BGL und Traunstein:

Schlusslicht in der Kinderbetreuung 

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Landkreis - Bundesweit weist das Berchtesgadender Land und Traunstein die niedrigste Betreuungsquote auf. Das muss sich ändern, fordert Dr. Herbert Kränzlein.

Die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein bieten Eltern, verglichen mit anderen Kreisen, nur sehr wenig Betreuungsplätze für Kleinkinder. Dies muss sich ändern, fordert der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Herbert Kränzlein.

Bundesweit Schlusslicht in Sachen Kleinkinderbetreuung

Kaum Krippenplätze in den Kreisen Traunstein und Berchtesgadener Land

Der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Herbert Kränzlein fordert die Gemeinden auf, mehr Angebote zu schaffen. “Nie war es finanziell so leicht wie jetzt, Betreuungseinrichtungen zu bauen und zu betreiben.”

Seit zwei Jahren hat jedes Kind ab Vollendung des ersten Lebensjahres Anspruch auf einen Kita- oder Krippenplatz - theoretisch. In der Praxis hapert es aber oft an mangelnden Betreuungseinrichtungen. Im Vergleich mit anderen Ländern steht Bayern, was die Zahl der Betreuungsplätze angeht, zusammen mit dem Saarland an letzter Stelle. Bundesweit die niedrigste Betreuungsquote weist der Landkreis Berchtesgadener Land auf. Dort besuchen nur 13,9 Prozent der Kleinkinder eine Krippe oder werden von einer Tagesmutter betreut. Mager ist das Angebot auch im Kreis Traunstein (16,5 Prozent). Der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Herbert Kränzlein hat für die zögerliche Realisierung des Rechtsanspruchs auf Betreuungsplätze keine nachvollziehbare Erklärung. “Nie war es finanziell so leicht wie jetzt, Krippen zu bauen und zu betreiben”, sagt er. “Die Gemeinden erhalten dabei umfassende finanzielle Unterstützung vom Staat.”

Der Bedarf liegt bei 41 Prozent

Das Deutsche Jugendinstitut berichtet, dass 41 Prozent der Eltern für ihre Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze wünschen. Der Bund unterstützt den Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten zudem mit Mitteln aus einem Sondervermögen. Seit diesem Jahr werden außerdem dauerhafte Zuschüsse zu den Betriebskosten gewährt. Trotzdem gehen manche Kommunen in Bayern die Suche nach Betreibern, Grundstücken und Betreuungspersonal nur halbherzig an.

“Fehlt es an Krippenplätzen, können die Eltern nicht oder nicht voll arbeiten, auch wenn sie es nötig haben”, moniert Dr. Herbert Kränzlein. “Vor allem für Mütter bedeutet dies in der Regel erhebliche Einschränkungen und Nachteile in der Altersversorgung.” Auch würden die Kleinsten um wichtige Förderangebote gebracht. “Besonders Kinder aus bildungsfernen Schichten und aus Familien, in denen nicht deutsch gesprochen wird, profitieren vom Besuch einer Krippe.” Der Abgeordnete fordert neben dem Bau von Einrichtungen einen besseren Betreuungsschlüssel. Dazu müsse aber auch der Freistaat Bayern aktiv werden und für mehr Ausbildungsplätze sorgen. Zudem fehlt es immer noch an einer leistungsgerechten Bezahlung für Erzieher und Erzieherinnen.

Quelle: Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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