Prozess um Schönauer Flüchtling wird am 9. August fortgesetzt

Mediziner: "Spuren am Hals deuten auf Gewalteinwirkung hin"

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Der angeklagte 31-jährige Asylbewerber (rechts) und sein Verteidiger Josef Knoll.

Traunstein/Schönau am Königssee - Drohungen, Faustschläge ins Gesicht, Vergewaltigung der eigenen Frau - hat ein afghanischer Flüchtling im Schönauer Asylheim das seiner Frau angetan? Jetzt hat ein Mediziner ausgesagt.

UPDATE, 10.05 Uhr: Prozess wird unterbrochen

Weitere Zeugen aus dem Asylbewerberheim und die Heimleiterin werden heute nichts zur Wahrheitsfindung beitragen können, ob der 31-Jährige seine Frau vergewaltigt hat: Die Zeugen erscheinen nicht, wie der vorsitzende Richter Zenkel gleich zu Beginn verkündet.

"Die Spuren am Hals deuten auf eine stumpfe Gewalteinwirkung hin, es waren frische Befunde", sagt der Mediziner, der das mutmaßliche Opfer nach den Taten untersuchte und nun vor Richter Zenkel aussagt. Der angeklagte Asylbewerber meinte dagegen, seine Frau habe sich die Verletzungen selbst zugefügt.

Hat sich die 21-Jährige die Verletzungen selbst zugefügt um ihren Mann zu beschuldigen? Der Mediziner glaubt nicht daran, auch weil Spuren am Körper des Angeklagten von Gegenwehr zeugen. Aber: Ob die Verletzungen unbedingt von einer Vergewaltigung kommen kann der Mediziner nicht sagen.

Richter Zenkel unterbricht den Prozess wieder: Ohne die Heimleiterin als Zeugin kann nicht fortgesetzt werden. Am Dienstag, den 9. August wird fortgesetzt. Der Prozess und die Haft nimmt den Angeklagten sichtlich mit: Kaum verlässt der Richter den Sitzungssaal bricht er wieder in Tränen aus.

Vorbericht:

Richter Jürgen Zenkel wurde laut: "Sie wären gut beraten, es zuzugeben, wenn es passiert ist, um ihrer Frau eine Aussage zu ersparen. Das wäre dann wahrscheinlich auch der einzige Strafmilderungsgrund für Sie." Doch der angeklagte Asylbewerber stritt beim Prozessbeginn am 14. Juli vor dem Traunsteiner Landgericht beinahe alles ab, was ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft.

Im November 2015 soll der 31-jährige Afghane seiner Frau, die ebenfalls in der Unterkunft in Schönau am Königssee wohnt, zum ersten Mal gedroht haben: "Schlaf jetzt mit mir, Du bist meine Frau!" Er habe ihr gedroht, ihr ansonsten die Hände zu brechen. Am 16. Januar 2016 dann der nächste Fall: "Der Angeschuldigte schlug ihr mindestens zwei Mal mit der Faust auf den Kopf", so die Staatsanwältin, ehe er gegen den Willen seiner 21-jährigen Frau Sex mit ihr gehabt habe. Auch am Tag darauf soll es wieder Faustschläge gesetzt haben.

"Das sind Lügen! Ich schwöre auf den Koran"

Beim Angeklagten flossen am ersten Prozesstag die Tränen: "Das sind Lügen! Es gab Diskussionen mit meiner Frau wegen der Familie und ich habe sie geschubst. Aber wir hatten keinen Sex. Ich habe heute den Koran dabei und werde vor allen Zeugen darauf schwören, dass das nicht stimmt." 

Der Hintergrund: Seine Frau will sich schon länger von ihm scheiden lassen. Damit die "Schuld" für die Scheidung gegenüber den Familien nicht auf sie, sondern auf den 31-Jährigen zurückfalle, habe sich seine Frau die Vergewaltigungen ausgedacht, argumentierte der Angeklagte. Das 21-jährige, mutmaßliche Opfer blieb vor Richter Zenkel jedoch bei ihrer Version. Sie trug Blutergüsse, Würgemale und eine geschwollene Nase davon.

Am Freitag will das Gericht noch weitere Zeugen aus der Schönauer Asylbewerberunterkunft und einen Rechtsmediziner vernehmen. Die Anklage lautet auf Vergewaltigung in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung. 

+++ Der Prozess beginnt um 9 Uhr - BGLand24.de berichtet aus dem Gerichtssaal +++

xe

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