Feldkirchen und Ainringer Jugend siegten

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Ainring - Eine knappe Angelegenheit war das Aperschnalzen am Sonntag am Ulrichshögl. Die Passe aus Feldkirchen sicherte sich im letzten Moment den Sieg.

Der erwartete Aperschnalzer-Zweikampf in 42. Auflage um die Meisterschaft im Gemeindeschnalzen 2015 zwischen Ainring VI, dem Gewinner der Vorjahre und der auf den entscheidenden Auftritt auf die Minute top-fitten Passe Feldkirchen I führte gemäß der Punktevergabe des Preisrichtergremiums heuer zur Ablöse. Dies auch sehr zur Freude vom zweiten Bürgermeister Gerhard Kern, der aktiv in der Feldkirchner Passe IV schnalzt. Immerhin sorgte die Ainringer Jugend – allerdings mit hauchdünnem Vorsprung vor Feldkirchen – dass zumindest die Jugend-Wandergoaßl für ein weiteres Jahr im Besitz des Schnalzerverens Ainring blieb.

Fotos: Gemeindeschnalzen 2015 in Ulrichshögl

Eine beifallfreudige Kulisse von 600 Zuschauern erlebte vergangenen Sonntag bei dem turnusgemäß von den Ulrichshögler Schnalzern mustergültig ausgerichtetem Brauchtums-Wettbewerb auf der Schnalzerwiese beim Bliem-Anwesen einen engagierten Auftritt von insgesamt 28 Passen. Angenehme Wetterbedingungen begünstigten den Ablauf des knalligen Ereignisses, kilometerweit hörbar bis zu den österreichischen Grenznachbarn.

Noch eine Stunde vor dem offiziellen Beginn nutzten die Goaßlschwinger die Zeit zum Training. Nach der Auslosung der Reihenfolge der auftretenden Passen begrüßte pünktlich Ulrichhögls Schnalzervorstand Ulrich Wimmer die Akteure und Besucher, die sich rund um die gefahrlos von einem Trassierband abgesperrte Schnalzerarena im gebührenden Abstand postiert hatten. Wimmer entbot unter anderem einen Willkommensgruß auch an Ehrengast Bernhard Kern, Vorstand der Schnalzervereinigung Rupertiwinkel. Wie es der Brauch ist, gab er nach dem offiziellen Auftritt aller Passen, das Startzeichen zum traditionellen „Durcheinanderschnalzen“.

Bevor es aber soweit war, wünschte Bürgermeister Hans Eschlberger, zugleich Schirmherr der Traditions-Veranstaltung, auf der höchstgelegenen Schnalzerwiese der Region einen guten Verlauf und für alle den verdienten gewünschten Erfolg. Die Gemeinde Ainring sei und bleibe eine Schnalzer-Hochburg, betonte er. Einen ganz besonderen Dank galt den beteiligten Schnalzervereinen, auch weil sie sich intensiv für die Förderung des Nachwuchses einsetzen, was zahlenmäßig mit zwölf Jugendpassen und über 100 jugendlichen Schnalzern bestens dokumentiert werde.

Die Jugend, darunter sechsjährige Zwergerl, die schnell die Herzen der Besucher eroberten, begannen den Wettbewerb. Die unter Obmann Peter Edfelder tätige und bestens geschulte Preisrichtercrew, welche hinter verhängten Fenstern im Bliem-Anwesen natürlich der Blick auf das Geschehen versperrt blieb, verrichtete feinfühlige „Gehör“-Schwerstarbeit, denn es galt zwei Durchgänge sowie einen Pasch, jeweils getrennt, zu bewerten. Tätig waren am Benotungstisch die Preisrichter Reinhard Dusch, Hans Auer, Hias Hinterstoißer, Herbert Galler, Hans Althammer, Stefan Prantler und Ludwig Wetzelsberger, deren Punkte von Auswerter Franz Butzhammer im Computer abgespeichert für die Ergebnisliste und zur Beurkundung ausgedruckt wurden. Außerdem nahm Butzhammer das Schnalzen auch akustisch auf für das Internet, abzuhören und die Platzierung abzulesen unter www.gauverband1.de.

Nachdem alle Jugendschnalzer ihren Wettstreit beendeten, hatten die Ulrichshögler Gastgeber die Ehre, vor den Auftritt der noch zu erwartenden 16 Allgemein-Passen mit ihrer Mannschaft, angeführt von der „Aufdraherin“ Andrea Bliem einen Probedurchlauf zu starten. Danach ging es im wahrsten Sinne des Wortes „schwungvoll“ weiter und alle Aperschnalzer – zumeist jeweils auf neun gekennzeichneten Sägemehlkreise - hängten sich mächtig ins Zeug. Schneidige Burschen und erstaunlich viele goaßlschwingende fesche Madeln, allesamt zumeist in bodenständiger Tracht, brachten mit viel Herzblut und Freude den Brauch des Aperschnalzens imposant zum Ausdruck. Auch wollte man gerüstet sein für das bevorstehende große grenzüberschreitende Rupertigau-Preisschnalzen am Sonntag, den 8. Februar in Schönram.

