Solarboom geht ungebrochen weiter

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Traunstein (ch-z) - Im Rahmen der Feier zum 30-jährigen Bestehen des Forum Ökologie in Traunstein hat Peter Rubeck, der Sprecher des Regionalbündnisses "Sonnenstrom und Sonnenwärme vom Watzmann bis zum Wendelstein" einen sehr positiven Rückblick auf die Jahre 2008 und 2009 gegeben.

Die Interessengemeinschaft aus Kommunalpolitik, Handwerkern und einem Netzwerk von zehn Solarinitiativen, die unter der Schirmherrschaft von Traunsteins Landrat Hermann Steinmaßl steht, habe sich als bedeutender Förderer der Wirtschaft in der Region behauptet. Nach den Worten von Rubeck beläuft sich der Gesamtumsatz in der Region im Bereich Solarstrom und Solarwärme inzwischen auf mehr als 570 Millionen Euro im Handwerk.

Landrat Steinmaßl stellte heraus, dass der Klimawandel in den nächsten Jahren ein energisches Handeln aller Menschen erfordere. Als eine Maßnahme des Landkreises nannte er die Einrichtung eines Gebäudemanagers für die Liegenschaften mit dem Ziel, durch Sanierungsmaßnahmen den Energieverbrauch deutlich zu reduzieren.

In den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land sind inzwischen über 8190 Solarkraftwerke mit einer Leistung von mehr als 104 Megawatt am Netz. Damit gehört die Region vom Watzmann bis zum Wendelstein weiter zu den führenden Solarstromregionen in Deutschland und Europa. Jährlich werden 36,4 Millionen Kilowattstunden sauberer Strom produziert. Im Landkreis Traunstein können bereits über sechs Prozent des Stromverbrauchs in der Jahresbilanz über die Solarkraftwerke abgedeckt werden. Der Umsatz seit Start der Initiative im Jahr 2000 habe sich auf 459 Millionen Euro summiert, berichtete Rubeck. Das sei ein beeindruckender Beleg dafür, welche Bedeutung als regionaler Wirtschaftsfaktor die Sonnenenergie inzwischen habe.

Der Landkreis Traunstein kommt auf eine Solarstromanlagendichte von mehr als 240 Watt pro Einwohner und ist damit absoluter Spitzenreiter in der Region. Im Landkreis Rosenheim liegt die Solarstromdichte bei 178 Watt und im Berchtesgadener Land bei 127 Watt pro Einwohner.

Einzelne Kommunen ragen aus diesem sehr guten Regionalergebnis noch heraus: Mehr als zwei Megawatt Anlagenleistung weisen die Kommunen Höslwang, Tittmoning, Traunreut, Traunstein, Trostberg und Tuntenhausen auf. Mehr als drei Megawatt Anlagenleistung sind inzwischen in Engelsberg, Feldkirchen-Westerham und Bruckmühl installiert. Zu Spitzenreitern haben sich die Stadt Rosenheim mit 4,1 Megawatt und die Gemeinde Teisendorf mit 6,8 Megawatt Solarleistung entwickelt.

Auch bei der Solarwärme kann die Tourismusregion vom Watzmann bis zum Wendelstein gute Erfolge aufweisen: Die Fläche an Sonnenkollektoren liegt inzwischen bei 185200 Quadratmetern. Diese Kollektorfläche ernte pro Jahr eine Energiemenge, die einem Ölvolumen von 9,3 Millionen Litern entspricht, rechnete Rubeck vor. Zum Transport wären dazu 310 Tanklastzüge erforderlich. "Diese ,Energieleistung' der Solarwärmekollektoren führt zu einem echten Gewinn für die Haushaltskassen in der Region - jährlich rund sechs Millionen Euro", konstatierte der Sprecher.

Der Ausstoß von 46300 Tonnen Kohlendioxid werde dadurch Jahr für Jahr vermieden, so Rubeck. Dies sei ein wichtiger Faktor für die Luftkurorte und die gesamte Tourismusregion.

Die Fachbetriebe im Heizungs-/Sanitärbereich konnten seit Start des Aktionsbündnisses mit der Kollektortechnik die eindrucksvolle Summe von 118 Millionen Euro Umsatz erzielen. Besser könne man Ökonomie und Ökologie in unserer Region nicht verbinden, meinte Rubeck.

Bei der Feier warteten die Vertreter der Kommunen gespannt auf die genauen Ergebnisse der Auswertung. Gleichsam Gewinner in der Region sind diesmal die Kommunen Kienberg mit 0,85 Quadratmeter Kollektorfläche pro Einwohner, Berchtesgaden/Schönau mit 0,80 Quadratmeter, Palling mit 0,72, Taching mit 0,71 und Pittenhart mit 0,66 Quadratmeter Kollektorfläche pro Einwohner.

"Diese tolle Entwicklung ist die Grundlage dafür, dass wir in der Solarbundesliga unsere Spitzenplätze behaupten können und vor allem in der Region eine echte positive Wirtschaftsförderung auch in Zeiten der Wirtschaftskrise praktizieren", freute sich Regionalkoordinator Rubeck. Mit Sorge betrachtete er allerdings die Politik in Berlin vor dem Hintergrund der Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und FDP. Um die Wirtschaftsförderung durch die Nutzung von Solarstrom und Solarwärme weiterhin erfolgreich einsetzen zu können, seien verlässliche Rahmenbedingungen unbedingt erforderlich. Beim Erneuerbare-Energien-Gesetz, dem Marktanreizprogramm und dem Wärmegesetz müssten auf jeden Fall die richtigen Voraussetzungen für umweltbewusste Bürger bestehen bleiben. "Wer hier an der falschen Schraube dreht, gefährdet Arbeitsplätze in der Region", warnte Rubeck.

gi/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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