Blitzer bei St. Georgen: Was hat er gebracht?

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Der stationäre Blitzer in St. Georgen.

St. Georgen - Seit 1. Mai schießt der stationäre Blitzer an der B304 "scharf". Doch was hat das Kontrollgerät bislang gebracht und wie geht es weiter an dem "Unfall-Schwerpunkt"?

Der Blitzer an der B304 bei St. Georgen ist die erste stationäre Geschwindigkeitsmessanlage auf Landstraßen in ganz Bayern. Die beiden Messkabinen, eine pro Fahrtrichtung, sollen einen sogenannten "Unfall-Superdauerbrenner" nachhaltig und wirkungsvoll entschärfen, so die Vorstellung der Polizei. Seit vielen Jahren ist die Kreuzung bei St. Georgen nämlich schon ein Unfallschwerpunkt. Mobile Messungen der Polizei haben gezeigt, dass daran in erster Linie das hohe Geschwindigkeitsniveau schuld sei. "An dieser Stelle wird extrem schnell gefahren und erschreckend viele Fahrer halten sich nicht an die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h", hieß es in einer Stellungnahme des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

Der neue stationäre Blitzer soll nun Abhilfe schaffen. Und bislang scheint sich die Anlage zu bewähren: "Das Geschwindigkeitsniveau in diesem Bereich hat sich deutlich reduziert", so Bernd Heller vom Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Auch die Anzahl der Unfälle und der Unfallfolgen sei zurückgegangen. Heller: "Wenn man die Testphase seit August mit einbezieht, so ist bei den Unfallzahlen eine deutliche Tendenz nach unten zu erkennen." In den ersten zwei Wochen, seit der Blitzer "scharf" gestellt ist, sind bereits rund 500 Verkehrsteilnehmer mit überhöhter Geschwindigkeit gemessen worden. "Die gemessenen Fahrzeuge pro Tag bewegen sich im zweistelligen Bereich", berichtet Heller.

Kosten: Blitzer vs. Ampel/Kreisverkehr

Um den Unfallschwerpunkt an der Kreuzung zu entschärfen, wurde auch lange über einen Kreisverkehr oder eine Ampelanlage diskutiert. Von einem User kam daher die Frage auf, wie es sich mit den Kosten für den stationären Blitzer, im Vergleich zu denen für einen Kreisel beziehungsweise eine Ampel verhält. Heller: "Die Betriebskosten für den Blitzer sind sehr gering, weil die Anlage digital läuft. Hier fallen also nur Stromkosten an." Die Anschaffung habe das Innenministeriums - im Rahmen des Verkehrssicherheits-Programms 2020 - übernommen. Die Stadt Traunreut musste nichts beisteuern. Was auf dem Preisetikett des Blitzers stand, wollte Heller nicht verraten.

Erster fixer Blitzerkasten

Und wie verhält es sich mit den Kosten für eine Ampelanlage oder einen Kreisverkehr? Auf Anfrage von chiemgau24.de meinte Sebald König, leitender Baudirektor des Straßenbauamtes in Traunstein, zur ersten Variante: "An der Kreuzung - mit den beiden Bahnübergängen - ist die Situation sehr Komplex. Eine normale Ampelanlage würde hier nicht ausreichen. Es müsste eine Büstra (Bahnübergangssteuerungsanlagen) installiert werden. Das würde auch einen Eingriff in den Bahnverkehr bedeuten. Die Kosten lägen hier mindestens im siebenstelligen Bereich." Von Seiten des Straßenbauamts ist man daher von dieser Idee abgerückt, hin zu dem Vorschlag mit einem Kreisverkehr: "Hierfür müssen beide Bahnübergänge beseitigt und eine Tieferlegung vorgenommen werden. Die Kosten dafür bewegen sich in einer Größenordnung von 25 Millionen Euro." Ddoch bevor das Straßenbauamt die Planungen für einen Kreisel vorantreibt, will man sich die Resultate des stationären Blitzers anschauen. "Der muss jetzt erst einmal ein Jahr lang ungestört laufen, um die Auswirkungen bilanzieren zu können."

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