Unternberg: Skibetrieb vor dem Aus?

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Gehört der Skibetrieb am Unternberg bald der Vergangenheit an? Finanznöte zwingen die Gemeinde zur Schließung der Betriebsanlagen, wenn nicht bald ein Investor gefunden wird.

Ruhpolding - Der Skibetrieb auf dem Unternberg steht auf der Kippe. Die Gemeinde Ruhpolding sieht sich nicht mehr in der Lage, das jährliche Defizit zu stemmen.

Die Gemeinde sucht einen Investor, der die Skianlagen weiter betreibt - bislang jedoch ohne Erfolg. "Wir stecken in einer finanziellen Zwickmühle", gibt Bürgermeister Claus Pichler zu.

Wie die Entscheidung des Gemeinderates aus dem nicht öffentlichen Teil der jüngsten Sitzung so schnell nach außen dringen konnte, wollte Bürgermeister Claus Pichler am ersten Tag nach seinem Urlaub nicht kommentieren. Zu diesem Tagesordnungspunkt habe aber der Gemeinderat keinen abschließenden Beschluss gefasst, so der Rathauschef. "Es war nicht der letzte Schritt in einem langwierigen und schwierigen Prozess." Man sei weiter auf der Suche nach anderen Wegen zum Erhalt des Skigebietes.

Die Nachricht von der Einstellung des Skibetriebes war für Jürgen Gstatter als Vorsitzenden der "Vereinigung der Ruhpoldinger Gastgeber" (VdRG) Anlass, in einem offenen Brief Bürgermeister und Tourismusdirektor dazu um eine Stellungnahme zu bitten. Trotz urlaubsbedingter Abwesenheit des Rathauschefs hätte er sich wenigstens eine Reaktion der Tourismusverantwortlichen erhofft. "Bisher habe ich keine Stellungnahme oder wenigstens einen Hinweis erhalten", kritisierte Gstatter. Nach seiner Ansicht verschlechtern sich damit die Konditionen der "Xtra-Gästekarte" erneut. Besonders würde die Vermieter ärgern, dass "sie von der Gemeinde auf Anfrage die Auskunft bekamen, die Konditionen der Xtra Karte bleiben für das kommende Jahr unverändert", worauf die Gastgeber bei den Buchungen für die Wintersaison diese Zusage ihren Gästen weitergegeben haben. "Wir möchten, dass der Unternberg erhalten bleibt", so der VdGR-Vorsitzende. Sollte dies nicht der Fall sein, wäre das "ein Offenbarungseid für den Wintertourismus". Aus diesem Grund werde auch für Mitte dieses Monats eine Sitzung der VdRG einberufen. Es ist abzuwarten, ob dann die Gastgebervereinigung einen machbaren Weg aufzeigen kann.

Bürgermeister und Gemeinderat seien, was den Weiterbetrieb am Unternberg betrifft, in einer finanziellen Zwickmühle, was schon in der Bürgerversammlung im März dieses Jahres deutlich zu Sprache gekommen sei, so Bürgermeister Pichler. Jedes Jahr müsse aus dem Gemeindehaushalt ein hoher Betrag zum Betrieb beigesteuert werden. Tourismusdirektor Martin Haßlberger hatte den jährlichen Verlust auf 400000 Euro geschätzt.

Suche nach Investor bislang ohne Erfolg

Die Zukunft des Unternbergs sei ein komplexes Thema, fuhr Pichler fort. Das grundsätzliche Interesse der Gemeinde sei, den Berg weiter zu nutzen. Die Suche nach einem Investor sei aber schwierig; ein Interessent aus dem Berchtesgadener Land habe letztlich zurückgezogen. Ausschreibungen seien erfolgt, leider habe sich kein Bewerber gemeldet. Eingeholte Gutachten würden sogar von einem Weiterbetrieb in der jetzigen Form und dem derzeit möglichen Beschneiungskonzept abraten.

Eines der größten Probleme sei die Wasserversorgung für die Beschneiungsanlage. "Bei einer grundlegenden Sanierung würden immense Investitionssummen notwendig sein", so der Bürgermeister. Der Gemeinderat ringe aber um jede Möglichkeit, die touristischen Betriebe in Ruhpolding zu erhalten. Das Interesse an einer Weiterführung sei auch deswegen so groß, weil für die Investitionen, beschlossen in der vorherigen Legislaturperiode, sowieso noch die Schulden abgebaut werden müssten.

Abschließend kündigte Bürgermeister Pichler an, dass er zeitnah Informationen weiter geben werde, wenn sich in dieser Angelegenheit etwas Konkretes tut. "Laufende Verfahren werde ich aber aus verständlichen Gründen nicht kommentieren." hbw

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