Wirtschaftsförderungsgesellschaft informiert

"Digitalbonus" - Freistaat fördert Digitalisierung

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Acht Experten aus verschiedenen Bereichen standen den Besuchern der Aufklärungsveranstaltung zum Förderprogramm "Digitalbonus" Rede und Antwort.

Landkreis - Der neue "Digitalbonus" soll kleinen und mittelständischen Unternehmen helfen die Chancen und Risiken der Digitalisierung besser zu meistern. Welche Möglichkeiten bietet das Programm den Betrieben?

Als Innovationstreiber Nummer eins revolutioniert die Digitalisierung derzeit viele Bereiche des täglichen Lebens und der Arbeitswelt. Mit dem 80 Millionen Euro umfassenden Förderprogramm "Digitalbonus" will die Bayerische Landesregierung kleine und mittelständische Betriebe dabei unterstützen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und Wachstumspotentiale zu nutzen. Welche Möglichkeiten das Programm Unternehmen bietet, darüber informierten die beiden Wirtschaftsförderungsgesellschaften (Wifö) der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land erstmals zusammen mit Experten des Wirtschaftsministeriums, des Bezirks Oberbayern und aus der Wirtschaft bei einer Veranstaltung im Traunsteiner Chiemgau Gymnasium. 

Der "Digitalbonus"

Nach der Einstimmung durch die beiden Wifö-Geschäftsführer Dr. Birgit Seeholzer aus Traunstein und Dr. Thomas Birner aus Freilassing stellte Ministerialdirigent Dietrich Schirm vom Wirtschaftsministerium das neue Förderprogramm "Digitalbonus" vor. Es ist Teil der großangelegten Digitalisierungsoffensive des Freistaats und hat zwei Schwerpunkte. Zum einen soll es kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bis zu 250 Mitarbeitern bzw. einem Umsatz bis zu 50 Millionen Euro dabei unterstützen, durch Digitalisierungsmaßnahmen neue Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen zu entwickeln, einzuführen oder zu verbessern. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der optimierten Vernetzung interner Unternehmensabläufe. Der zweite Schwerpunkt ist, mit der Digitalisierung auch das IT-Sicherheitsmanagement der KMU und damit den Schutz gegen Angriffe von außen zu verbessern. 

Als denkbare Förderbeispiele für den Betrieb 4.0 nannte Schirm die Ziele, die Produktentwicklung IT-gestützt umzusetzen, Dienstleistungen durch Kundendatenanalyse zu optimieren oder in der Produktion die Schritte "digital entwickeln, automatisieren und kundenspezifisch anpassen" besser miteinander zu vernetzen. Durch Datenzugriff - etwa per per Cloud - ließen sich zudem die Auftragserfassung, -abwicklung und Rechnungslegung für die Mitarbeiter wesentlich effizienter gestalten. Die Entwicklung geeigneter Software ermögliche zudem, die Prozessautomatisierung voranzutreiben. Laut Schirm beläuft sich die Standardförderung auf bis zu 10.000 Euro, bei Digitalisierungsmaßnahmen mit besonderem Innovationsgehalt auf bis zu 50.000 Euro. Alternativ oder ergänzend zu den Zuschüssen gibt es auch die Möglichkeit für zinsverbilligte Digitalbonus-Kredite bis zu zwei Millionen Euro. Für Förderzuschüsse bei den IT-Sicherheitsmaßnahmen ist eine Zertifizierung nötig. Anträge sind online bei der Bezirksregierung Oberbayern unter www.digitalbonus.bayern einzureichen.

IT-Sicherheit

Das in vielen Fällen vernachlässigte Thema IT-Sicherheit im Betrieb rückte Thomas Eberl von der Firma complimant AG aus Kirchweidach in den Fokus.Um die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität der Daten im Betrieb zu sichern, sei ein komplexes Sicherheitsmanagement entlang der gesamten Wertschöpfungskette notwendig. Datenverlust und kostspielige Produktionsausfälle, Wirtschaftsspionage, die Verletzung von Marken- und Urheberrechten seien dabei genauso zu betrachten wie die effektive Datensicherung und Netzsicherheit, die Schulung von Mitarbeitern und das Erstellen eines Notfallhandbuchs. Experten von außen würden Hilfe bieten bei dieser schwierigen Aufgabe, sagte Eberl. 

Das "Büro 4.0"

Wie sich mit Hilfe von Cloud, Apps, Smartphone und der modernen Geschäftssoftware ERP die Prozess- und Betriebsabläufe im "Büro 4.0" wesentlich effizienter gestalten lassen, zeigte Jonas Deschler von der Ziemer GmbH aus Piding auf.Der traditionsreiche Handwerksbetrieb hat sich auf die Entwicklung von Elektrotechnik und Softwarelösungen für das Baunebengewerbe spezialisiert. Die digitale Erfassung, Übergabe und Bearbeitung der Aufträge samt zeitnahem Datenabgleich und Rechnungsstellung ermöglichen den Betrieben eine deutliche Prozessoptimierung und Zeitersparnis, lautete sein Fazit. 

In der Fragerunde mit Experten sprachen die Chefs und Mitarbeiter der rund 70 Firmen, die gekommen waren, zahlreiche Themen an: Wie sicher ist die Cloud und was nützt Verschlüsselungssoftware? Sind der Breitbandanschluss oder der Aufbau neuer Homepages und von Onlineshops, die Entwicklung von Mikrokameras für die Textilkontrolle oder eine neuartige Gebäudevermessung förderfähig? Ministerialdirigent Dietrich Schirm verwies auf den Vernetzungs- und Innovationsgrad neuer Techniken als Fördervoraussetzung sowie auf die Beratung zu unterschiedlichen Fördermöglichkeiten durch die Wifös.

Axel Effner

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