"Gras" an der Hauptschule

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Traunstein - Zwei Reinigungskräfte aus dem südlichen Landkreis Traunstein mussten sich vor dem Schöffengericht verantworten, weil sie einem erst 14-Jährigen "Gras" verkauft haben.

Ein 38 und 23 Jahre altes Paar soll heuer in den Osterferien einem erst 14-jährigen Schüler Haschisch offeriert und schließlich "Gras" für 20 Euro verkauft haben - tagsüber in einer Hauptschule im südlichen Landkreis Traunstein, zu der die beiden Reinigungskräfte einen Schlüssel hatten. Das Pärchen landete am Donnerstag vor dem Schöffengericht Traunstein.

Außerdem entdeckten Polizeibeamte im Wohnhaus der Angeklagten auf dem Speicher am 21. Juli eine Anzuchtanlage für Cannabispflanzen in einem Kleiderschrank, dazu noch 2,3 Gramm Haschisch, Tabak-Haschisch-Reste, diverse Utensilien und ein Päckchen geröstete Cannabissamen in der Wohnung. Staatsanwalt Dr. Stefan Poller warf den Angeklagten mehrere Betäubungsmitteldelikte vor. Ein Urteil erging noch nicht, erst muss noch das Handy des Schülers ausgewertet werden. Der Prozess wird am Montag, 28. Dezember, um 13 Uhr fortgesetzt.

Die aus dem Rheinland stammenden Angeklagten leben seit längerer Zeit im Chiemgau, führen seit vier Jahren eine Beziehung. "Wir streiten ab, dass wir dem Jungen das Haschisch verkauft haben", ließ sich die 23-Jährige bei Prozessbeginn ein. Der einzige Kontakt mit dem 14-Jährigen habe der verlorenen Brille gegolten. Beim Rest der Anklage zeigten sie sich teilgeständig.

Der 38-Jährige war nach seinen Worten jahrelang abhängig von Heroin und Kokain, ist es inzwischen aber von Methadon. Seither konsumiert er abends zusätzlich Cannabis, um "essen und einschlafen zu können". Von Tabletten sei er aggressiv geworden, meinte er. Insgesamt 2,5 Gramm Haschisch habe er von einem "unbekannten Ausländer, einem Marokkaner" am Hauptbahnhofvorplatz in München erworben.

Wie die mutmaßlichen Straftaten aufkamen, schilderte ein Polizeizeuge. Man habe erfahren, im Kurpark des Dorfes gehe es häufig um viel Alkohol und Drogen. Mehrere Jugendliche seien vernommen worden. Dabei habe die Polizei erfahren, der damals 14-jährige Schüler habe zwei Gramm Haschisch besessen. Erst im Kurpark, dann an der Traun, seien kleine Jointrunden gelaufen. Der 14-Jährige habe bei einer Vernehmung alles zugegeben. Demnach stammte das Haschisch von zwei "Putzleuten" seiner Schule.

kd/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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