Großeinsatz bei Brand in Trostberger Altstadt

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Trostberg - Schaden von rund 100.000 Euro entstand am Montagabend durch ein Feuer auf dem Balkon einer Dachgeschosswohnung in der Trostberger Altstadt. Verletzt wurde niemand.

Alle Bewohner des Wohn- und Geschäftshauses sowie des ebenfalls in Mitleidenschaft gezogenen Nachbargebäudes konnten sich in Sicherheit bringen.

Für die Feuerwehren aus Trostberg und Umgebung wurde Großalarm der Stufe 3 ausgelöst. Dies hatte den Einsatz von neun Feuerwehren mit 175 Feuerwehrlern zur Folge. Zudem waren Rettungsdienst und Polizei mit zahlreichen Kräften am Ort des Geschehens.

Gegen 18.30 Uhr meldete eine Bewohnerin des Wohn- und Geschäftshauses den Brand auf dem Balkon des Hauses am Vormarkt. Kurze Zeit später ging ein weiterer Notruf ein, dass auch das Nachbargebäude brenne.

Zunächst wurde nur die Feuerwehr Trostberg mit Alarmstufe 2 (Mittelbrand) alarmiert und während die ersten Löschmannschaften noch auf Anfahrt waren und von weitem ein heller Feuerschein über der Altstadt zu sehen war, wurden weitere Kräfte nach Alarmstufe 3 (Großbrand) angefordert.

Daraufhin rückten die Feuerwehren aus Oberfeldkirchen, Heiligkreuz, Lindach, Tacherting, Traunreut, Altenmarkt sowie die Werkfeuerwehren Alzmetall und Chemiepark Trostberg und die Unterstützungsgruppe „Örtliche Einsatzleitung“ aus Traunstein an.

„Der Balkon im Dachgeschoss brannte lichterloh und in voller Ausdehnung, die Flammen schlugen über die Balkonüberdachung in den nächtlichen Himmel“, schilderte Hans Strecker, Einsatzleiter und 1. Kommandant der Feuerwehr Trostberg seine Eindrücke beim Eintreffen am Brandort. Sofort wurde eine Drehleiter vor dem brennenden Balkon in Stellung gebracht.

Vom Drehleiterkorb aus setzte ein Löschtrupp ein Wenderohr ein und konnte das Feuer so in kürzester Zeit unter Kontrolle bringen. Gleichzeitig rückten Atemschutzträger über das Treppenhaus bis zur betroffenen Dachwohnung und zum Brandherd vor und löschten das Feuer, das Fensterscheiben zerspringen lies und sich ins Innere der Wohnung ausgeweitet hatte.

Eine weitere Drehleiter wurde auf der Nordseite, unterhalb der Stadtpfarrkirche St. Andreas platziert, von der aus ebenfalls auf die brennenden und rauchenden Dachflächen gespritzt wurde. Gegen 19.15 Uhr, rund 45 Minuten nach der Alarmierung der Feuerwehren konnte die Feuerwehr-Einsatzleitung „Feuer aus“ melden.

„Das war knapp“ schilderte Kommandant Strecker. „Durch den schnellen und effektiven Löscheinsatz von der Drehleiter aus, konnte ein Übergreifen des Feuers auf weitere Altstadthäuser und somit Schlimmeres verhindert werden.“ Der Balkon samt Überdachung und eine Sauna, die vom Balkon aus zugänglich ist, wurden vom Feuer völlig zerstört. Zwei Räume der Dachgeschosswohnung wurden stark in Mitleidenschaft gezogen, Decken und Wände von Brandrauch geschwärzt.

Das Nachbargebäude, von dem zuerst angenommen wurde, es brenne auch, wurde an der Fassade beschädigt, jedoch nur in geringem Umfang. Mit speziellen Belüftungsgeräten sorgte die Feuerwehr dafür, dass der Brandrauch aus dem Gebäude geblasen wird.

Die Nachlöscharbeiten sowie intensive Kontrollen nach versteckten Glutresten mit Hilfe einer Wärmebildkamera dauerten bis in die späten Abendstunden an.

Zum Zeitpunkt des Brandausbruches hielten sich zehn Personen im betroffenen Wohnhaus und im Nachbargebäude auf. Alle blieben unverletzt. Sie wurden von Helfern des Bayerischen Roten Kreuzes betreut. Das BRK war mit einem Rettungswagen, einem Notarzteinsatzfahrzeug und dem Einsatzleiter Rettungsdienst präsent, unterstützt von Helfern der Schnelleinsatzgruppe Trostberg. Während des Feuerwehreinsatzes wurde der Vormarkt für den Verkehr gesperrt. Der Bauhof Trostberg streute die Bereiche rund um die Einsatzstelle, da der Löschwasserniederschlag zu spiegelglatten Straßen und Wegen führte, was die Einsatzkräfte behinderte.

Die Brandursache steht noch nicht fest. Der Kriminaldauerdienst Traunstein hat dazu die Ermittlungen aufgenommen. Nach ersten Erkenntnissen ist das Feuer aus noch ungeklärter Ursache auf dem Dachbalkon oder in der dort integrierten Sauna entstanden.

pv

Rubriklistenbild: © Bestenreiner

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