Verlängerung oder Abkürzung der ersten Schuljahre möglich

Was bringen Flexi-Klassen den Schülern?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Das Kultusministerium wird bis Ende März entscheiden, ob an der Tittmoninger Grundschule eine "Flexi-Klasse" eingeführt wird.

Tittmoning - Nur ein Schuljahr für die ersten beiden Klassen, wer es kann oder drei Jahre, wer es braucht - an der Tittmoninger Grundschule will man den Versuch "Flexi-Klasse" nun wagen.

Das Konzept ist noch relativ jung: Erstmals im Schuljahr 2010/11 wurde in Bayern das Projekt "Flexible Grundschule" erprobt. Die ersten und zweiten Klassen werden nicht getrennt, sondern gemeinsam unterrichtet. Bei einer schnellen Entwicklung des Kindes kann es bereits nach einem Jahr in die dritte Klasse wechseln, aber es können auch drei Jahre für die beiden Klassen in Anspruch genommen werden - das dritte Jahr gilt dann nicht als Wiederholungsjahr.

Vier Prozent der Schüler nutzen das dritte Jahr

Rektor Clemens Gruber stellte dieses Konzept am Dienstag dem Tittmoninger Stadtrat vor. Auch seine Schule will die "Flexi-Klasse" einführen und hat sich nun beim Kultusministerium dafür beworben: "Das wäre uns eine Herzensangelegenheit. Wir mussten in den letzten Jahren öfters Schüler in die dritte Klasse schicken, die dafür eigentlich noch nicht bereit waren." Die Erfahrung zeigt, dass bayernweit vier Prozent der Schüler das dritte Jahr nutzen, wo "Flexi-Klassen" angeboten werden.

Die Regelklassen würden bei diesem Konzept weiter bestehen, die "Flexi-Klasse" würde zusätzlich eingeführt: "Da wird nichts eingespart", versichert Gruber. Die Befürworter der "flexiblen Grundschulen" führen ins Feld, dass die Kinder mehr voneinander lernen - nicht so sehr vom Lehrer - und sich dadurch schneller entwickeln könnten. Kultusminister Spaenle spricht von einem "neuen kind- und entwicklungsgerechten Ansatz".

Kaum Widerstand bei Eltern, Lehrer und Stadträten

Die Einführung in Tittmoning ist nicht ausgemacht, noch hat sich die Grundschule nur dafür beworben - bis Ende März soll eine Entscheidung gefallen sein. 15 bis 24 Schüler hätten in dieser "Flexi-Klasse" Platz, ein zusätzlicher Förderlehrer für acht Stunden wöchentlich würde dann eingestellt: "Wir haben bereits das Einvernehmen von den Eltern und auch vom Lehrerkollegium", so der Rektor. Auch im Stadtrat gab es keine Widersprüche gegen das neue Konzept.

Eine Überschneidung mit den Förderschulen gäbe es nicht, die "Flexi-Klasse" würde nur die Kinder der Regelschule betreffen. Im Landkreis Traunstein wird das Projekt bisher nur in Tacherting erprobt und ist dort sehr gefragt - es zeigt aber auch: "Die Lehrer haben eine Herkulesaufgabe vor sich", so Clemens Gruber.

xe

Zurück zur Übersicht: Tittmoning

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser