An der Raststätte Hochfelln:

Super statt Diesel: Was für ein teurer "Spaß"

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Bergen - Super statt Diesel im Tank - was nun? Vor dieser Frage standen ein Bulgare und ein Italiener an der Raststätte Hochfelln. Mit ihrer Entscheidung sorgten sie für eine Menge Ärger:

Am Donnerstag Nachmittag tankte ein in Frankreich wohnhafter Bulgare an der Raststätte Hochfelln seinen VW Touran mit Super voll, obwohl dieser lediglich mit Diesel zu tanken gewesen wäre. Er bemerkte dies beim Bezahlen an der Kasse der Tankstelle. Hierauf wurden vom Tankpersonal mehrere Abschleppfirmen angerufen und um eine grobe Kostenschätzung gebeten. Da dies dem Fahrer jedoch zu teuer war, lehnte er alle Angebote ab. Eine herbeigerufene Streife der Verkehrspolizei versuchte nochmals einen Kostenvoranschlag für den Herrn einzuholen. Aber auch dieser Kostenvoranschlag war dem Bulgaren zu hoch und er wollte sich selbst um die Reparatur kümmern.

Gegen 17.55 Uhr wurde die Verkehrspolizei Traunstein verständigt, dass eine Person an der Rastanlage Benzin in die Kanalisation kippe. Es wurde zwei Männer festgestellt, die Benzin aus einem Fahrzeug mit einem Schlauch abzapften und dieses dann in die Kanalisation schütteten. Der bulgarische Fahrer wurde dann vor Ort vorläufig festgenommen und zur Verkehrspolizei Traunstein gebracht. Bei der Tank- und Rastanlage Hochfelln-Süd musste ein Rauchverbot in der Nähe der Kanalisation ausgesprochen werden, da sich die Dämpfe des Benzin-Diesel-Gemisches dort verbreiteten. Die zuständige Autobahnmeisterei wurde umgehend verständigt und reinigte unter großem Aufwand die Kanalisation.

Der zweite Mann, der dem Bulgaren "geholfen" hatte, fuhr inzwischen mit seinem Wohnmobil in Richtung Salzburg. Dieser konnte jedoch noch an der Ausfahrt Siegsdorf angehalten werden. Da der Fahrer, ein 24-jähriger Italiener, unter Einfluss von Kokain und Marihuana stand, wurde bei ihm eine Blutentnahme angeordnet. Die Weiterfahrt wurde unterbunden und er musste für die Drogenfahrt einige hundert Euro Sicherheit hinterlegen.

Ermittlungen am Freitagvormittag haben ergeben, dass der Italiener dem Bulgaren den Schlauch zum Ablassen des Benzin-Diesel-Gemisches gab und auch er dieses Gemisch in die Kanalisation schüttete. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Traunstein mussten beide Personen jeweils mehrere hundert Euro Sicherheit hinterlegen. Es wurde gegen jeden ein Strafverfahren wegen eines Umweltdeliktes eingeleitet.

Desweiteren kommt auf beide noch eine höhere Rechnung für die Reinigung der Kanalisation zu, da vermutlich keine Versicherung für den Schaden zahlt. Nach der Anzeigenaufnahme musste der Bulgare dann sein Fahrzeug doch von einer Abschleppfirma holen lassen, da sich noch immer ein Benzin-Diesel-Gemisch im Tank befand und er dieses ordnungsgemäß entsorgen musste.

Pressemeldung Verkehrspolizei Traunstein

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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