„Gesalzen wird beinahe teelöffelchenweise“

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Mit Sicherheit bald wieder ein gewohntes Bild: Die Straßen im Landkreis Traunstein müssen geräumt und gestreut werden, damit der Verkehr flüssig rollen kann.

Traunstein - Nach dem angeblich wärmsten November mag der Gedanke an vereiste und verschneite Straßen bei manchen Autofahrern in den Hintergrund getreten sein. So langsam naht aber der Winter.

„So langsam wird es aber jetzt ernst mit dem Winter, und man sollte sich vor allem in höheren Lagen, wo es schnell glatt werden kann, eine umsichtigere Fahrweise angewöhnen“, warnt der Leiter des Kreisbauhofs Traunstein, Peter Mayer, vor allzu großer Unbekümmertheit im Straßenverkehr. Absolut leichtsinnig ist für ihn, wer jetzt noch keine Winterreifen aufgezogen hat. Er und seine Mitarbeiter haben den milden November genutzt, um noch einige typische „Sommerarbeiten“ zu erledigen.

Dessen ungeachtet sind die Räumtrupps des Landkreises schon seit Wochen wieder bestens für den alljährlichen harten Einsatz gerüstet.

Damit der Winterdienst schnell und reibungslos funktioniert, ist im Hintergrund eine fast schon generalstabsmäßige Organisationsarbeit nötig.

So ist das rund 380 Kilometer lange Kreisstraßennetz des Landkreises Traunstein in 15 Räum- und Streubezirke unterteilt. In zwei Bezirken sorgen die Bauhofmitarbeiter selbst für die Verkehrssicherheit, in den 13 anderen Bezirken sorgen Fremdfirmen für geräumte und gestreute Straßen. „In den drei Lagern Innerlohen, Kienberg und Taching sind 3.500 Tonnen Streusalz eingelagert“, so Mayer. Bei der Streuung gilt jedoch der Grundsatz „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Die Streumenge liegt zwischen fünf und zwanzig Gramm je Quadratmeter Straße. Mayer: „Diese Menge entspricht ungefähr dem Inhalt eines Teelöffels“. Für ein Plus an Sparsamkeit sorgt zudem die Feuchtsalz-Technologie, bei der dem trockenen Salz im Fahrzeug eine Sole aus Salz und Wasser zugegeben wird. Neben einem geringeren Salzverbrauch besteht der zweite Vorteil dieses Verfahrens darin, dass das Salz nicht verweht wird und die Fahrbahn schneller auftaut. Trotzdem werden in einem normalen Winter rund 4.000 Tonnen Salz gebraucht, damit das Kreisstraßennetz verkehrssicher bleibt. Die Kosten dafür liegen heuer bei rund 270.000 Euro.

Natürlich spielt auch „High-Tech“ im Winterdienst eine große Rolle. Alle Fahrzeuge sind mit einem satellitengestützten Datenerfassungs-System ausgerüstet, das die vielen Einzelheiten eines Räumeinsatzes automatisch dokumentiert und somit den Fahrern einige Schreibarbeit abnimmt.

Trotzdem ist der Räumdienst immer noch ein hartes Stück Arbeit. Der Dienst für die Fahrer der ersten Schicht beginnt bereits um 3 Uhr früh, damit bis zum Einsetzen des Berufsverkehrs weitgehend freie Fahrt gewährleistet ist. Die zweite Schicht beginnt ihren Dienst um 12 Uhr und ist in der Regel bis 20 Uhr auf den ihnen zugewiesenen Kreisstraßen-Abschnitten unterwegs. Auch an Sonn- und Feiertagen müssen die Besatzungen früh aus den Federn und tagsüber für sichere Straßenverhältnisse sorgen. Peter Mayer: „Wir arbeiten sehr gut mit dem für Staats- und Bundesstraßen zuständigen Staatlichen Bauamt zusammen und verfügen damit auch über die aktuellsten Wettervorhersagen. Auch die Fahrzeug-Besatzungen geben immer wieder ihr Bestes. Trotzdem bitten wir um Verständnis, dass wir nicht überall zur gleichen Zeit sein können. Jeder Verkehrsteilnehmer trägt auch ein Stück Eigenverantwortung. Den wahren Könnern am Steuer brauche ich das aber wohl nicht extra zu sagen.“

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