Förderung für Europa-Projekt

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Vordere Reihe von links: Stefan Stadler (Jugendzentrum Traunreut), Valentin Haase (Jugendzentrum Traunreut); Simon Schmalzgruber, Christina Falter (JHG), Christian Cratz (MJC Thiaucourt), Ernst Ziegler (2. Bürgermeister Traunreut);Hintere Reihe von links: Franziska Zehetmaier; Ramona Hinterreiter; Alisa John; Dennis Neu; Manuel Pannier; Martin Krettek, Maximilian Lukas, Roberto Schroll, Anna Mendes

Traunreut - Die Arbeit, die das Jugendzentrum für die deutsch-französiche Freundschaft leistet, wird von der EU mit 10.000 Euro gefördert.

Der Geschäftsführer des MJC Thiaucourt, Christian Cratz, war am letzten Wochenende Gast der Stadt Traunreut. Seit etwa einen Jahr bereitet das Jugendzentrum einen Besuch von Jugendlichen in der Region Lothringen vor, bei dem gemeinsam mit französischen Jugendlichen Schützengräben des ersten Weltkriegs freigelegt und restauriert werden. Das Projekt wird von der EU dieses Jahr mit über 10.000 Euro gefördert. Christian Cratz war nach Traunreut gekommen, um die Jugendlichen kennenzulernen und um ihnen mögliche Fragen zu beantworten.

2. Bürgermeister Ernst Ziegler begrüßte Christian Cratz im Namen der Stadt und sicherte den Jugendlichen die volle weitere Unterstützung der Stadt zu: „Gerade uns als Europastadt liegen solche Projekte für die Völkerverständigung sehr am Herzen. Der Frieden in Europa ist keine Selbstverständlichkeit und muss immer wieder neu erarbeitet werden. Ich freue mich sehr, dass deutsche und französische Jugendliche gemeinsam auf einer Gedenkstätte gegen den Krieg und für die Völkerverständigung arbeiten.“

Christian Cratz betonte, dass für ihn die Begegnung der Jugendlichen im Vordergrund stehe: Ihm sei zwar auch wichtig, dass die Gedenkstätte in einem guten Zustand sei, aber die gemeinsame freiwillige Arbeit in der Gedenkstätte sei vor allem zum Zweck der Völkerverständigung zwischen Frankreich und Deutschland da. Deswegen gebe es neben der Arbeit an den dreisprachigen Erklärungen in der Gedenkstätte natürlich auch andere Aktivitäten: So werden beispielsweise jeden Tag deutsche und französische Jugendliche gemeinsam eine kleine Sendung für das Lokalradio über die kleinen Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich erarbeiten, die dann täglich auf Sendung geht. Er freue sich, dass beim zehnjährigen Jubiläum des Chantiers deutsche Jugendliche mitarbeiten.

Ende Juli fahren elf Jugendliche aus Traunreut nach Frankreich um dort den Aufbau der Gedenkstätte für den ersten Weltkrieg nahe des Ortes St. Baussant zu unterstützen. Für den Zeitraum der Freiwilligenarbeit werden sie vom Besuch des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums befreit. Am Samstag besuchte auch Christina Falter, Französischlehrerin am JHG, das Treffen. Stefan Stadler bedankte sich bei ihr für die tolle Kooperation zwischen dem JHG und dem Jugendzentrum: „Das JHG hat immer ein offenes Ohr für Belange des Jugendzentrums. Die Zusammenarbeit könnte nicht besser sein.“

Während ihres Aufenthalts werden die Schüler in Gastfamilien untergebracht, deren Kinder auch bei der Restaurierung der Gedenkstätte mithelfen. Die Jugendlichen werden dort von Montag bis Freitag von neun bis 17 Uhr in der Gedenkstätte arbeiten. Dieses Jahr werden die alten Tafeln mit Erklärungen und Fotos ausgetauscht und dreisprachig gestaltet: Die historische Gesellschaft von Thiaucourt stellt die Fotos und unterstützt die Jugendlichen der Arbeit. Abends sind dann verschiedenen Aktionen und Unternehmungen geplant, wie beispielsweise ein Besuch in der nahegelegenen Stadt Nancy.

Schon vor dem Treffen hatten die Jugendlichen Christian Cratz am Vormittag mit einer Stadtführung und einer Informationsmappe begrüßt. Cratz war beeindruckt von der Geschichte der Stadt, die auch von den Kriegen in Europa geprägt ist. Danach präsentierte Simon Schmalzgruber die Geschichte des ersten Weltkrieges, bei der er explizit auch auf die Bedingungen für die Soldaten in den Schützengräben einging.

Nachdem alle organisatorischen Fragen der Jugendlichen beantwortet waren ging es dann zum informellen Teil des Abends über: Ein Schweinebraten mit Semmelknödel und Sauerkraut wurde gemeinsam zubereitet. Beim Essen konnten alle Details des Austausches besprochen werden.

„Wir hoffen, dass es keine einmalige Aktion bleibt,“ so Stefan Stadler zum Abschluss. „Dieses Projekt und die mitwirkenden Jugendlichen haben jede Unterstützung verdient und wir freuen uns auch darüber, dass die Jugendlichen mit enormen Engagement an die Sache herangehen.“

Pressemitteilung Stadt Traunreut

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