Inzell setzt auf Familienfreundlichkeit

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Inzell - Die Zeiten ändern sich: Der altbayerische Ort Inzell soll in Zukunft ein familienfreundlicheren Ort darstellen.

Knapp 40 Interessierte, darunter den zweiten Bürgermeister Hans Egger sowie die Gemeinderäte Gottfried Graf, Richard Hütter sowie Amelie Gromoll konnte Sepp Rieder, Vorsitzender der SPD Inzell, zur ersten Themenveranstaltung begrüßen. „Mit diesen Themenveranstaltungen wollen wir Meinungen und Ideen vorstellen, aufgreifen und umsetzen“, so Sepp Rieder. Weitere Veranstaltungen zu den Themen Inzell und Gewerbe, Alter und Gesundheit in Inzell, Tourismus die Inzeller Lebensquelle sowie Energiewende - auch in Inzell sind geplant. „Treibende Kräfte in unserer Gemeinde sind in erster Linie die Bürgerinnen und Bürger“, begründete Rieder die Vorstellung der SPD Inzell sich mit wichtigen Themen rechtzeitig und umfassend über Parteigrenzen hinweg frühzeitig auseinanderzusetzen. Er freute sich deshalb sehr, dass gleich bei der ersten dieser Veranstaltungen ein so guter Zuspruch festzustellen war.

Claudia Doppler, Gemeinderätin der SPD, wies darauf hin, dass viele Faktoren das Thema Familienfreundlichkeit tangieren. Um die den Rednern vorgegeben Zeitvorgabe von 15 Minuten nicht zu überschreiten, beschränkte sie sich auf das aktuelle Betreuungsangebot von der Geburt bis zum Ende der Grundschule. Mit der Feststellung „Die Zeiten ändern sich“ wies Claudia Doppler darauf hin, dass immer mehr Familien auf ein gutes Angebot angewiesen sind. Mit der Entwicklung Inzells weg vom landwirtschaftlich geprägten Ort hin zu einem Tourismusort, waren viele Frauen in der Lage über Vermietung bei gleichzeitiger Betreuung der Kinder zum Lebensunterhalt beizutragen.

In den letzten Jahren wurden immer mehr Ferienwohnungen zu Wohnraum umgewandelt und der bisherige Zuerwerb für Frauen entfiel. Gleichzeitig wollen und können immer weniger Familien mit einem Einkommen auskommen. „Und die Frauen“ so Claudia Doppler „werden wegen des demografischen Wandels immer wichtiger für die Wirtschaft“. Während Einheimische teilweise noch auf ihr familiäres Umfeld zurück greifen können, fehlt dies für Zugereiste völlig. Wenn die Menschen immer später in Rente gehen können, fehlt über kurz oder lang auch für Einheimische das Zugreifen auf „Oma und Opa“. Claudia Doppler berichtete über ihr Bemühen schon vor über 10 Jahren Kinderbetreuungsangebote in Inzell zu etablieren.

Im Rückblick schmunzelnd führte sie aus, dass damals noch mit dem Argument dagegen gehalten wurde, „die Frauen wollten sich nur Freiräume für Kaffee und Prosecco schaffen“. Umso erfreuter sei sie über die aktuelle Entwicklung in Inzell als Folge dieser Bewegung. Ab dem nächsten Kindergartenjahr wird es voraussichtlich neben den regulären Kindergartengruppen eine Grippengruppe für Kinder bis 3 Jahren geben. In der Grundschule wird seit Jahren erfolgreich eine Mittagsbetreuung durch die Arbeiterwohlfahrt angeboten. Für eine Gemeinde wie Inzell sei der Zuzug von Familien mit Kindern sehr wichtig. Claudia Doppler: „ Junge Familien haben nach unserem neu geschaffenen Familien – Modell die Möglichkeit günstig Bauland in Inzell zu erwerben, da sind wir auf dem richtigen Weg!“ Sepp Konhäuser, SPD Kreisrat und stellvertretender Landrat, freute sich über die Einladung nach Inzell, „denn Familienpolitik ist für uns als Sozialdemokraten auf allen Ebenen eine Kernaufgabe“. Zunächst informierte er über die umfassenden Aufgaben und Tätigkeiten der Familienbeauftragten im Landkreis Traunstein. Ob Betreuung der Familienstützpunkte, Verknüpfen und Verbreiten von familienfördernden Maßnahmen, Organisation der Ferienbetreuung in den Sommermonaten Organisation des jährlichen Familienforums oder Öffentlichkeitsarbeit, das Aufgabenfeld ist allumfassend. Weitere Schwerpunkte von Sepp Konhäuser waren die Zusammenarbeit mit freien Trägern und der aktuelle Handlungsbedarf in der Jugendhilfe. Aufgrund gesetzlicher Änderungen, wie bei dem Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung, wurde das Personal für diese Aufgaben im Landkreis aufgestockt.

