"Hier fand ich den Sprengstoff"

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Hier entdeckte Franz Maier beim Ausbauen der Tür und der Herausnahme des Dämmmaterials aus der Wand den Plastiksprengstoff. Foto

Traunstein - Im alten Verwaltungsgebäude der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne entdeckte der Bauarbeiter Franz Maier Plastiksprengstoff. Der explosive Stoff befand sich hinter einer Holzwand.

In dem alten Verwaltungsgebäude auf dem ehemaligen Gelände der Prinz-Eugen-Kaserne in Traunstein an der Wasserburger Straße haben Bauarbeiter Plastiksprengstoff gefunden. Das Landeskriminalamt München hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen.

Beim Entkernen des einstigen Verwaltungsgebäudes der Standortverwaltung, das direkt an den heutigen "Gewerbepark Kaserne" angrenzt, lag das explosive und hochgefährliche Paket mit der Bezeichnung "Block, Demolition, M5A1" zwischen der Dämmung einer Trockenbauwand versteckt. "Block Demolition" enthält über ein Kilogramm Plastiksprengstoff und ist ein international gängiges Produkt. Der Zündmechanismus fehlte allerdings bei dem explosiven Material, das gegebenenfalls auch bei entsprechender Erhitzung explodieren könnte, bestätigte gestern die Polizei.

Das explosive Paket wird nun vom Landeskriminalamt München untersucht.

"Ich habe hier am vergangenen Dienstag die Zwischenwände abgebaut", berichtete Franz Maier, auf den Balken neben einem ehemaligen Türstock zeigend. Als er die gelbe Glaswolle, die aus den aus Spanplatten bestehenden Zwischenwänden dort als Dämmmaterial verwendet wurde, entfernte, habe er das Paket entdeckt. Erst nachdem er sich die Aufschrift im Licht angesehen habe, sei ihm bewusst geworden, dass es sich hier um Sprengstoff handle, den in der Wand offensichtlich jemand versteckt hatte. Denn bis jetzt tappt man auch bei der Polizei im Dunkeln, wem der Sprengstoff gehörte, und wie lange er schon in dem Haus gut versteckt verborgen lag.

"Die Beamten der Polizeiinspektion Traunstein waren sofort zur Stelle und alarmierten umgehend Spezialisten des Landeskriminalamtes München, die den Sprengstoff mit nach München zur genauen Untersuchung transportierten", berichtete Maier weiter. Ist doch gemäß dem Polizeiorganisationsgesetz (POG) diese Maßnahme vorgeschrieben. Die Sachbearbeitung zu dem Fall verbleibt indes weiterhin bei der Traunsteiner Polizei. Dort geht man nun auf die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Bonn zu, um von dort aus gegebenenfalls nähere Informationen zu erhalten, wer wann in dem Gebäude gearbeitet beziehungsweise Zugang hatte.

Investor Herbert Röde, der auf dem Gelände unter anderem einige Einzelhandelsobjekte errichten will, sagte erleichtert: "Gott sei Dank ist nichts passiert" und schaut dabei in den Hohlraum zwischen zwei Balken. "Hoffentlich ist da nirgends mehr was drin."

Das will in den kommenden Tagen auch die Polizei nochmal unter Einsatz von Sprengstoffhunden genau untersuchen, da man auch dort nicht ausschließen will, dass sich weitere "Überraschungen" in dem Gebäude verbergen könnten. Dieses Absuchen durch die Hunde war bisher nicht möglich, weil die vielen Glassplitter, die dort zwischen Wochenzeitschriften aus den Jahren 1981 und 1982 am Boden liegen, eine Gefahr für die Tiere darstellen.

wz/Chiemgau-Zeitung

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