Neuer Skater-Park für die Jugend

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Die Gemeinderäte tauschten sich am Kurpark-Parkplatz mit den jugendlichen Skatern zum nun gefundenen Standort für einen mobilen Skater-Park aus.

Inzell - Die Inzeller Jugendlichen haben bald ihren eigenen Platz zum Skaten und Sich-Treffen: Im hinteren Teil des Parkplatzes am Kurpark soll ein mobiler Skater-Park entstehen.

Die Anschaffung der mobilen Elemente, die laut bisherigem Kostenvorschlag rund 13000 Euro kosten, beschloss der Gemeinderat nun einstimmig.

Vor der Ratssitzung gab es einen Ortstermin am Kurpark-Parkplatz, zu dem auch die Jugendlichen-Sprecher Camilla Mair (17) und Korbinian Huber (18) sowie jüngere Skater gekommen waren. Ein Skater-Park sei bei der Jugendideenwerkstatt 2010 einer der wichtigsten Wünsche gewesen, berichtete Bürgermeister Martin Hobmaier. Die Gemeinde habe daraufhin Kontakt mit einer namhaften Firma für mobile Skate-Anlagen aufgenommen. In den inzwischen genehmigten Haushalt 2012 seien vorsorglich 15000 Euro eingestellt worden.

Auch der Gewerbeverein unterstützt die Anlage mit Geld, das beim B3-Dorffest dafür zurückgelegt wurde. Dem CSU-Rat und kommissarischen Vorstand Bernhard Jung gefällt es, wenn die Jugendlichen im Dorf und nicht weit weg am Stadion sind. Er stellte sogar eine Aufstockung des Zuschusses in Aussicht, wenn auch die Gewerbeschau am 23./24. Juni gut läuft. Der Verein will sich damit für die Unterstützung durch die Gemeinde revanchieren.

Im hinteren Bereich des Parkplatzes am Kurpark standen früher bis zu 30 Camper zum Übernachten. Nun sind dort keine Wohnmobile mehr erlaubt; sie können stattdessen beim Campingplatz abgestellt werden. "Von daher sehen wir hier von der Verwaltung aus durchaus Kapazitäten", erläuterte Hobmaier. Die maximale Größe des Platzes, der im Winter als Schneelagerplatz dient, soll durch eine mobile Absperrung markiert werden. "Wir gehen davon aus, dass der Platz von euch gehegt und gepflegt wird", wandte sich der Bürgermeister an die Jugendlichen. Zurzeit gebe es in ganz Inzell keine Alternative zu diesem Standort.

Die Gemeinderäte befürworteten diesen bis auf Annelie Gromoll von der Offenen Bürgerliste klar. Gromoll sieht einen Interessenskonflikt mit dem Kurpark und seinen Ruhezonen, stimmte der Anschaffung der Elemente aber dennoch zu. Keine Nachbarn seien hier beeinträchtigt, und der Platz liege zentral, führte Sebastian Kamml (CSU) an. Wegen der Lage zwischen Dorfzentrum und Badesee gefällt den Jugendlichen dieser Standort besser als der am Eisstadion. Korbinian Huber skatet ab und zu nach der Schule in Traunstein. "Das ist halt auch blöd, da braucht man einen Bus", gab er im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung zu bedenken. Hier sei auch der nahegelegene Getränkemarkt ein Vorteil. "So wird das Dorf ein bisserl ausgelastet. Da hätten wir halt unseren Platz", ergänzte Camilla Mair.

"Ich sehe das als Belebung. Wenn ihr da was Gescheites macht, komme ich auch und schaue zu. Ich finde das cool", ermutigte Peter Spannring (Bürger für Inzell) die Skater. Er zeigte sich überzeugt, dass auch manche Urlaubsgäste zuschauen. Ruhe finden könne man im alten Kurpark. Die Autos auf der B 306 seien lauter als der Lärm der Skater. Spannring erzählte, dass er selbst an diesem Platz vor 20 Jahren von der Polizei Ruhpolding mit dem Skateboard erwischt wurde und für "verbotswidriges Surfen" fünf Mark zahlen musste.

Auf Anfrage von Stefan Schwabl (Forum aktiv) zeigten sich die Jugendlichen offen für die Mitbenutzung der Anlage durch Gäste, zum Beispiel Urlauberkinder. Wegen gewisser Regeln, etwa zu den Öffnungszeiten, und Haftungsfragen schließt sich die Gemeinde mit Nachbargemeinden mit Skater-Park-Erfahrung kurz. "Ich glaube nicht, dass die Jüngeren da Probleme haben. Die sind froh, dass überhaupt wieder was da ist", meinte Camilla Mair. Im Winter sollen die Elemente eingelagert werden. Markus Maier (CSU) regte an, dafür den eventuell beim "Hobbyland" nicht mehr benötigten Container zu nutzen.

In der Ratssitzung wurde auch das fertige Konzept gelobt, das die Jugendlichen bei der Ideenwerkstatt selber mit einem Vertreter der Fachfirma ausgearbeitet haben.

vm/Chiemgau-Zeitung

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