Gemeinderat beschließt Bildung einer Arbeitsgruppe

Heftige Debatte über Aufstellen von Hundetoiletten

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Surberg - Eine kontroverse Diskussion beherrschte den Surberger Gemeinderat: Hundeklos ja oder nein? Am Ende stand ein Beschluss.

In der Gemeinderatssitzungssitzung im Juli hatte Elke Scheil unter dem Tagesordnungspunkt „Anfragen“ die Aufstellung von Hundetoiletten und Abfallbehältern angeregt. Da dieser Punkt nicht auf der Tagesordnung stand, wurde er in der jüngsten Sitzung des Surberger Gemeinderats auf die Tagesordnung gesetzt und eingehend behandelt. Nach einer heftigen Debatte beschloss der Gemeinderat, eine Arbeitsgruppe zu bilden, der zunächst eine Bedarfsermittlung erstellen soll.

Eine Diskussion um Hundeklos gab es auch in Marquartstein.

Zunächst hatte Bürgermeister Josef Wimmer auf die Gemeinderatssitzung vom Dezember 2007 verwiesen. Damals sei der Antrag auf Aufstellung von Hundetoiletten und Abfallbehältern abgelehnt worden, so Wimmer. Als Begründung wurde seinerzeit angeführt, dass regelmäßige Kontrollen, Entleerung und Entsorgung zu einem Mehraufwand für die gemeindlichen Arbeiter führen würden. „Nachdem sich an der heutigen Situation nichts geändert hat, schlägt die Verwaltung vor, keine Hundetoiletten und Abfallbehälter im Gemeindegebiet aufzustellen“, sagte der Bürgermeister und wollte einen entsprechenden Grundsatzbeschluss herbeiführen.

Zillner: Situation hat sich geändert

Martin Zillner meinte jedoch, die Situation habe sich gewaltig geändert, weil die Hundehaltung und damit auch die Zahl der Unvernünftigen mehr geworden sei. Der Gemeinderat habe die Hundesteuer erhöht und müsse nun das Geld für den Mehraufwand hernehmen. „Außerdem brauchen wir Schilder, die auf die Anleinpflicht und die Beseitigung von Hundekot hinweisen“, so Zillner. Der Bürgermeister wies auf die Verantwortlichkeit der Hundehalter hin.

Zweiter Bürgermeister Michael Wimmer wendete sich dagegen, einen Grundsatzbeschluss zu fassen, ohne sich ausreichend auseinanderzusetzen. „Zuerst muss eine Grundlagenermittlung her, ob und wo ein Bedarf vorhanden ist“, betonte er. Elke Scheil sagte, die Gemeinde habe nicht einmal Abfallbehälter, in die die Hundehalter ihre Plastiktüten hineinwerfen könnten. Ein Teil der Hundesteuer könne dafür zurückfließen. Hundetoiletten seien für alle da, denn sowohl die Bürger als auch die Hundehunde profitierten davon.

Zehn Hundetoiletten ungenügend?

Für Georg Schmid haben Hundetoiletten einen Sinn. Die Mehrarbeit für die Gemeindearbeiter sei überschaubar. Bürgermeister Wimmer erklärte, die Gemeinde habe keinen Grund, auf dem sie die Hundetoiletten aufstellen könne. Sie brauche daher die Einwilligung der Grundeigentümer. Dritter Bürgermeister Georg Rehrl meinte, von Trenkmoos bis Fuchsreit gebe es überall Hunde. Die Gemeinde Surberg habe keine festen Wege wie ein anderen Gemeinden. Mit zehn Hundetoiletten werde man nicht auskommen. Deshalb rechnete Rehrl mit Kosten bis zu 9000 Euro. Die meisten Leuten regten sich nicht so sehr über den Hundekot auf, sondern darüber, dass die Hunde frei herumliefen, so Rehrl.

Katharina Schallinger regte an, man müsse bei der Bedarfsermittlung gleich mit den Anliegern sprechen, ob man auf ihrem Grund eine Hundetoilette aufstellen dürfe. Hubert Anfang betonte, dies sei ein ganzjähriges Problem. Man müsse die Hundetoiletten unter Umständen auf dem Bankett aufstellen. Dann würden sie auch umgefahren. Hinweisschilder und Hundetoiletten auf Privatgrund aufzustellen, hielt er für problematisch.

Hundekot in der Landwirtschaft ein Problem

Zillner unterstrich, es gebe Gebiete, wo sich das Problem konzentriere. „Wenn ein Grundstückseigentümer ein Problem hat, wird er dafür sein“, sagte er. Man müsse mit den Betroffenen, die einen Bedarf sähen, reden. Zweiter Bürgermeister Wimmer fügte hinzu, der Hundekot stelle in der Landwirtschaft bei der Fütterung ein Problem dar.

Bürgermeister Wimmer fragte schließlich, wer den Bedarf ermitteln solle. Die Verwaltung könne lediglich die Zahl der Hunde ermitteln. Er schlug deshalb vor, eine Arbeitsgruppe einzurichten, um den Bedarf zu ermitteln. Wenn man einen Vorschlag mache, müsse man auch sagen, wie man ihn ermittle, so seine Begründung. Die Gemeinderäte stimmten einstimmig für eine Arbeitsgruppe. Die Gemeinderäte Christian Mix, Katharina Schallinger, Georg Schmid, Klaus Weber, Michael Wimmer und Martin Zillner erklärten sich spontan bereit mitzumachen.

Bjr

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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