Mitglieder sind zufrieden mit der CSU

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von links nach rechts: Andreas Greinhofer, Dieter Moosleitner, Christian Schmidbauer, Claudia Seidl und Hans Joachim Rothert

Laufen - Die CSU führte bei seinen Mitgliedern eine Befragung durch. „Wir wollten Stimmungsbilder, Meinungen, aber auch neue Ideen einholen,“ so Schmidbauer.

Dazu hatte CSU Ortsvorsitzender Christian Schmidbauer einige Vertreter der jeweiligen Arbeitskreise zur Versammlung in den Kapuzinerhof eingeladen. Unter anderem konnte er auch Bürgermeister Hans Feil und den stellvertretenden Landrat Lutz Feiler begrüßen.

In den Sommermonaten führte der Ortsverband aus der Salzachstadt eine Mitgliederbefragung durch, die Ergebnisse stellte nun Ortsvorsitzender Schmidbauer vor. Nicht nur in Zeiten der geplanten Bürgerentscheide, die inflationär aus den Boden sprießen, war und sei es der CSU wichtig, die Meinung der Basis zu ergründen. Und die Basis der CSU sind nun einmal die Mitglieder.  Positionen aus der letzten Kommunalwahl sollten im Hinblick auf die nächsten Wahlen überprüft werden. Die Mitgliederbefragung war laut dem Laufener Ortschef gelungen und durchaus erfolgreich.

In einer Benotung in Schulnoten bekam Bürgermeister Hans Feil eine Durchschnittsnote von 1,93, die Stadtratsfraktion 2,29 und die CSU Ortsvorstandschaft 1,86. Themen wie eine Brücke südlich von Laufen, mehr Ausweisung von Gewerbegebieten und Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe, aber auch ein besserer Bahnanschluss (eventuell ein S-Bahn-Anschluss) für Laufen waren bestimmende Wünsche der Mitglieder der CSU. Ein Verkehrskonzept und ein Parkraumkonzept für die Altstadt von Laufen sei eines der dringendsten Angelegenheiten, die in den nächsten Jahren angepackt werden sollten. Die Mitglieder der CSU wunderten sich im Großteil über das noch immer herrschende Image der Wohn- und Schlafstadt. Dieses Image habe Laufen nicht verdient, denn es wären jetzt schon attraktive Gewerbebetriebe in der Salzachstadt angesiedelt. Im Tourismus sahen die Laufener CSU-Mitglieder ebenfalls Handlungsbedarf. Hier wünsche man sich eine bessere Darstellung gegenüber den anderen Tourismusgebieten im Landkreis, vordergründig wurde der Radtourismus genannt. Man könnte mit den Ergebnissen der Mitgliederbefragung zufrieden sein, schloss Schmidbauer die Vorstellung, doch fragte er, was Zufriedenheit bedeute. „Zufriedenheit ist das erste Anzeichen von Stillstand. Zufrieden zu sein soll nicht heißen, keine neuen Ziele zu haben, sich nicht verbessern zu wollen,“ so der Ortsvorsitzende appellierend und verglich es mit einem Fußballspiel: „Die erste Halbzeit ist gespielt und wir haben gut gespielt. Die zweite Halbzeit wird aber anstrengend und wir wollen auch diese erfolgreich bestreiten.“

Die CSA (Christlich-Soziale-Arbeitnehmerunion) stellte im Anschluss der Vorsitzende Andreas Greinhofer aus Bad Reichenhall vor. Die CSA sehe sich als Ausgleich zwischen Sozialem und Wirtschaft. Dies müsse nicht zwangsläufig störend sein, sondern sollte befruchtend interpretiert werden. Die Belastung der Arbeitnehmer werde leider durch die Fakten der steigenden Nervenkrankheiten bestätigt. „Sind wir hier auf dem sicheren Weg ins Hamsterrad?,“ fragte Greinhofer die Versammlung. Er war sich sicher. Wir würden von den Arbeitnehmern einfach zuviel verlangen und stellte hier den Vergleich zum europäischen Ausland, vor allem zu Südeuropa her. „Wir befinden uns in einer massiven Schieflage und müssen schnellstens dagegensteuern.“ Den demographischen Faktor ging Greinhofer anderweitig an. Laut dem CSA-Vorsitzenden gäbe es nicht zuviel Alte, sondern schlicht zuwenig Junge. Warum dies so sei, sei schnell nachvollziehbar. Durch die finanziellen Belastungen kann man sich schlicht Kinder nur noch selten leisten. 1/3 der geborenen Kinder seien zudem von alleinerziehenden Müttern. „Man muss Realitäten erkennen können, um auch etwas ändern zu können,“ kritisierte Greinhofer die Regierungen. Die meisten seien zwar „blitzgescheit“ und hochstudiert, hätten aber den Bezug zum reellen Leben verloren. Daher entstehen Gesetze, die nicht mal mit dem Grundgesetz vereinbar seien. Auch das Demokratieverständnis kritisierte der Reichenhaller. „Kann es in der Demokratie sein, dass beispielsweise bei Volksentscheiden 10% der Bürger auf einmal als Mehrheit dargestellt werden?“ Aus seiner Sicht sei dies mit dem Demokratieverständnis nicht vereinbar, stellte Greinhofer zuletzt fest.

