Traunsteiner Christkindlmarkt

"Man muss eine Gemeinschaft finden"

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Manfred Bulka, Leiter des Ordnungsamts, auf dem Traunsteiner Christkindlmarkt.

Traunstein - 2014 feiert der Christkindlmarkt sein 40-jähriges Bestehen. Damals wie heute kämpfen die Organisatoren mit denselben Herausforderungen.

Beinahe 40 Jahre gibt es ihn schon, den Traunsteiner Christkindlmarkt. 2014 steht das große Jubiläum an, die Stadt arbeitet schon jetzt an einem Konzept, das den Christkindlmarkt zu einem noch schöneren Erlebnis machen soll. Am Mittwoch trafen sich Vertreter der Stadt sogar mit einem kritischen chiemgau24-Leser, um über mögliche Verbesserungen zu sprechen - und zugleich einen Blick zurück zu werfen auf die Veränderungen in der Vergangenheit.

Der Christkindlmarkt wanderte über den Stadtplatz

Wie Manfred Bulka, Leiter des Ordnungsamts der Stadt und seit vielen Jahren federführend in die Organisation des Christkindlmarkts eingebunden, erzählte, hat sich der Traunsteiner Christkindlmarkt selbst über all die Jahre gar nicht einmal so sehr verändert - der Standort ist aber ein anderer. Früher zog sich der Christkindlmarkt von der Schaumburger Straße aus hin zur Mitte des Stadtplatzes. In der Mitte selbst, wo der Christkindlmarkt heute seinen Platz hat, war früher ein Grünbereich. Als der Stadtplatz um die Jahrtausendwende zu einer Fußgängerzone umgestaltet wurde, wanderte der Christkindlmarkt ins Zentrum des Stadtplatzes.

"Der Christkindlmarkt ist seitdem um zehn Hütten größer geworden", erklärte der Leiter des Ordnungsamts. Eine zusätzliche Erweiterung sei jedoch schwer. Weil auf dem Stadtplatz auch im Advent andere Märkte stattfinden, samstags etwa der Wochenmarkt, kann der Christkindlmarkt nicht den gesamten Stadtplatz belegen.

"Christkindlmärkte sind Kommunikationsflächen"

Viele Herausforderungen sind für die Organisatoren des Christkindlmarkts über all die Jahre gleich geblieben. "Um verschiedene Interessen zwischen Kunsthandwerk und Essen und Trinken unter einen Hut zu bringen, ist ein gutes Beschickersystem nötig", erläuterte Bulka. "Man muss eine richtige Gemeinschaft finden." Eine richtige Gemeinschaft - dazu hat sich der Christkindlmarkt in den Augen Bulkas über Jahrzehnte entwickelt. "Das ist gut gelungen, manche sind 20, 25 Jahre da", so Bulka. Viele Stände würden sogar schon in der zweiten Generation von derselben Familie geführt.

Gemeinschaftssinn, davon ist Bulka überzeugt, ist auch für die Besucher des Christkindlmarkts wichtig. Unheimlich viele Schüler und Angestellte würden regelmäßig auf dem Christkindlmarkt zusammenkommen. "Christkindlmärkte sind Kommunikationsflächen", findet der Leiter des Ordnungsamts. In einer Stadt wie Traunstein sei dies viel wichtiger als auf dem Land, wo die Menschen den Christkindlmarkt eher wegen des Warenangebots besuchten.

300 Anfragen für einen Glasbläser

Eben jenes Warenangebot bunt zu halten, wird für die Organisatoren immer schwieriger. Christbaumkugel gibt es heutzutage im Baumarkt und Lebkuchen steht schon ab September in den Supermarktregalen. Wenn ein Fierant in Traunstein aussteigt, findet Bulka inzwischen nur noch schwer Ersatz. Auf der Suche nach einem Glasbläser habe er 250 oder 300 Anfragen verschickt, erzählte der Ordnungsamts-Chef. Zurück kamen nur 15 Antworten, allesamt Absagen.

Früher musste Traunstein im Werben um die besten Fieranten nur mit wenigen Christkindlmärkten konkurrieren. "Früher war es leichter, sogar Bad Tölz hatte keinen Christkindlmarkt. Sie kamen zu uns und haben es bei uns abgeschaut", erinnerte sich Bulka. Einzig in Rosenheim und Salzburg gab es in den Anfangsjahren ebenfalls einen Christkindlmarkt. "Die Konkurrenz ist natürlich jetzt in der Fläche."

"Das ist alles ein Draufzahler-Geschäft"

Um sich gegen die große Konkurrenz durchzusetzen, ist nicht zuletzt auch das Budget entscheidend. "Man braucht das Geld dazu", so Bulka, der, keinen Hehl daraus macht, dass andere Christkindlmärkte weit mehr Geld zu Verfügung haben. Gewinn mache allerdings keiner. "Das ist alles ein Draufzahler-Geschäft, das trägt sich nie." Der Stadtrat müsse sagen, "ist es uns das wert?".

Dass der Traunsteiner Christkindlmarkt es den politisch Verantwortlichen wert ist, steht wohl außer Zweifel. Schon jetzt arbeiten Oberbürgermeister, Stadträte und Ordnungsamt in einer Arbeitsgruppe am Konzept für den Christkindlmarkt 2014. Auch Bulka wird wieder hart arbeiten, um so viele Ideen wie möglich in die Tat umzusetzen - auch wenn das bedeutet, dass er ab und an für einen einzigen Fieranten hunderte Anfragen verschicken muss.

Impressionen vom Traunsteiner Christkindlmarkt:

Bläserkonzert auf dem Christkindlmarkt

CKM am Montag

Der Christkindlmarkt am dritten Adventssonntag

Auftritt des Jugendhauses OASE auf dem Christkindlmarkt

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