Reaktionen heimischer Politiker auf die US-Wahl

Ramsauer: "Wir müssen uns jetzt warm anziehen"

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Landkreis - Die Wahl in Amerika ist entschieden. Donald Trump wird neuer Präsident der USA. Wir haben Politiker aus dem Berchtesgadener Land und Traunstein zur Wahl befragt.

Donald Trump wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. In einem engen Kopf-an-Kopf-Rennen gewann der Republikaner. Alle Neuigkeiten dazu finden Sie in unserem Ticker. Wir haben Politiker aus unserer Region befragt.

MdB Dr. Peter Ramsauer

"Was wir erlebt haben, ist ein verheerender Niedergang politischer Kultur, der hoffentlich nicht über den Atlantik herüber schwappt. Die Wahl Trumps ist auch eine Protestwahl gegen das politische Establishment, was auch in ganz Europa zu starken ultrarechten Lagern führt. 

Fest steht: Clinton wäre auch nicht viel besser gewesen. Deshalb dürfen wir jetzt auch nicht dramatisieren. Wir müssen mit Trump jetzt praktische Politik machen. Und: Kein Grossmaul kann im Gestrüpp politischer Zwänge am Ende so handeln, wie es vorher getönt hat. Deutschland und Europa müssen sich jetzt warm anziehen. Wir müssen in jeder Hinsicht unsere eigenen Kräfte stärken, denn auf die USA wird bei weitem nicht mehr der bisherige Verlass sein."

Traunsteins Landrat Siegfried Walch

So sehr überrascht wie viele andere war Traunsteins Landrat Siegfried Walch am Mittwoch nicht von der Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten: "Ich war in letzter Zeit eher davon überrascht, dass sich viele so sicher waren, Clinton würde die Wahl gewinnen", so Walch. Sonderlich groß sei ihr Vorsprung in den Umfragen ja nie gewesen. 

Auch in anderer Hinsicht zeigt sich der CSU-Landrat nicht schockiert über den Wahlausgang: "Wir werden sehen, wie sich das auswirkt. Ich bin für Gelassenheit." Walch denkt acht Jahre zurück, an den damals frischen Wahlsieger Barack Obama: "Dem wurde ja sofort der Friedensnobelpreis verliehen. Den Hype um Obama habe ich nie verstanden - genauso wenig verstehe ich jetzt, warum es eine Katastrophe sein soll, weil Trump gewählt wurde."

Trotzdem treibt Walch das "Phänomen der populistischen Strömungen" um, das jetzt auch in den USA erfolgreich angekommen sei. In Hinblick auf Europa und Deutschland meint Siegi Walch: "Man darf nicht so tun, als wären rechte oder konservative Wähler nur eine kleine Masse."

Lesen Sie hier, wie Landtags- und Bundestagsabgeordnete aus Mühldorf und Altötting auf die Wahl reagierten.

xe

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