Auch die Übernahme zusätzlicher Aufgaben wie Regionalisierung der ambulanten Hilfe, Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes sowie Präventionsangebote haben im Kreishaushalt zu Mehraufwendungen geführt. Nicht ohne Erstaunen nahmen die Anwesenden die zahlreichen familienbezogenen Einrichtungen im Kreis Traunstein zur Kenntnis, deren Aufgaben Sepp Konhäuser vorstellte. Mit der Festsstellung „der Landkreis ist sehr aktiv für Familien, dazu haben wir Sozialdemokraten maßgeblich beigetragen“ beendete Sepp Konhäuser seine Ausführungen. Dirk Reichenau, SPD Kreisrat und Landtagskandidat, sieht die „Vereinbarkeit von Familie und Beruf als eine große politische Herausforderung für die Sozialdemokraten“. Ob in Inzell oder im Kreis Traunstein, die SPD setze sich für ein modernes Familienbild ein. „Mütter, Väter, verheiratet oder nicht, Alleinerziehende – sie alle tragen Verantwortung für eine vernünftige Erziehung und liebevolle Zuwendung für ihre Kinder“. Die Bewältigung dieser Aufgabe verdiene mehr Respekt und erfordere mehr Zeit. Die Entscheidung Kind oder Beruf wird dieser modernen Gesellschaft nicht gerecht. Aber Kind und Beruf bedinge das Schaffen der Möglichkeiten, um Arbeitszeit und Kinderbetreuung partnerschaftlich zu teilen.

Frischer Wind für altbayerisches Inzell

Dazu gehört die Gleichstellung von Frauen durchzusetzen. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und mehr Frauen in Führungspositionen sind Bestandteil unserer Politik“ bemerkte Dirk Reichenau und begründete mit der bestehenden Benachteiligung die Erforderlichkeit von Quoten für Frauen. Als wesentlichen Schritt hin zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bezeichnete Dirk Reichenau den Ausbau der Krippen- und Kitaplätze sowie mehr Ganztagesschulen. Als absurd bezeichnete Dirk Reichenau das von der CSU durchgesetzte Elterngeld, das dafür bezahlt wird, wenn eine staatliche Einrichtung nicht in Anspruch genommen. „Statt Elterngeld brauchen wir mehr Angebote an Kinderbetreuung“ forderte Dirk Reichenau. Die Kommunen, Gemeinden und Landkreis, brauchen für eine „familienfreundliche Zukunft“ mehr finanzielle Mittel. „Am Kreishaushalt“ so Dirk Reichenau „können wir ablesen, dass uns kaum noch Geld für Investitionen in Schulen, Strassen und Gebäude übrig bleibt“.

 Auch die Bürgermeister und Gemeinderäte hätten kaum noch finanzielle Spielräume familienfreundliche Leistungen, wie Begrüßungsgeld für Neugeborene, Verzicht auf bzw. „erträgliche“ Kindergartengebühren. In der Diskussion wurden die Kinder- und Jugendhilfe sowie Pflegestützpunkte angesprochen. Zugezogene Inzeller berichteten über ihre Erfahrungen mit der nicht vorhandenen Betreuung von Kleinstkindern und den Folgen für die Erwerbsarbeit. SPD Vorsitzender Sepp Rieder versicherte, dass sich die Fraktionen von SPD und Bürger für Inzell weiter für ein „familenfreundliches Inzell“ stark machen werden. „Dazu“ so Rieder „laden wir alle Inzeller zur aktiven Mitarbeit bei uns ein!

Pressemitteilung SPD Ortsverein Inzell

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