Neubau wieder im Hochwassergebiet

Wirklich keine Alternativflächen für den Sportpark?

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Beim Hochwasser 2013 stand der Sportpark, links im Bild, komplett unter Wasser. Dahinter sind die Flächen der Firma Kreuzer und des Pillerfelds zu sehen.

Tittmoning - Trotz Kostenexplosion: Die Planungen für den neuen Sportpark werden konkreter. Doch gab es für den Neubau wirklich wieder nur die gleiche hochwassergefährdete Fläche?

Der Neubau des Tittmoninger Sportparks sollte im Stadtrat nur eine nächste juristische Hürde nehmen, doch wieder wurde über Grundsätzliches debattiert: Beim Hochwasser 2013 soff das Gelände des TSV in den Salzachauen förmlich ab. Schon in der Vergangenheit machte das Vorhaben Schlagzeilen, denn die veranschlagten Kosten stiegen von knapp 3,7 Millionen auf gut 5,7 Millionen Euro. Weil es sich um Hochwasserschäden handelt, wird der Großteil mit Zuschüssen von der Regierung von Oberbayern gefördert - der Eigenanteil der Stadt wurde auf 530.000 Euro gedeckelt. Doch muss der Neubau ausgerechnet wieder an der selben Stelle erfolgen?

Der Sportpark in Tittmoning beim Hochwasser 2013.

"Gibt es denn keine Möglichkeiten aus dem Hochwassergebiet herauszukommen?",  fragte Robert Lex in der Stadtratssitzung am Dienstag. Mehrere Stadträte brachten als mögliche Alternativflächen das Pillerfeld und den Kreuzer-Firmengrund ins Spiel - beide Areale liegen an der B20 und damit auch höher. Die Hochwassergefahr könnte somit gebannt werden.

"Kein Stil" - "Unter aller Kanone"

Oben rechts im Bild der Sportpark, wo er ist und auch wieder gebaut werden soll. In Richtung B20 die debattierten Flächen "Pillerfeld" und die der Firma Kreuzer.

Dass Verhandlungen der Stadt mit Kreuzer bereits 2013 scheiterten, stellte Stadtrat Johann Glück nicht zufrieden: "Ich habe heute erst selber mit ihm geredet. Da wurde zu wenig verhandelt." Bürgermeister Schupfner wollte sich das nicht gefallen lassen: "Das ist kein Stil, wenn hier auf eigene Faust Gespräche mit Grundstückseigentümern geführt werden." Auch sein Stellvertreter Dirk Reichenhau sprang dem Rathauschef bei: "Das im Stadtrat auszubreiten und die Sache nicht dem Bürgermeister zu überlassen ist unter aller Kanone - sonst hör' ich bald auf mit dem Schmarrn!"

"Stimmen beim Bau in diesem Hochwassergebiet die Fachbehörden überhaupt zu?", wollte Robert Lex außerdem wissen. Andreas Bratzdrum von der Bauherrengemeinschaft versicherte, dass das Wasserwirtschaftsamt keine Probleme sieht - doch im Rahmen des nun auf den Weg gebrachten Bebauungsplans würden die Behörden und die Öffentlichkeit ohnehin beteiligt. Mit der Gegenstimme von Robert Lex ist der Entwurf eines Bebauungsplans nun beschlossene Sache, der Sportpark-Neubau hat die nächste Hürde genommen.

xe

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