Erstes Konzept vorgestellt

Braucht Traunreut ein Museum?

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Traunreut - Die Stadt ist eine der jüngsten in der weiteren Umgebung: Braucht man da ein Museum? Dem Stadtrat wurde die Idee nun vorgestellt: "Traunreut hat ein Museum verdient."

Heimatmuseen in der Region gibt es viele, in Traunreut müsste man dagegen praktisch bei Null anfangen. Wie ein solches Museum der Stadt aussehen könnte, stellte die Münchner Historikerin Henriette Holz am Donnerstag dem Stadtrat vor. Sie plädiert dafür, die Industriekultur in den Mittelpunkt zu rücken.

Das könnten die Themen werden

"Es sollte kein rückwärtsgewandtes Museum werden, sondern in die Zukunft gerichtet", so die Historikerin Holz. Trotzdem käme man auch an der jungen Traunreuter Geschichte nicht vorbei. Früher nur die "Heeresmunitionsanstalt", dann der Neubeginn nach dem Krieg mit vielen Vertriebenen und der Ansiedlung der Industrie: "Welche Diskussionen gab es damals?", wäre so eine Frage, an der man die Geschichte behandeln könnte, so Holz. Das Thema "Flucht und Neubeginn" sei auch heute wieder aktuell, so die Historikerin. Traunreut könne als "Melting Pot" beschrieben werden.  

Zurückgreifen könnte man auf Sammlungen des Heimathauses und auf Archivmaterial, Pläne und Fotos der Stadtverwaltung sowie des verstorbenen Heimatforschers Fuchs. Auch alte Exponate der großen Traunreuter Industriefirmen könnten im Museum Platz finden - bei Bosch-Siemens hat man heute schon eine solche Ausstellung.

Noch gibt es Lücken

Allerdings müsse noch viel herausgearbeitet werden: Zum einen gibt es in den Archiven Lücken für die Zeit nach 1960, zum anderen müsse man Alleinstellungsmerkmale und Schwerpunkte des Museums finden. Auch eine Zielgruppe müsse man definieren, so Henriette Holz: "Für wen macht man so ein Museum?" Darüber hinaus bräuchte die Stadt ein Gebäude und Personal dazu.

Mögliche Standorte

Drei mögliche Standorte hat man schon begutachtet: Das Trauna-Center gegenüber dem k1, ein vergrößertes Heimathaus ("kleine Lösung") oder ein Neubau beim k1 ("große Lösung"). 1000 bis 2500 Quadratmeter bräuchte man für ein Museum, schätzt die Historikerin. "Momentan könnten wir das aber noch nicht realisieren, davon sind wir noch einige Jahre weg", hieß es dagegen aus dem Stadtrat.

Erste Kostenschätzungen

Unabhängig von den Baukosten gab die Historikerin auch eine Abschätzung über mögliche Kosten. 560.000 Euro würde das Einrichten des Museums ungefähr kosten, dazu kämen laufende Betriebskosten von etwa 50.000 Euro jährlich und 110.000 Euro im Jahr für das Personal. Henriette Holz schätzt bei einem Eintrittspreis von vier Euro die Einnahmen auf 28.000 Euro jährlich - für die Stadt käme demnach ein jährlicher Fehlbetrag von 120.000 bis 150.000 Euro heraus.

Eine Entscheidung, wie es mit dem angedachten Traunreuter Stadtmuseum weitergeht, soll in der nächsten Stadtratssitzung im Mai fallen.

xe

Rubriklistenbild: © Wikipedia

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