Tafel unterstützt 300 bedürftige Mitbürger

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Als „gute Seele der Traunsteiner Tafel“ wurde Marlene Schader in der Jahreshauptversammlung geehrt. Für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz erhielt die 80-Jährige einen Blumenstrauß, den Vorsitzende Andrea Schulz überreichte.

Traunstein - Die Zahl der Bedürftigen hat sich seit der Gründung 1996 fast verzehnfacht. Aber dank 40 ehrenamtlicher Helfer kann die Tafel 300 bedürftige Mitbürger unterstützen.

Immer mehr Menschen in Traunstein haben nicht genug Geld, um im Supermarkt Lebensmittel einzukaufen. Für sie gibt es die Traunsteiner Tafel, die seit 1996 überschüssige Lebensmittel an Arme, Alte, Alleinerziehende und Arbeitslose verteilt. „Die Zahl der Bedürftigen, die auf unsere Arbeit angewiesen ist, hat sich bis heute fast verzehnfacht. Woche für Woche kommen bis zu 300 Berechtigte zur Lebensmittelausgabe“, berichtete die Vorsitzende Andrea Schulz in der Jahresversammlung für Mitglieder und Helfer im Pfarrheim St. Oswald.

Fast vollzählig anwesend waren die ehrenamtlichen Helfer, die mehrmals pro Woche überschüssige Lebensmittel in Supermärkten und Geschäften abholen und die Lebensmittelausgabe organisieren. Mit der Zahl der Bedürftigen sind seit der Gründung der Traunsteiner Tafel auch die rechtlichen und logistischen Anforderungen gewachsen, weshalb vor einem Jahr die Umwandlung in einen eigenständigen Verein beschlossen wurde. Mitglied ist neben der Pfarrei St. Oswald, der evangelischen Kirchengemeinde und der Diakonie auch die Stadt Traunstein, die für alle Gründungsmitglieder im ersten Jahr die Beiträge bezahlt hat, um eine kleine Anschubfinanzierung zu leisten.

Wie Schriftführerin Sabine Fischer berichtete, wurden seit der Vereinsgründung sieben Vorstandsitzungen abgehalten, um die Aktionen der Traunsteiner Tafel abzustimmen und formale Angelegenheiten zu regeln. Unter anderem erhielt der Verein ein neues Logo, einen Briefkopf und seit wenigen Tagen wirbt die Traunsteiner Tafel öffentlich mit einem Faltblatt und einer neuen Internetseite um die Unterstützung der Traunsteiner Bürger. Von den Vorstandsmitgliedern wurden vor allem Kontakte zu Behörden, Schulen und Sozialverbänden wie der Arbeiterwohlfahrt und dem Kinderschutzbund gepflegt. Vertreten war die Traunsteiner Tafel auch am „Runden sozialen Tisch“ der Stadt Traunstein, an dem mehrmals im Jahr die Vertreter der sozialen Einrichtungen zum Meinungsaustausch zusammen kommen. Für die ehrenamtlichen Helfer organisierte die Traunsteiner Tafel regelmäßige Treffen, ein Sommerfest und eine Hygienebelehrung durch das Gesundheitsamt Traunstein.

Jeden Freitag veranstaltet die Traunsteiner Tafel in den Räumen der Pfarrei St. Oswald die Lebensmittelausgabe, am Montag und Mittwoch gibt es darüber hinaus einen Grünmarkt vor der evangelischen Auferstehungskirche. Abgeholt und verteilt werden die Lebensmittel von 40 ehrenamtlichen Helfern. Einen Berechtigungsschein besitzen rund 115 Familien bzw. 300 Personen, darunter 90 Kinder.

Im Kassenbericht von Jens Diedrich wurde deutlich, dass es sich bei der Traunsteiner Tafel nicht nur nach außen hin um ein ökumenisches Projekt handelt, sondern die beiden großen christlichen Kirchen auch finanziell ihren Beitrag dazu leisten, dass der Verein seine Aufgabe erfüllen kann. Die Pfarrei St. Oswald stellt in ihrem Pfarrheim kostenlos die Räume für die Lebensmittelausgabe zur Verfügung. Mitarbeiter des Diakonischen Werkes stellen die Berechtigungsscheine an bedürftige Mitarbeiter aus und koordinieren die Abholung der Lebensmittel, ohne ihre Arbeitszeit in Rechnung zu stellen. Eine einwandfreie Kassenführung bescheinigten die beiden Kassenprüfer Gerhard Bezzel und Johannes Reichelt, so dass der einstimmigen Entlastung des Vereinsvorstands durch die Versammlung nichts im Wege stand.

Vorsitzende Andrea Schulz dankte den Mitgliedern für das Vertrauen und ergänzte den Tätigkeitsbericht noch um die Mitteilung, dass in nächster Zeit eine Entscheidung über ein neues Fahrzeug getroffen werden müsse, da der alte Kleinbus der Traunsteiner Tafel schon weit mehr als 200.000 Kilometer auf dem Tacho hat. Einen Dank richtete die Vorsitzende an die Traunsteiner Bürger, die mit Spenden die Arbeit der Tafel unterstützen. Da der Verein keine eigenen Einnahmequellen hat, ist er auch weiter aus Spenden angewiesen, um Traunsteiner Bürger in sozialen Notlagen zu helfen. Wer dazu einen Beitrag leisten möchte, kann seine Spende auf das Konto 89 327 94 bei der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost, BLZ 710 900 00, überweisen.

Einen Blumenstrauß überreichten die Vorsitzende Andrea Schulz und die 2. Vorsitzende Waltraud Wiesholer-Niederlöhner an die „gute Seele“ der Traunsteiner Tafel, Marlene Schader, die sich seit Anfang an in der Tafel engagiert und die vor kurzem ihren 80. Geburtstag feierte.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke, der als Vertreter der Stadt Traunstein auch Mitglied im Vorstand der Tafel ist, würdigte in seinem Grußwort insbesondere den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer: „Ihre unermüdliche Arbeit ist eine große Hilfe für viele Menschen in unserer Stadt.“ Darüber hinaus dankte das Stadtoberhaupt allen Spendern und Förderern, ohne deren Unterstützung eine Einrichtung wie die Traunsteiner Tafeln nicht existieren könnte: Supermärkte und Discounter, Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien, Metzgereien und viele andere mehr stellen die Waren für die Lebensmittelausgabe kostenlos zur Verfügung. Wie groß die Spendenbereitschaft der Betriebe ist, wird daran deutlich, dass die Traunsteiner Tafel einen eigenen Kleinbus mit Kühlanhänger benötigt, um nahezu täglich die zahlreichen Lebensmittel abzuholen.

Auch Stadtpfarrer Sebastian Heindl brachte seine Dankbarkeit für den Einsatz der Traunsteiner Tafel zum Ausdruck. Mit dem Wort „Tafel“ werden eine ganz besondere Esskultur im Sinne von „miteinander gut essen“ bezeichnet. In einer weitern Bedeutung stehe die Tafel beim Abendmahl für einen Grundpfeiler der abendländischen Kultur. Heindl sagte weiter: „In der Mitte der Tafel steht der Brotkorb – und das ist auch unser christlicher Anspruch: Brot für alle!“

Pressemeldung Stadt Traunstein

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