Siegsdorf: Chef will mit Polizei Deal aushandeln

"Rollende Zeitbombe" auf A8: Lkw mit maroden Bremsen!

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Siegsdorf - Kurz vor Freitagmitternacht haben Beamte der Verkehrspolizei einen äußerst maroden Export-Lkw auf der A8 in Fahrtrichtung Österreich aus dem Verkehr gezogen.

Kurz vor Mitternacht von Freitag auf Samstag haben Beamte der Verkehrspolizei einen äußerst maroden „Export“-Lkw auf der A8 kurz vor Siegsdorf in Fahrtrichtung Österreich aus dem Verkehr gezogen.

Das Lkw-Anhängergespann fiel den Beamten ins Auge, weil er nur sehr langsam fuhr. Als er bemerkte, dass ihm die Polizei nachfuhr, verringerte er die Geschwindigkeit noch mehr.

Die Beamten stoppten das Gespann an der Anschlussstelle Siegsdorf. Der Lkw-Fahrer leitete das Bremsmanöver schon fast einen Kilometer vorher ein. Bei näherer Inaugenscheinnahme wussten die Beamten sofort was der Grund dafür war: Nahezu keine Bremse funktionierte ordnungsgemäß. 

Die Bremse an der ersten Achse des Lkw war sehr marode und wies tiefe Riefen auf. An der Hinterachse ging überhaupt keine Bremse - die Bremsscheiben waren total verrostet und definitiv schon länger defekt.

Im Bereich des Anhängers war ein starkes Pfeifen zu vernehmen - die Druckluftzufuhr für die Bremsanlage war dort ebenfalls defekt, was zu einer starken Reduzierung der Bremsleistung führte.

Der 61-jährige bosnische Fahrer gab sich zunächst ahnungslos. Er sprach auch vorerst kein Deutsch und er gab mit ständigem Achselzucken auch sein Desinteresse an den Beanstandungen der Beamten kund.

Chef zur Polizei: Bitte Auge zudrücken

Die ebenfalls in Bosnien ansässige Firma wurde durch die Beamten kontaktiert - der Chef bat darum den Fahrer doch die letzten 20 Kilometer in der Bundesrepublik noch bis nach Österreich fahren zu lassen und ein Auge zuzudrücken. Er versprach auch den Lkw in Serbien dann reparieren zu lassen. Auf den „Deal“ ließen sich die Beamten selbstverständlich nicht ein und beendeten die Weiterfahrt sofort. 

Diese wird erst nach einer Reparatur vor Ort, welche sich als äußerst schwierig gestalten dürfte, oder einer Abschleppung zu einer Werkstatt mit anschließender Reparatur gestattet.

Zudem muss der Fahrer noch eine dreistellige Kaution zur Sicherstellung der Durchführung des Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahrens hinterlegen. Im Falle einer Gefahrenbremsung wäre der Lkw niemals zum Stehen gekommen und etwaige Unfallfolgen wären horrend gewesen.

Pressemitteilung Verkehrspolizeiinspektion Traunstein

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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