Bündnis 90/Die Grünen testen

Verbesserungen beim ÖPNV dank Variobus?

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Marc Becker, Kreisvorstandsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen im Berchtesgadener Land, Elisabeth Aschauer, Marktgemeinderätin von Bündnis 90/Die Grünen in Teisendorf, und Edwin Hertlein, Kreisrat und Marktgemeinderat, beim Testen des „Variobusses“.

Landkreis Traunstein - Bündnis 90/Die Grünen setzen sich seit langem für eine Verbesserung des ÖPNV ein. Ein Modell zur Verbesserung wird bereits im Landkreis Traunstein getestet.

Der Öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) im ländlichen Raum lässt in unserer Region vielerorts noch zu wünschen übrig. Seit langem schon setzen sich Bündnis 90/Die Grünen im Berchtesgadener Land für eine Verbesserung in diesem Bereich ein. Im Landkreis Traunstein wird nun schon seit mehr als einem Jahr ein Modell zur Verbesserung des ÖPNV im ländlichen Raum getestet: Der „Variobus“. Grund genug für eine Delegation der hiesigen Grünen, sich das Modell einmal näher anzuschauen. Zu diesem Zweck statteten die Mitglieder des Grünen-Kreisvorstandes Berchtesgadener Land und Marktgemeinderatsfraktion der Teisendorfer Grünen dem Grünen-Gemeinderat von Kirchanschöring, Dr. Michael Hüller, einen Besuch ab und ließen sich von diesem über das Projekt „Variobus“ informieren.

Der „Variobus“ funktioniert als sogenannter „Rufbus“. Der Fahrwunsch muss vom Fahrgast spätestens zwei Stunden vor Fahrtantritt angemeldet werden. Insgesamt rund 240 zusätzliche Haltestellen wurden in den Gemeinden Tittmoning, Fridolfing, Kirchanschöring und Taching am See eingerichtet. Die Betriebszeit läuft von 5.30 Uhr bis 22.25 Uhr von Montag bis Freitag, sowie am Samstag von 6.30 Uhr bis 22.25 Uhr. An Sonn- und Feiertagen verkehrt der „Variobus“ von 7.30 Uhr bis 22.25 Uhr. Der Tarif für den Fahrgast beträgt für eine Fahrt innerhalb einer Fahrtzone, die „Wabe“ genannt wird und jeweils eine Gemeinde umfasst, 3 Euro. Das Defizit von 100.000 Euro jährlich, von dem in der Start- und Erprobungsphase ausgegangen wird, teilen sich der Freistaat Bayern, der Landkreis Traunstein und die beteiligten Gemeinden. Fahrschein gibt es nur für die einfache Fahrt. Vergünstigungen, beispielsweise für Kinder- und Jugendliche, oder auch Monats- oder Jahreskarten, sind nicht vorgesehen.

Allerdings fahren Kinder unter sechs Jahren in Begleitung einer Aufsichtsperson kostenlos, Schwerbehinderte zahlen einen ermäßigten Preis von einem Euro. Für Dr. Michael Hüller ist der „Variobus“ ein wichtiges Angebot zur Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum. So hätten beispielsweise Schwerbehinderte ganz neue Möglichkeiten, ihren Lebensraum ganz unkompliziert auszuweiten und damit ihre Lebensqualität deutlich zu steigern. Auch der Besuch bei wichtigen sozialen Einrichtungen, etwa der Salzachklinik in Fridolfing, werde für bestimmte Personenkreise deutlich verbessert. Hüller räumte allerdings ein, dass der bisherige Probetrieb des „Variobusses“ noch nicht reibungslos von statten ginge. So könne der beauftragte Unternehmer die Zweistundenfrist für den Fahrwunsch nicht immer einhalten.

Aus den bisherigen Erfahrungen ergebe sich, so Hüller weiter, durchaus noch Verbesserungspotential. Beispielsweise wären Monats- oder Jahreskarten aus seiner Sicht wünschenswert. Auch sollte über Rabatte, wenn beispielsweise mehrere Jugendliche den „Variobus“ zu einem Trainingsbesuch nutzen wollten, nachgedacht werden. Das bisherige Preissystem führe dazu, dass in solche einem Fall das Mieten eines Taxis preiswerter sei. Auch Marc Becker, Mitglied im Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen im Berchtesgadener Land, sprach sich für ein flexibleres Preissystem aus. In seiner Heimatstadt in Nordrhein-Westfalen sei schon vor vielen Jahren ein Rufbussystem mit ermäßigtem Fahrpreis für Jugendliche eingeführt worden. Auch gebe es dort Monats- und Jahreskarten. Insgesamt sehe er aber ein zusätzliches Angebot im ÖPNV für das Berchtesgadener Land für dringend erforderlich.

Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen

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