Ab Januar 2016

Ruhpolding bekommt Abteilung für Schmerztherapie

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Dr. Helga M. Schuckall

Ruhpolding - Chronische Schmerzen – ein Teufelskreis. Um diesen zukünftig zu unterbrechen, bekommt die Kreisklinik Ruhpolding ab Januar eine Abteilung für stationäre multimodale Schmerztherapie.

Betroffene befinden sich oft in einem Teufelskreis: Knapp zwanzig Prozent aller Deutschen leiden unter chronischen Schmerzen. Menschen wie ihnen bietet die Kliniken Südostbayern AG jetzt gezielte Hilfe an: Im Januar 2016 wird an der Kreisklinik Vinzentinum Ruhpolding eine Abteilung für multimodale stationäre Schmerztherapie eröffnet. Als Chefärztin konnte der Klinikverbund eine renommierte Medizinerin gewinnen. Dr. Helga M. Schuckall hat langjährige Erfahrung in der Schmerztherapie und ist Präsidentin der Interdisziplinären Gesellschaft für Schmerzforschung und Schmerzbehandlung (IGSS). 

Chronischer Schmerz - also jeder, der mehr als ein halbes Jahr anhält - stellt inzwischen ein eigenes Krankheitsbild dar. Er eine sehr ernst zu nehmende Krankheit, die den Alltag der Betroffenen in großem Umfang beeinflusst: So vermindert der chronischen Schmerz die Schlafqualität, reduziert die sozialen Aktivitäten in gleichem Maße wie das Sozialgefüge des Betroffenen. Der Teufelskreis Schmerz hat ihn ergriffen: Der Schmerz verursacht Angst und Unsicherheit, Wut und Schuldzuweisung, Hilflosigkeit, die nicht selten in eine Depression endet. Dadurch bedingt kommt es zu Vermeidungsverhalten, Krankenständen, oftmals auch zur Invalidität. Der Schmerz dominiert das Leben des Betroffenen und beeinflusst seine soziale Kompetenz bei Familie, Freunden, Hobbies und Beruf. Daher sind die Ziele der multimodalen Schmerztherapie die Steigerung der Mobilität und die Verbesserung der Lebensqualität. Dies geschieht vor allem durch eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit sowie der Körperwahrnehmung. Die Patienten lernen, sich wieder zu entspannen und achtsamer mit ihrem Körper umzugehen. Auf diesem Wege soll es ihnen ermöglicht werden, wieder ihre gewohnten Alltagstätigkeiten aufzunehmen, ihre Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen beziehungswiese diese zu fördern. 

Um diese Ziele zu erreichen, verfolgt die neue Abteilung den multimodalen Ansatz: Die Therapie erfolgt - nach einer genauen Abklärung des Krankheitsbildes - anhand eines auf jeden Patienten individuell zugeschnittenen Behandlungsplans. Diesen hat ein multiprofessionelles Team aus Arzt, Psychologe, Physiotherapeut und Ergotherapeut maßgeschneidert. Mögliche Therapieoptionen sind medikamentöse Schmerztherapien, invasive Verfahren, Physiotherapie, Gerätetraining, Akupunktur, Homöopathie, Naturheilverfahren sowie das Erlernen von Schmerzbewältigungsstrategien. So soll der Patient befähigt werden, seinen Schmerz zu verstehen, ihn zu begrenzen und seine persönliche Fitness und Belastungsgrenze zu steigern. 

Dr. Helga M. Schuckall und ihr Team wollen ihre Schmerzpatienten in ihrem Ganzen stärken. Neben der Behandlung der reinen Schmerzsymptome lindern sie auch die allgemeinen Symptome. Und auch, wenn eine Schmerzfreiheit nicht immer zu erlangen ist: „Der Patient kann während seines Aufenthalts gut lernen, mit den Schmerzen wieder eine hohe Lebensqualität zu erreichen. Hier soll auch der ganzheitliche Aspekt zum Tragen kommen“, sagt Dr. Schuckall.

 Ihre „Leidenschaft für die ganzheitliche Betrachtungsweise des Menschen machte es schließlich zu meiner Berufung, Menschen mit Schmerzen nachhaltig zu behandeln“, sagt sie. 1961 in München geboren, studierte sie dort auch Medizin. Das Studium beendete sie in Berchtesgaden als Internistische Assistentin. Dort fand sie auch ihren beruflichen Einstieg im Bereich der Chirurgie. Nach einer Zwischenstation als Notärztin in München habe sie am Landeskrankenhaus Salzburg eine interdisziplinäre Schmerzambulanz aufbauen können, so die neue Chefärztin. Sie hat auch die universitäre Ausbildung der Medizinstudenten und die ärztliche Fortbildung in Sachen Schmerztherapie maßgeblich vorangetrieben. Von diesem geballten Wissen profitieren nun die Schmerzpatienten in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein.

Pressemitteilung Kliniken Südostbayern AG

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