Geothermie: Der Boden steht wieder still

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Traunstein - Der Boden im Landkreis steht wieder still: Die Seismik-Untersuchungen sind abgeschlossen. Wie es jetzt mit dem Geothermie-Projekt weitergeht:

Die zur Chieminger EHG-Gruppe gehörende Geothermie Traunstein Projekt GmbH hat die 3D-Seismik-Untersuchungen in und um Traunstein erfolgreich abgeschlossen. Seit Mitte April war ein über 60 Personen starker seismischer Messtrupp auf dem knapp 75 Quadratmeter großen Aufsuchungsfeld unterwegs, um durch das innovative Verfahren der Vibrationsseismik Erkenntnisse über den Untergrund zu gewinnen.

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Nach dem Abschluss der Untersuchungen werden nun die letzten verbliebenen Markierungen und Messgeräte entfernt. Mit Hilfe der durch die Seismikkampagne gewonnenen Daten kann sich die Geothermie Traunstein Projekt GmbH ein Bild von der Beschaffenheit des Untergrundes machen und so die gesuchten Heißwasservorkommen lokalisieren, die in einem geplanten emissionsfreien Geothermiekraftwerk ab 2015 zur umweltfreundlichen Strom- und Wärmegewinnung genutzt werden sollen.

Vibrationsfahrzeug in Nußdorf vorgestellt

„Der nächste Schritt zur Realisierung des neuen Kraftwerks sind Explorationsbohrungen, durch die das heiße Wasser im Untergrund erschlossen und mit Pumptests auf seine Leistungsfähigkeit überprüft wird“, erklärt Thomas Engmann, Geschäftsführer der Geothermie Traunstein Projekt GmbH. Bevor mit dieser Bohrung begonnen werden kann, müssen die gesammelten Daten ausgewertet und ein dreidimensionales geologisches Modell der wasserführenden Zielschicht erstellt werden. „Wir gehen davon aus, dass wir noch Ende des Jahres mit dem Bohren beginnen können“, ist Engmann überzeugt.

Detailliertes Bild durch hohen Überdeckungsgrad

Die Auswertungen und die geologische Interpretation der Daten werden bis zu vier Monate dauern. Gewonnen wurden die Daten mittels Vibrationsseismik: Bei diesem Verfahren senden Vibrationsfahrzeuge Wellen in den Untergrund, die von den einzelnen Gesteinsschichten unterschiedlich reflektiert werden. An der Oberfläche zeichnen hochempfindliche Sensoren die Reflexionen auf.

Zur Auswertung der Daten wird das gesamte Aufsuchungsfeld nun in 25 x 25 Meter kleine Einheiten unterteilt und so sukzessive ein dreidimensionales Bild der wasserführenden Malmschicht erstellt, die in Traunstein in knapp 4.800 bis 5.900 Metern Tiefe liegt. „Dieses Bild ist qualitativ umso hochwertiger, je mehr aufgefangene Reflexionen sich an den jeweiligen Stellen überlagern“, erklärt Geophysiker Dr. Andreas Schuck, der die Untersuchungen überwacht hat. Bei der Seismikkampagne in Traunstein wurde eine 60- bis 70-fache Überdeckung der Signale erreicht. „Dieser Wert ist hervorragend und lässt auf ein sehr gutes und detailliertes Bild des Untergrundes hoffen“, schildert Dr. Schuck.

IPS weiterhin vor Ort

Während die Vibrationsfahrzeuge abrücken und die Messgeräte entfernt werden, sind die Mitarbeiter des Partnerunternehmens IPS auch weiterhin vor Ort im Einsatz: Auch nach dem Ende der Seismik-Kampagne können sich Bürger bei Fragen unter der Telefonnummer 0172/413 22 63 oder per Mail an traunstein@ips-celle.de an sie wenden.

Pressemitteilung Geothermie Traunstein Projekt GmbH

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