Für die Mittelstandsunion trat der stellvertretende Vorsitzende Dieter Moosleitner aus Freilassing auf den Plan. Moosleitner bezeichnete den Mittelstand als Motor der Wirtschaft. Der Mittelstand müsse die Hauptlast der Steuern für den Bund erwirtschaften, sei aber mit wenig Lobby behaftet. In Zeiten der Krise war der Mittelstand laut Moosleitner der Stabilitätsfaktor. Aber nicht nur hier. 70% der Arbeitsplätze und 80% der Ausbildungsplätze stelle der Mittelstand. Die Mittelstandsunion sei Anwalt des Mittelstandes und der Freiberufler. „Leistung muss sich lohnen und sozial ist, was Arbeit schafft!“ Fairer Leistungswettbewerb, Abbau der Bürokratie, Stärkung der Eigenkapitalbasis des Mittelstandes, steuerliche Entlastungen. Diese Punkte nannte Moosleitner als Ziele der Mittelstandsunion. Und im Hinblick auf die Bundesregierung lies Moosleitner durchblicken: „Wahlversprechen sind dazu da, gehalten zu werden oder aber, man muss ehrlich den Bürgern klar machen, dass es aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich sei, diese Versprechen einzuhalten.“

Was ist die Senioren-Union? Mit dieser Frage wartete der Senioren-Unions-Chef Hans Joachim Rothert aus Bayerisch-Gmain auf. „Wir sind kein Rentner- oder Sozialverband. Wir äußern uns zu jedem politischen und gesellschaftlichen Thema und bringen unsere Erfahrungen ein.“ Ältere Mitbürger wollen aktiv mitgestalten. Kompetenz und Ansprüche seien in der Senioren-Union breitgestreut, es gäbe viele dynamische junge Alte. Die Senioren-Union verstehe sich als Interessenvertretung für alle Senioren, auch für diejenigen, die Pflege brauchen und keine Lobby haben. „Senioren für Senioren“, laute sein Wahlspruch. „Wir denken und handeln generationenübergreifend und nutzen unsere Kraft und bringen uns in die Gesellschaft und Politik ein.“

Claudia Seidl aus Teisendorf wollte gleich zu Anfang ihres Vortrags klarstellen, dass sich die Belange der Frauen-Union nicht nur mit dem Thema Frauen und Familien beschäftige. Auch hier bearbeite man alle Themengebiete. Frauen näher an die Politik zu bringen und auch näher an die Parteien, im Speziellen an die CSU. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei ebenfalls ein großes Thema in Zeiten hoher Scheidungsquoten und einer hohen Anzahl alleinerziehender Mütter und Väter. Auch der Verbraucherschutz, die Zukunft der Bundeswehr oder die Privatsphäre im Internet seien Themen, die die Frauen-Union BGL zur Zeit beschäftige. „Man hat momentan einfach einen Mangel an weiblichen politischen Vorbildern. Auch hier wollen wir aktiv entgegenwirken und uns einbringen,“ so die Frauen-Unions-Vorsitzende Seidl schlussendlich.

Ortsvorsitzender Christian Schmidbauer bedankte sich am Ende der Vorträge und kurzweiligen Diskussion bei allen Anwesenden, im Speziellen bei den Vertretern der Arbeitskreise aus dem Berchtesgadener Land und überreichte im Namen des CSU Ortsverbandes ein kleines Präsent.

Sch

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