehr freizuhaltenden ausgewiesenen Flächen rund um die Denkmäler und Baumgruppen. Weiters schlage man die Verbreiterung der Gehwege vor und wolle auch größere zusammenhängende Grünflächen in die Diskussion bringen, damit Fußgänger sich auf dem Stadtplatz wieder wohl fühlen könnten.

„Beim einen Tor rein und beim anderen wieder raus“

Bei der Diskussion war die Runde sich schnell einig: Wann immer man in Tittmoning über den Stadtplatz diskutiert, kommt man am Thema Ortsumfahrung nicht vorbei. Die Barrierefreiheit durch Absenkung der Gehsteige etwa sei ohne Wirkung, wenn ältere Menschen mit Rollator, Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwägen nach wie vor keine Möglichkeit hätten, die Straße sicher zu überqueren. Stadtrat Wolfgang Erler wies darauf hin, dass an eine Geschwindigkeitsbeschränkung oder sichere Querungshilfen für Fußgänger nicht zu denken sei, solange die Straße, die über den Stadtplatz führt, den Rang einer Bundesstraße habe. Dieser verleihe nämlich immer dem Verkehrsfluss Vorrang. Nur eine Herabstufung der Straße durch Umleitung der B 20 auf einer Ortsumfahrung könne Handlungsspielraum innerhalb der Stadtmauern gewähren.

Josef Wittmann erinnerte an zahlreiche Verkehrszählungen in Tittmoning, die bewiesen hätten, dass der allergrößte Teil der Fahrzeuge reiner Durchgangsverkehr sei: „Die fahren beim einen Tor rein und beim andern wieder raus“ – und dieser Verkehr nehme von Jahr zu Jahr zu.

Rosa Maria Multerer erzählte von Erfahrungen aus Grabenstätt, wo die neue Ortsumfahrung nach vielen Jahren endlich zu einer Entlastung und erheblichen Aufwertung des Ortskerns geführt habe. Dirk Reichenau stellte fest, die Pläne für eine solche Umleitung des Durchgangsverkehrs lägen längst in den Schubladen des Straßenbauamts. Die verschiedenen Straßenbaumaßnahmen rund um Tittmoning, so am Kayer Berg oder bei der anstehenden Sanierung der Kreisstraße TS 16, sollten „zusammengefasst werden“, so der SPD- Vorsitzende. „Hierzu muss die Stadt tätig werden und dies auch einfordern!“ Die örtliche SPD jedenfalls will die endlich in Angriff genommene Stadtplatzsanierung ganz klar in Zusammenhang mit der Forderung nach einer Ortsumfahrung stellen und dieses Thema in den kommenden Wochen und Monaten offensiv in die öffentliche Diskussion tragen.

Pressemeldung SPD Tittmoning

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