Jugendparlament kommt erstmals zusammen

Was den jungen Leuten im Landkreis nicht passt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Landkreis - Novum im Traunsteiner Landratsamt: Wo sonst der Kreistag zusammenkommt, tagte am Mittwoch erstmals das Jugendparlament - und sagte klar, wo Verbesserungen her müssten.

"Oba vom Gas! Ich muss von Euch verlangen können, dass hier Realismus an den Tag gelegt wird" - Landrat Siegfried Walch ging manches zu weit, was die Jugendlichen forderten. Doch der Kreistag wollte es so und entschied sich heuer dafür, sich auch erstmals ein Jugendparlament zur Seite zu stellen. Am Mittwoch tagte es zum ersten Mal. 40 Vertreter aus den Schulen, den politischen Nachwuchsorganisationen und Vereinen kamen also im großen Sitzungssaal des Landratsamtes zusammen - alle zwischen 14 und 21 Jahren alt.

Konkrete Probleme kristallisierten sich heraus

In Zukunft soll das Jugendparlament mit Anträgen und Beschlüssen an den Kreistag herantreten. Soweit ist man noch nicht, doch am Mittwoch bekam man einen ersten Vorgeschmack: In vielen Jugendtreffs im Landkreis sei kaum etwas los oder man bekomme es nicht mit, hieß es gleich von mehreren Vertretern. Überhaupt die Freizeit- und Abendgestaltung: Ferienprogramme richteten sich nur an Kinder, doch für Unter-16- und Unter-18-Jährige sei schlicht zu wenig geboten, gerade wenn es darum geht, ins Nachtleben hineinzuschnuppern.

Fotos: Erste Tagung des Jugendparlaments des Landkreises

Darüber hinaus seien auch die Busverbindungen vor allem zwischen kleinen Gemeinden zu wenig ausgebaut, gerade am Wochenende: "Lieber erst das Streckennetz ausbauen, bevor man in den Bussen WLan einrichtet", meinte etwa ein Abgeordneter. Auch der Breitbandausbau geht einigen Jugendlichen zu langsam: "Da wird immer nur geredet, aber es passiert nix", hieß es von einem Parlamentarier aus Übersee - und brachte Landrat Walch damit zu seiner Aussage, sich einzubremsen: "Wir können nicht einfach jetzt alle Straßen aufreißen, um Breitbandkabel zu verlegen."

Keine Scheu, dem Landrat zu widersprechen

Doch es wurde bei weitem nicht alles schlechtgeredet: Die vielen Angebote im Landkreis zur Berufsfindung wurden genauso gelobt wie die Vielfalt an Schulen und Vereinen - auch, dass das Jugendparlament selbst nun eingerichtet wurde, sei eine gute Idee. Die Mitarbeiter des Landratsamtes schrieben bei den Wortbeiträgen der Jugendlichen fleißig mit und zwischen dem Landrat und den jungen Abgeordneten herrschte ein lockerer und kollegialer Umgangston. Trotzdem wurde nicht davor zurückgeschreckt, Walch auch mal offen zu widersprechen. Ob das Jugendparlament aber öfters als zwei Mal jährlich zusammenfinden wird, wie von vielen gewünscht, ist noch offen.

Bis zur nächsten Sitzung, möglicherweise im Frühjahr 2016, hat man sich schon Konkretes vorgenommen: Freizeit- und Ausgehangebote für Jugendliche sowie die Busverbindungen im Landkreis werden auf der Tagesordnung stehen. In allererster Linie wird es an den Jugendvertretern selbst liegen, was sie aus "ihrem" Parlament machen - doch die Motivation scheint groß.

xe

Zurück zur Übersicht: Landkreis TS

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser