DAK-Gesundheitsreport für den Landkreis

Weniger Seelenleiden, dafür mehr Hirndoping

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Landkreis - Der neue DAK-Gesundheitsreport ist da. Er zeigt, dass unter anderem psychische Erkrankungen in der Region im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sind. Was sonst noch in dem Bericht steht:

Der Krankenstand im Landkreis Traunstein und dem Berchtesgadener Land ist 2014 im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Mit 3,4 Prozent liegt die Region genau im Landesdurchschnitt. Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 34 krankgeschrieben.

Während die Ausfallzeiten wegen Seelenleiden sanken, stiegen die Fehltage wegen Muskel-Skelett-Beschwerden.

Der höchste Krankenstand in Bayern wurde mit 4,2 Prozent in der Region Bayreuth verzeichnet, der niedrigste mit 2,6 Prozent in Starnberg.

Rückgang bei psychischen Leiden

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Landkreis Traunstein und das Berchtesgadener Land zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Den deutlichsten Rückgang gab es bei den Fehltagen wegen psychischen Leiden wie Depressionen und Angstzuständen. Sie gingen um 29 Prozent zurück und belegen Platz drei im Ranking der wichtigsten Krankheitsarten.

Um ein Fünftel sanken auch die Ausfalltage wegen Atemwegserkrankungen wie Erkältungen. Dagegen stiegen die Krankschreibungen wegen Muskel-Skelett-Beschwerden wie Rückenschmerzen um 21 Prozent. Diese Diagnose war Hauptursache für mehr als jeden vierten Fehltag.

Zweithäufigster Grund für Arbeitsausfall waren Verletzungen und Vergiftungen, die für fast jeden sechsten Fehltag in der Region verantwortlich waren.

"Arbeitgeber können Hilfe anbieten"

"Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand im Landkreis Traunstein und dem Berchtesgadener Land, um so Impulse für das Gesundbleiben und Gesundwerden der Beschäftigten zu geben", erklärt Michael Schneider von der DAK-Gesundheit die Ergebnisse. "Um zum Beispiel längeren Erkrankungen durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorzubeugen, können Arbeitgeber Hilfe anbieten."

Auch wenn die Fehltage durch psychische Erkrankungen in der Region im Vergleich zum Vorjahr sanken, seien sie langfristig dennoch gestiegen – in Bayern seit dem Jahr 2000 um 86 Prozent. Den betroffenen Mitarbeiten könne ein betriebliches Gesundheitsmanagement gezielt helfen.

Ergebnisse zum Hirndoping sind Alarmsignal

Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem Gesundheitsreport auch den aktuellen Trend "Hirndoping im Job". Für die Studie hat die Krankenkasse die Daten ihrer Mitglieder analysiert und bundesweit 5000 Männer und Frauen repräsentativ befragt. Ein Fazit: In Bayern nutzen 117.000 Beschäftigte mindestens zweimal im Monat verschreibungspflichtige Medikamente, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein oder Stress abzubauen. Insgesamt gaben sieben Prozent der Berufstätigen in Bayern an, wenigstens einmal im Leben gedopt zu haben.

"Auch wenn Doping im Job noch kein Massenphänomen ist, sind diese Ergebnisse ein Alarmsignal", warnt Michael Schneider. "Nebenwirkungen und Suchtgefahr sind nicht zu unterschätzen. Deshalb müssen wir auch beim Thema Gesundheit vorausschauen und über unsere Wertvorstellungen und Lebensstilfragen diskutieren."

Männer wollen mehr Leistung

Im Vergleich zum Jahr 2008 hat bundesweit das Doping im Job zugenommen. In Bayern kennen aktuell 71 Prozent der Befragten den vermeintlichen Nutzen des Hirndopings. Häufig werden dafür Betablocker und Antidepressiva eingesetzt, aber auch Wachmacher und ADHS-Pillen – Medikamente also, die eigentlich zur Behandlung von Krankheiten verschrieben werden.

Auslöser für den Griff zur Pille sind meist hoher Leistungsdruck sowie Stress und Überlastung. Männer greifen eher zu leistungssteigernden Mitteln, Frauen nehmen häufiger stimmungsaufhellende Medikamente ein. Entgegen der landläufigen Meinung sind es nicht primär Führungskräfte oder Kreative, die sich mit Medikamenten zu Höchstleistungen pushen wollen. Der DAK-Report zeigt, dass vor allem Erwerbstätige mit einfachen Jobs gefährdet sind. Auch Beschäftigte mit einem unsicheren Arbeitsplatz haben ein erhöhtes Doping-Risiko.

"Hirndoping ist mittlerweile bei ‚Otto Normalverbraucher‘ angekommen, um den Arbeitsalltag besser zu meistern. Das Klischee der dopenden Top-Manager ist damit vom Tisch", so Schneider.

Die DAK-Gesundheit hat rund 850.000 Versicherte in Bayern, davon rund 20.000 in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land.

Pressemitteilung DAK-Gesundheit

Rubriklistenbild: © pa

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