Es lohnte sich bis zum Ende der Gemeindemeisterschaft auszuharren, denn die Passe Feldkirchen I hatte das Los für den allerletzten Auftritt gezogen. Wie 27 mal vorher auch, ertönte das Kommando „Heits gschickt, aufdraht, oane, zwo, drei, dahigehts“ – und dann musste der Takt in seiner rhythmischen Folge stimmen – und da setzten die Feldkirchner das Sahnehäubchen drauf, wobei der zweite Durchgang noch exakter funktionierte als schon der vorherige. 192 Punkte sollten der Lohn sein mit am Ende stolze sieben Punkte Vorsprung vor dem Titelverteidiger Ainring VI. Nach den Ensembles aus Feldkirchen, Ainring und Perach reihte sich ab Platz elf schließlich die gastgebenden Ulrichshögler ein, immerhin noch vor Bicheln und Thundorf.

Bei der von der Musikkapelle Ainring umrahmten Siegerehrung bebte der Veranstaltungssaal der Reiter Alm in seinen Festen. Im euphorischen Jubelsturm nahmen die Feldkirchner die Wandergoaßl vom Schirmherrn Bürgermeister Hans Eschlberger in Empfang. Der Titelverteidiger, der diesmal auf Platz zwei landete, musste die bessere Leistung der Mannen um Feldkirchens „Aufdraher“ Wolfgang Öllerer lobend anerkennen. War hier also der Entscheid mit 192 zu 183 Punkten eine klare Sache, so haderte die Feldkirchner Jugend etwas mit ihrem zweiten Rang, denn ihnen fehlte heuer in der Endabrechnung aus ebenfalls zwei gewertete Durchgänge nur ein winziger halbe Punkt um in die Phalanx der Ainringer Siegesserie einzudringen.

Zu Paschsiegern (knallender Gleichklang) avancierte Ainring III (87 Punkte) bei den „Allgemeinen“ vor Perach II (85), sowie bei der Jugend ebenfalls in einem Kopf-an-Kopf-Rennen Ainring I (80 Punkte) vor Feldkirchen I (77).

Vor der Übergabe der Preise – Wandergoaßln für die Erstplatzierten, Speck und Brotlaib für alle Passen, Fassl Bier für die Paschsieger Allgemeine und Riesenbreze für Paschsieger Jugend – hatte Ulrichshögls Schnalzervorstand Ulrich Wimmer eine lange Dankesliste parat, wobei er vor allem auch alle seine Mithelfer für eine reibungsloses Gelingen ebenso lobend erwähnte wie Esa Ranta und dessen Reiter-Alm-Team sowie die Familie Mathias und Agnes Bliem, in deren Anwesen das Preisrichtergremium untergebracht war. Bürgermeister Hans Eschlberger und Ulrich Wimmer führten gemeinsam die Preisverteilung durch, wobei aus Gründen erhaltender Spannung das Klassement von hinten aufgelistet wurde.

Die Ergebnisse

Allgemeine Passen:

Platz Mannschaft Punkte (Paschpunkte/Platz)
1. Feldkirchen I 192,0 (80/4.)
2. Ainring VI 183,0 (77/5.)
3. Ainring IV 177,0 (81/3.)
4. Ainring V 176,5 (76/6.)
5. Perach II 175,5 (85/2.)
6. Ainring III 167,5 (87/1.)
7. Perach III 161,5 (65/12.)
8. Ainring I 154,5 (75/7.)
9. Feldkirchen IV 150,5 (67/11.)
10. Feldkirchen III 140,5 (69/8.)
11. Ulrichshögl 138,5 (68/10.)
12. Bicheln 132,5 (69/9.)
13. Perach I 124,0 (53/13.)
14. Thundorf 98,0 (49/14.)
15. Perach IV 66,0 (35/16.)
16. Feldkirchen II 60,0 (49/15.)

Jugendpassen:

Platz Mannschaft Punkte (Paschpunkte/Platz)
1. Ainring I 156,0 (80/1.)
2. Feldkirchen I 155,5 (77/2.)
3. Feldkirchen II 119,0 (60/4.)
4. Ulrichshögl 95,0 (56/6.)
5. Ainring II 90,0 (63/3.)
6. Thundorf I 89,0 (59/5.)
7. Feldkirchen III 65,5 (54/7.)
8. Perach I 47,0 (22/10.)
9. Thundorf II 42 (30/8.)
10. Feldkirchen IV 34,5 (24/9.)
11. Ainring III 34,0 (20/11.)
12. Thundorf III 14,0 (6/12.)

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Quelle: BGland24.de

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