Neuer Kanal in Neuhausen eingeweiht

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Neuhausen/Traunstein - Zwei Jahre nach Abschluss der Kanalbauarbeiten haben die Anwohner zusammen mit Vertretern der Stadt und der Baufirma den neuen Abwasserkanal eingeweiht.

Die Bürger von Neuhausen haben den Anschluss ihrer Häuser an die Kläranlage der Stadt Traunstein selbst finanziert und die Kosten von 70.000 Euro aufgebracht. „Diese Lösung bringt Vorteile für die Umwelt, für die Stadt und für die Anwohner“, betonte Oberbürgermeister Manfred Kösterke in einer kurzen Ansprache, in der er vor allem die Eigeninitiative der Neuhausener Bürger hervorhob.

Mehrere Hausbesitzer hatten sich unter Federführung von Herbert Baumgartner und Albert Rieder zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, um selbst für den Kanalanschluss zu sorgen. Für den Stadtrat und die Stadtverwaltung war es selbstverständlich das Projekt zu unterstützen, so dass am 30. April 2008 der erste Spatenstich für die Baumaßnahme erfolgen konnte. Der Baubeginn war die letzte Amtshandlung des damaligen Oberbürgermeister Fritz Stahl, der ebenfalls zur Einweihungsfeier nach Neuhausen gekommen war. Die Verbindungsleitung von Neuhausen über Haunstätt zum städtischen Kanalnetz ist 810 Meter lang und überwindet durch eine Pumpstation einen Höhenunterschied von 40 Metern. Angeschlossen sind fünf Häuser in Neuhausen und zwei Häuser in Haunstätt.

Rund 70.000 Euro bezahlten die Anwohner für die Kanalherstellung und den Bau der Pumpstation, doch auch die Stadt leistete einen Beitrag: Im Gegenzug für die Eigeninitiative wurden die anfallenden Kanalherstellungsbeiträge mit den Baukosten verrechnet, so dass die Anwohner am Ende keine Zahlungen für ihre Kanalanschlüsse leisten mussten. Seit der Fertigstellung übernimmt die Stadt auch den Unterhalt für das Pumpwerk in Neuhausen und die Druckleitung bis zum Übergabepunkt in der Haunstätter Straße. Die gesamte Anlage funktioniert seit zwei Jahren problemlos, bestätigten die Teilnehmer der Einweihungsfeier.

„Neuhausen ist ein Musterbeispiel für andere Außenbereiche, in denen ein regulärer Anschluss an das städtische Kanalnetz aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nicht möglich ist“, freute sich der Leiter des Sachgebiets Stadtentwässerung, Heinrich Vogl. Ziel der Stadt Traunstein sei der Anschluss möglichst vieler Stadtteile an das Kanalnetz. In den letzten zehn Jahren wurden 6,2 Millionen Euro in die Kanalerschließung von Neubaugebieten investiert und weitere 4,2 Millionen Euro in den Austausch von alten Kanalleitungen im Stadtgebiet. Jährlich belaufen sich die Unterhaltskoten für das Kanalnetz auf rund 200.000 Euro. Als Beitrag zum Gewässerschutz investiert die Stadt Traunstein auch hohe Summen in die Kläranlage in Empfing. Allein der jährliche Unterhalt beläuft sich auf durchschnittlich 1,7 Millionen Euro. In die Optimierung der biologischen Reinigungsleistung werden im Jahr 2010 rund 600.000 Euro investiert.

In der Kläranlage am linken Traunufer wird jeden Tag das Abwasser von über 30.000 Menschen und zahlreicher Gewerbebetriebe gereinigt und nach der Aufbereitung als sauberes Wasser in die Traun eingeleitet. Alleine im Stadtgebiet Traunstein sind 4000 Haushalte und Unternehmen an die Kläranlage angeschlossen – seit zwei Jahren auch die Bürger von Neuhausen und Haunstätt.

Niko Oberkandler
Pressereferent der Stadt Traunstein

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