Die Gemeinde sucht einen Investor, der die Skianlagen weiter betreibt - bislang jedoch ohne Erfolg. "Wir stecken in einer finanziellen Zwickmühle", gibt Bürgermeister Claus Pichler zu.
Wie die Entscheidung des Gemeinderates aus dem nicht öffentlichen Teil der jüngsten Sitzung so schnell nach außen dringen konnte, wollte Bürgermeister Claus Pichler am ersten Tag nach seinem Urlaub nicht kommentieren. Zu diesem Tagesordnungspunkt habe aber der Gemeinderat keinen abschließenden Beschluss gefasst, so der Rathauschef. "Es war nicht der letzte Schritt in einem langwierigen und schwierigen Prozess." Man sei weiter auf der Suche nach anderen Wegen zum Erhalt des Skigebietes.
Bürgermeister und Gemeinderat seien, was den Weiterbetrieb am Unternberg betrifft, in einer finanziellen Zwickmühle, was schon in der Bürgerversammlung im März dieses Jahres deutlich zu Sprache gekommen sei, so Bürgermeister Pichler. Jedes Jahr müsse aus dem Gemeindehaushalt ein hoher Betrag zum Betrieb beigesteuert werden. Tourismusdirektor Martin Haßlberger hatte den jährlichen Verlust auf 400000 Euro geschätzt.
Suche nach Investor bislang ohne Erfolg
Die Zukunft des Unternbergs sei ein komplexes Thema, fuhr Pichler fort. Das grundsätzliche Interesse der Gemeinde sei, den Berg weiter zu nutzen. Die Suche nach einem Investor sei aber schwierig; ein Interessent aus dem Berchtesgadener Land habe letztlich zurückgezogen. Ausschreibungen seien erfolgt, leider habe sich kein Bewerber gemeldet. Eingeholte Gutachten würden sogar von einem Weiterbetrieb in der jetzigen Form und dem derzeit möglichen Beschneiungskonzept abraten.
Eines der größten Probleme sei die Wasserversorgung für die Beschneiungsanlage. "Bei einer grundlegenden Sanierung würden immense Investitionssummen notwendig sein", so der Bürgermeister. Der Gemeinderat ringe aber um jede Möglichkeit, die touristischen Betriebe in Ruhpolding zu erhalten. Das Interesse an einer Weiterführung sei auch deswegen so groß, weil für die Investitionen, beschlossen in der vorherigen Legislaturperiode, sowieso noch die Schulden abgebaut werden müssten.
Abschließend kündigte Bürgermeister Pichler an, dass er zeitnah Informationen weiter geben werde, wenn sich in dieser Angelegenheit etwas Konkretes tut. "Laufende Verfahren werde ich aber aus verständlichen Gründen nicht kommentieren." hbw

















