Erster Milchbauernprotest nach Weihnachtspause

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Die BN-Kreisvorsitzende Beate Rutkowski am Mikrofon bei der Abschlusskundgebung zur Milchdemo in Traunstein mit Leonhard Straßer, Albert Aschauer und Josef Hubert (von rechts).

Traunstein - Rund 80 Teilnehmer zählte der erste Milchbauernprotest nach der Weihnachtspause des Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) im Landkreis Traunstein.

Die erste Milchbauerndemo nach der Weihnachtspause hatten vom Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) Kreis Traunstein Leonhard Straßer, die Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz Traunstein (BN), Beate Rutkowski, sowie Pfarrer im Ruhestand Siegfried Fleiner organisiert. Nach Straßers Worten sollten so auch Verbündete außerhalb der Landwirtschaft mobilisiert werden. Der Demonstrationszug der rund 80 Teilnehmer führte vom Bahnhof über die Crailsheimstraße zum Stadtplatz, wo die Schlusskundgebung abgehalten wurde.

Der BN stehe eindeutig hinter dem Protest der Milchbauern gegen die "ruinöse Milchpolitik", betonte Rutkowski. Wenn die Landwirte in Bayern nicht mehr kostendeckend wirtschaften könnten, verliere der Naturschutz einen wichtigen Partner, nämlich den Bauern. Würden die Landwirte in den Ruin getrieben, seien alle durch den Verlust von Arbeitsplätzen, der Wirtschaftsstruktur im ländlichen Raum, der regionalen Lebensmittelversorgung, des Landschaftsbildes mit den Almen und der reich strukturierten Kulturlandschaft bedroht.

Wer, fragte Rutkowski, sollte die Wiesen, Feuchtflächen, Streuobstwiesen und Bauernwälder pflegen und die dörfliche Kultur erhalten, wenn die Bäuerinnen und Bauern gezwungen werden, ihre Betriebe aufzugeben und sich eine anderen Arbeitsplatz zu suchen.

Aus der Sicht der BN- Kreisvorsitzenden müssen der Naturschutz und die Landwirtschaft noch enger zusammenarbeiten: "Die Ausbeutung der Bäuerinnen und Bauern bedeutet eine Ausbeutung unserer Lebens- und Nahrungsgrundlage." Die heimischen Landwirte seien keine Ramschproduzenten, die den Lebensmittelkonzernen die Gewinne erwirtschafteten.

Ebenso sieht Rutkowski in den Bauern einen wichtigen Partner im Kampf gegen die Gentechnik in der Landwirtschaft. Immer mehr verarbeitende Betriebe in der Region würden die Leistungen der Bauern gegen die Agro-Gentechnik anerkennen und auch den Wünschen der Verbraucher nach gentechnikfreien Lebensmittel nachkommen. Als Beispiel nannte sie die Bäckerinnung Traunstein, etliche Metzgereien in der Region sowie eine große Molkerei, die demnächst gentechnikfrei gekennzeichnete Produkte vertreiben werde. "Als Umweltschützer müssen wir bereit sein, gerechte Preise für hochwertige Milchprodukte aus unserer Region zu zahlen", meinte die BN-Kreisvorsitzende und bezog sich dabei auf die "faire Milch".

Im Neuen Testament gehe es besonders in der Fastenzeit um das Umdenken, ergänzte Fleiner. Damals sei überwiegend das moralische Umdenken gemeint gewesen. Heute umfasse das Wort mehr und es solle auch darauf aufmerksam machen, wie man sich ernähre. Man solle sich schon zu Zeiten, in denen man sich noch gut fühle, über die eigenen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten Gedanken machen, bevor einen die Krankheiten einholten, betonte der Geistliche im Ruhestand.

Der BDM-Kreisvorsitzende und zugleich Vorsitzende der Milcherzeugergemeinschaft Traunstein-Laufen, Josef Hubert, stellte die neu aufgelegte "faire Milch" vor. Sie dürfe nicht als Konkurrenzprodukt zu anderen Milchprodukten gesehen werden, sondern als zusätzliches Angebot mit regionalem Bezug. Die Bauern, die dafür die Milch ihrer Kühe liefern, müssten höhere Standards erfüllen. Zudem werde die Milch, die in der Region produziert wurde, auch in der Region vermarktet.

mp/Chiemgau-Zeitung

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