Thema "Besteuerung der Vereine"

Steuertipps von Finanzminister Söder

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Finanzminister Dr. Markus Söder bei seiner Ansprache in Traunreut.

Traunreut - Finanzminister Dr. Markus Söder kam am Mittwoch nach Traunreut, um den hiesigen Vereinen einige Steuertipps zu geben. Gerade für die Ehrenamtlichen im Landkreis eine wichtige Sache:

Der bayerische Finanzminister, Dr. Markus Söder, kam am Mittwoch mit Mitarbeitern seines Ministeriums nach Traunreut, um bei einer Veranstaltung zum Thema "Besteuerung der Vereine" ehrenamtlich Tätige umfassend zu informieren. "Menschen, die bereit sind, in Vereinen Verantwortung zu übernehmen, sind wichtiger denn je, denn sie vermitteln Werte und Tugenden, die für unsere Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind", betonte Söder. Die vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat 2011 ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe "Vereinsbesteuerung" soll den Vereinen Möglichkeiten aufzeigen, wie sie steuerliche Schwierigkeiten vermeiden und Vergünstigungen nutzen können. Dabei wurde mehrmals betont, dass die Finanzbehörde den Vereinen nicht "möglichst viel Geld abknöpfen" will. Das Finanzamt wolle vielmehr helfen und das mitunter recht schwierige Steuerrecht verständlicher machen.

Bayernweit bekleiden rund 4,5 Millionen Menschen in ihrer Freizeit freiwillig und unentgeltlich ein Ehrenamt. Laut Annemarie Hofmann, Leiterin des Finanzamtes Traunstein, gibt es in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land 2600 Vereine: "deren Arbeit ist unbezahlbar."

Ehrenamtlich Aktive kommen bei ihrer Tätigkeit jedoch auch mit vielfältigen Vorschriften des Steuerrechts in Kontakt. "Ehrenamtlich Tätige haben allerdings oftmals nicht die Zeit, sich umfassend mit dem Steuerrecht zu beschäftigen. Deshalb will die Steuerverwaltung die Vertreter örtlicher Vereine mit diesen Veranstaltungen gezielt über die Grundzüge der Vereinsbesteuerung informieren", erklärte der Finanzminister. Für ihn ist das Ehrenamt ein "Erfolgsmodell unserer Heimat" und für den Zusammenhalt der Gesellschaft eine wichtige Basis. Bayern stehe - im Gegensatz zu manch anderem Bundesland - finanziell gut da, die Schulden würden kontinuierlich gesenkt. Der Finanzminister stellte fest: "Europa geht es gut, weil es Deutschland gibt, und Deutschland geht es gut, weil es Bayern gibt."

Nach Grußworten des Finanzministers, von Landrat Siegfried Walch und Traunreuts Bürgermeister Klaus Ritter, standen drei Fachvorträge von Beamten der Steuerabteilung des Bayerischen Finanzministeriums auf dem Programm. Ziel der Vorträge war es, den Vereinen Möglichkeiten aufzuzeigen, steuerliche Schwierigkeiten zu vermeiden und Vergünstigungen im rechtlichen Rahmen wahrzunehmen.

Ministerialrat Dr. Harald Brandl ging zunächst auf die Gemeinnützigkeit ein und stellte dar, für welche Bereiche im Verein Steuern anfallen und welche steuerfrei sind. Voraussetzung für die Gemeinnützigkeit seien: die Verfolgung eines gemeinnützigen Zwecks, die Selbstlosigkeit und die Förderung der Allgemeinheit. Dazu gehöre unter anderem, dass Mitgliedsbeiträge auch für Normalbürger bezahlbar sind. Schwierigkeiten in der Praxis bereite oftmals die Abgrenzung der Tätigkeitsbereiche eines Vereins. Diese sind der ideelle Bereich, der Bereich der Vermögensverwaltung, der Zweckbetrieb, sowie der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb.

Ida Maschauer erläuterte den rund 600 interessierten Zuhörern im Saal des k1 anschließend die Steuerpflicht genauer. Im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb eines Vereines seien Jahreseinnahmen von mehr als 35.000 Euro, bei einem Gewinn von mehr als 5000 Euro, körperschafts- und gewerbesteuerpflichtig. Alles darunter sei steuerfrei. Um sich vor unerwartet anfallenden Steuern zu schützen, sei es für die Vereine wichtig, zu wissen, wo die Grenzen zwischen den Bereichen - beispielsweise in Bezug auf Werbung, die Veranstaltung von Festen, oder das Betreiben einer Gaststätte - liegen. Bei der Umsatzsteuer gelten wieder andere Besteuerungsgrenzen. Vereine mit einem Jahresumsatz unter 17.500 Euro werden als Kleinunternehmer eingestuft, die keine Umsatzsteuer abführen müssen, dafür aber auch keine Vorsteuer gegenrechnen können. Im einzelnen Fall sei hier genau zu prüfen, was günstiger ist.

Dem Schwerpunkt "Spendenabzug" widmete sich im dritten Fachvortrag Ministerialdirigent Eckehard Schmidt. Er verwies darauf, dass Spendenbescheinigungen genau nach amtlich vorgeschriebenen Mustern anzufertigen seien. Auch die Möglichkeit einer sogenannten Aufwandsspende wurde thematisiert. Dabei seien Voraussetzungen, wie der im Voraus schriftlich fixierte Vergütungsanspruch, wichtig. Eckehard Schmidt ging schließlich noch auf Zahlungen des Vereins an Mitglieder ein, die bis zu bestimmten Grenzen steuerfrei sind. Für Übungsleiter, Chorleiter, Betreuer, Pfleger und ähnliche Kräfte beträgt der jährliche Freibetrag 2400 Euro, dies ist der sogenannte Übungsleiterfreibetrag. Die Ehrenamtspauschale betrifft unter anderem Vereinsvorstände, Schatzmeister, Platzwarte, Büro- und Reinigungskräfte. Hier besteht ein Freibetrag von 720 Euro im Jahr.

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